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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
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Lampfwagen 43

Radkränze auf den Schienen der Eisenbahn und haben keine Triebräder und Zahnstan-gen wie früher, dagegen aber den Wasser- und Kohlcnvvrrath auf einem besondern, mitdem Locomotiv verbundenen Wagen, dem Tender. Letzterer trägt einen großen Waffcr-kasten, welcher dkei Seiten desselben umgibt und in der Mitte einen freien Raum für denKohlenvorrath hat. Aus dem Wasserkasten geht eine ZuleitungSröhrc nach dem Loco-motiv hinüber und steht dort mit der Speisepumpe in Verbindung, sodaß diese das-thige Nachfüllwasser in den Dampfkessel fördert. Die auf dem Locomotiv befindlicheDampfmaschine besteht aus dem Dampferzeuger, der eigentlichen Maschine und dem Ap-parate zur Umwandlung der Bewegung. Der Dampferzeuger besteht aus dem Fcue-rungsraume und dem Dampfkessel. Ersterer hat von den gewöhnlichen Feuerungsräumenwenig Abweichendes, zu den Kesseln aber bedient man sich jetzt allgemein der Röhrenkessel.Da cs nämlich darauf ankommt, eine möglichst große Feuerungsfläche in den kleinstenRaum zusammenzudrängcn und auf das zu verdampfende Wasser wirken zu lassen, so hatman durch den Feuerungsraum eine große Anzahl Röhren von Eisen oder Kupferblech ge-führt, welche nur einen bis zwei Zoll Durchmesser haben und aus dem Nachfüller stetsmit Wasser gespeist werden. Aus diesem entwickeln sich die Dämpfe und sammeln sich imDampfkasten, von wo aus sie durch die Steuerungsvcntile den Dampfcylindern zugeführtwerden. Diese Kessel gewähren auch den Vortheil, daß bei ihnen die Gefahr des Springensbeseitigt ist, denn erstlich brennen solche Röhren, beständig mit Wasser gefüllt, nicht leichtaus und zweitens, wenn dieser Fall wirklich cintritt, so springt nur eine Röhre mit einerdurchaus unschädlichen Explosion und es läßt sich dieselbe sehr leicht durch eine neue ersetzen.Was die Dampfmaschinen selbst betrifft, so kann man, bei dem großen Kraftbcdarf, welcherin verhältnißmäßig kleinen Maschinen erzeugt werden muß, sich nur der Hochdruckmaschi-nen bedienen, und wendet gewöhnlich zwei Cylinder an, welche gleichzeitig arbeiten. DieStellung der Cylinder ist mannichfaltig geändert worden; man hat dieselben horizontal oderin geneigter Lage unter den Kessel zwischen die Näder gelegt und die Kolbenstangen unmit-telbar an die in Form eines Krummzapfens gebogene Hauptachse gehängt und auf dieseWeise die hin- und hergehende Bewegung der Kolben in eine rotirende verwandelt, welcheden fest an der Achse befindlichen Haupträdcrn mitgetheilt wird. Norris und einige deutscheMaschinenbauer legen die Cylinder außen an den Wagen und lenken die Kolbenstangen aneinem Zapfen, der auf der Fläche der Haupträder sitzt, sodaß die Kolbenstangen den Rädernselbst die Bewegung mittheilen. Bei den Dampfwagen fällt der Balancier fort, da dieKolbenstangen unmittelbar in die Krummzapfen gelenkt sind, ebenso bedarf man bei densel-ben keines Schwungrads, da das Beharrungsvermögen des Wagens selbst dasselbe erseht.Auch den Kondensator, welcher sehr viel Raum fortnehmen würde, läßt man bei den Dampf-maschinen für Locomotiven weg und dafür die Dämpfe, sobald sic ihre Wirkung gemachthaben, in die freie Luft ausstreichen. Was die Fortpflanzung der Bewegung betrifft, so wirddieselbe unmittelbar durch die Kolbenstangen bewirkt. Diebeiden Haupträdcr mit cylindrischenKränzen, d. h. mit solchen, wo die Ebene des Felgenkranzes mit der Achse parallel ist, sindvon Schmiedeeisen und sitzen an den in aus hartgcgoffenem Gußeisen bestehenden Zapfen-lagern ruhenden Achsen fest, sodaß sie durch deren Umdrehung mit umlaufen. Außer denHaupträdern, welche gewöhnlich 5 F. im Durchmesser haben, hat jedes Locomotiv noch zwei,ebenfalls 5 F. im Durchmeffr haltende Hülfsräder mit cylindrischen Radkränzen, welchezur Beförderung des sichern Laufs, zur Unterstützung und zur Vermehrung der Reibungauf den Schienen bestimmt sind. Auch diese Näder sind an den Achsen fest und drehen sichmit diesen zugleich. Früher, als man nur vierrädrige Locomotiven hatte, setzte man die Ne-benrädcr durch eine Lenkstange, welche in Zapfen auf der Ebene beider Räder griff, von denHaupträdern aus in Bewegung, man bemerkte aber bald, daß namentlich in Krümmungendie Umläufe der gleich hohen Näder dennoch ungleich werden mußten. Man kam also davonzurück, machte die Nebenräder niedriger und gab den Locomotiven statt zweier HülfSräderderen vier, wodurch man verhinderte, daß >ene selbst in kleinen Krümmungen aus den Schie-nen kamen. Der Amerikaner Norris wollte dieser Gefahr noch umfassender Vorbeugen undlegte allemal zwei Hülfsräder auf Lcnkschemel, sodaß die Locomotiven selbst die kleinsten Bo-gen ausfahren konnten, was in Amerika, wo die Eisenbahnen in den Straßen der Städte