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oft sehr kurze Krümmungen machen, nothwendig war. Dergleichen Locomotiven sind auföstr. Eisenbahnen gefahren worden, haben aber in dieser Hinsicht, abgesehen von ihrem übri-gen Vorzügen, nicht dem Zwecke entsprochen. Natürlich können die Locomotiven nicht um-gewendet werden, sondern es muß der Übergang aus einer einmal angenommenen Richtungin die entgegengesetzte dadurch bewirkt werden, daß man mittels der Steuerung die Dämpftaugenblicklich absperren und die Einströmung der Dämpft so reguliren kann, daß sie die Kol-ben in entgegengesetzter Richtung bewegen und daß also auch die Näder in dieser Richtunggedreht werden. Was die Anwendung der Dampfwagen auf gewöhnlichen Wegembetrifft,so treten dieser so große Schwierigkeiten entgegen, daß man bis jetzt nur zu Versuchen gelangtist. Besonders verdient machte sich um diesen Zweig der Technik der engl. Arzt GoldsworthyGurncy, der auch die ersten Dampfkutschen, wie er die Personendampfwagen auf Land-straßen nannte, einrichtete; ferner Burstell und Hill. Vgl. Gordon, „Historische und prak-tische Abhandlung über Fortbewegung ohne Thierkraft mittels Dampfwagen auf gewöhnli-chen Wegen" (Weim. 18-33).
Dampfwäsche ist mit der Dampfbleiche (s. d.) und dem D ampfkochen (s. d.)nahe verwandt und auf denselben Grundsätzen beruhend. Obgleich ein solches Verfahrenschon längere Zeit bekannt und hier und da, namentlich in Paris, bereits zu Ende des vori-gen Jahrh. in Gebrauch war, so hat es doch erst der franz. Chemiker Chaptal auf denjeni-gen Grad der Vollkommenheit, auf dem es jetzt steht, gebracht. Man erspart bei demsel-ben nicht allein mehr als die Hälfte des sonst erfoderlichen Brennmaterials, sondern auchden größten Theil der außerdem nüthigen Seife und der Handarbeit und schont noch überdiesdie Wäsche, welche durch das bis dahin gebräuchliche Bürsten, Reibe» und Klopfen und dieAnwendung scharfer Laugen bedeutend angegriffen wurde. Das Verfahren selbst beruhtauf der Eigenschaft der Wasserdämpft selbst unter einem geringen Drucke einen bedeutendhöher» Hitzegrad als das kochende Wasser anzunehmen, und in diesem Zustande die Körperbis in ihre engsten Poren zu durchdringen und dadurch die denselben anhängenden animali-schen und vegetabilischen Stoffe aufzulösen oder doch zu erweichen. Die bei dieser Manipu-lation anzuwendenden Apparate kommen im Allgemeinen ganz mit denen bei der Dampf-bleiche überein. Vgl. „Die Dampswäsche" (deutsch von Schmidt, Weim. 1840).
Dampier (William), der kühnste Seefahrer des 17. Jahrh., der durch seine langenautische Laufbahn, durch seine Schicksale und Entdeckungen alle seine Landsleute verdun-kelte, war der Sohn armer Altern, geb. 1652 zu East-Coker in der Grafschaft Somerset.Frühzeitig verwaist, geschah für seine Erziehung äußerst wenig. Als Schiffsjunge machte ernamentlich auch eine Seereise nach Labrador. Die große Kälte, die er auf dieser Fahrt aus-gestanden und die seine Gesundheit sehr angegriffen hatte, erregte in ihm die Lust, südlichereLänder zu sehen, wozu ihm der in Indien ausgebrochene Krieg Gelegenheit bot. Er nahmals gemeiner Soldat Dienste, wurde aber verwundet und in das Hospital nach Greenwich ge-bracht. Wieder genesen, erhielt er eine Anstellung als Plantagcnaufscher in Jamaica. Dochdas unthätige Leben war zu sehr gegen seine Natur, als daß er lange in diesem Amte hätteaushalten können. Nach sechs Monaten schiffte er sich aufs Gerathewohl ein und trafzu Kings-tons ein Fahrzeug, welches ihn mit nach der Bai von Campeche nahm. Dort lebte er dreiJahre als Handarbeiter und Packknecht, bis er 1683 nach London zurückkam. Im Begriffenach Campeche zurückzukehren, fiel er unfern Jamaica in dieHände der Flibustier, welchen er sichauf die Bedingung eines Antheils an der Beute zugesellte. In ihrer Gesellschaft zog er überdie Landenge von Panama und wohnte den Raubzügcn bei, welche die Flotte der Flibustier,zum Theil mit schlechtem Erfolge, gegen die Küstenorte Perus unternahm. Nachher trennte ersich von denselben, gelangte nach Virginien, trat dort mit andern Flibustiern in Verbindungund erschien endlich im Großen Ocean, wo er anfangs bei Manilla der Acapulcogallionauflauerte, später auf chines. Küstenfahrer Jagd machte und bei dieser Gelegenheit mancheInseln, z. B. 1687 die Gruppe der Ba-Schi, entdeckte. Der Verwilderung seiner Genossenschon lange müde, glaubte er in der Nähe der Nikobaren seine Flucht auf einem lecken Bootebewerkstelligen zu können, wurde aber verschlagen und halbtodt an die Küste Sumatras ge-worfen. Nach Herstellung seiner Kräfte begann er abenteuernd in Südasien herumzuziehen,trat in engl. Dienste, war bald Seemann, bald Kanonier, bald Schreiber, besuchte Madras,