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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
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Dampfschiff 41

giere j in dem mittler» Raume wird der Dampferzeugungsapparat erbaut, bestehend auseinem oder, wenn viel Dampf gebraucht wird, aus zwei gewöhnlichen Dampfkesseln und demFcuerungsraume, dessen Schornstein, aus Eisenblech, sich über das Verdeck erhebt und beikleiner» Dampfschiffen oft als Mastbaum benutzt wird. Neben dem Dampferzeuger stehreine der Größe des Schiffs angemessene Dampfmaschine von niedcrm oder von hohem Drucke,welche letztere man gegenwärtig der Raum- und Feuerungsersparniß wegen vorzieht, nach-dem die Vorurthcile und die Furcht vor vermehrten Unglücksfällen nach und nach geschwun-den sind. Diese Dampfmaschine, welche, zu Verwandlung der auf- und abgehcnde» Kol-benbcwegung in eine rotirende, mit einem Krummzapfen und mit einem Schwungrade ver-sehen ist, treibt zwei Wasserräder, die sich in besonder» Gehäusen an beiden Seilen desSchiffs befinden und durch deren Bewegung das Schiff fortgetrieben wird. Auch hat manstatt der beiden Räder nur eins in der Mitte des Schiffs angebracht. Da es bei den Dampf-maschinen für die Schiffahrt auf Naumersparniß, namentlich in der Höhe, ankommt, so liegtbei solchen Maschinen der Balancier nicht über dem Dampfcylinder und folglich hängt der Kol-ben nicht an demselben, sondern man hat den Balancier auf der halben Höhe des Dampf-cylinders angebracht. Es befindet sich nämlich neben dem Dampfcylinder ein niedriges Ge-stell, welches die Welle des Balanciers trägt, der nun aber nicht aus einem Stücke besteht,sondern einen vierseitigen Rahmen bildet, der so angebracht ist, daß die Aufhängungspunktedes Dampfkolbens mit der verticalen Achse des Dampfcylinders in einer und derselben senk-rechten Ebene liegen. Der Kolben erhält oben ein sogenanntes Querhaupt, von welchem zweiZugstangen, eine auf jeder Seite des Cylinders, zu dem Balancier hinabreichen und mit die-sem dergestalt verbunden sind, daß durch eine Gegenlenkung der senkrechte Gang des Kol-bens gesichert ist. Vom Lastarme des Balancierrahmens geht eine kurze Bläuelstange zumKrummzapfen des Schwungrads und Überträgt die Kolbenbewegung auf dieses wie bei dengewöhnlichen Dampfmaschinen. An die beiden Arme des Balancierrahmens werden nachUmständen die übrigen Kolben gehängt. Auch wenn die Maschine eine Expansionsmaschineist, oder wenn mehre Dampfcylinder zusammen arbeiten, ist die Zusammenstellung einfach.Die zur Bewegung des Schiffs angebrachten Schaufel- oder Nuderräder sind ganz nach Artder gewöhnlichen unterschlächtigen Wasserräder construirt. Sie haben an von der Welleausgehenden Armen, deren Zahl von 815 steigt, viereckige Schaufeln, die bei ihrem Ein-tritt in das Wasser, sich gegen dieses anstemmend, das Schiff forttreiben. Die Räder wer-den so gehängt, daß immer drei bis vier Schaufeln zugleich mit dem Wasser in Berührungtreten. Um das Getöse beim Eintritte der Schaufeln in das Wasser zu vermeiden, gibt manihnen eine schräge Stellung gegen die Achse, sodaß sie in das Wasser mehr schneidend alsschlagend eintretcn. Von den theilweise sehr künstlichen Constructionen, welche man denSchaufelrädern nach und nach ohne Noth gegeben, ist man auf die ursprüngliche einfache Formzurückgckommcn. Die Ruderräder durch andere Mechanismen zu ersetzen, wollte lange nichtgelingen, bis in der neuesten Zeit die Anbringung der Archimedischen Schraube allen gemach-ten Ansprüchen vollkommen Genüge leistete. Bei den Nuderräder» tritt nämlich, abgesehenvon der Zerbrechlichkeit derselben und von der dann und wann bei zwei Nädern nicht gleich-mäßigen Bewegung, noch ein anderer Übelstand ein, welcher namentlich die Anwendung derDampfkraft auf Kriegsfahrzeugen nicht rathsam erscheinen ließ. Die Gehäuse dieser Rädernämlich nehmen an den Schiffswänden einen nicht unbedeutenden Raum ein, welcher nunnicht mit Geschütz besetzt werden kann, außerdem aber bieten sie auch dem feindlichen Feuereine große Zielfläche dar, und bei der Wichtigkeit der Ruderräder kann ein einziger Streif-schuß das ganze Fahrzeug außer Gefecht setzen und in die Gewalt des Feindes bringen. Esgehörte daher zu den größten Aufgaben, ein Bewegungsprincip anzuwenden, das sich in einenmöglichst kleinen Raum zusammendrängen ließ, wenig zerbrechlich war und dem feindlichenFeuer entzogen werden konnte, dabei aber doch die volle Kraft der Ruderräder entwickelte.Hierzu bietet die Archimedische Schraube die besten Mittel dar. Sie besteht m einer Fläche,welche sich schraubenförmig um einen Cylinder wickelt und fand früher nur bei Wasserhebun-gen, später auch bei Mühlen, aber immer blos eine beschränkte Anwendung. Paucton, einfranz. Mathematiker, schlug zwar schon 1793 die Anwendung der Archimedischen Schraubezur Forrtreibung von Schiffen vor, und Delisle und Savage stellten 1813 zwei verschiedene