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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
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Dampfmaschinen 39

ten Wärmeleitern ausgefüllt. Die beiden Böden sind auf den Körper des Cylinders luft-dicht aufgeschraubt, der obere Boden ist durchbohrt, um der Kolbenstange den Durchgangzu gestatten und, um nicht eine Menge Dampf unbenutzt entweichen zu lassen, die Öffnungdesselben mit einer sogenannten Stopfbüchse versehen. Der Kolben ist ein Gegenstandvon großer Wichtigkeit, da von seinem genauen Anschlüsse an die Wand des Cylinders derganze Effect der Maschine abhängt. Bei den Dampfmaschinen mit niederm Drucke bestehter aus einer Platte, welche etwa '/«Zoll weniger Durchmesser hat als der Cylinder undanderthalb Zoll dick ist. Bei den Maschinen mit hohem Drucke wendet man häufig Me-t-allkolben an, doch sind auch die Hanfkolbcn im Gebrauch. Da die Kolbenstange amBalancier hängt, welcher sich um die Achse in seinem Mittel bewegt, so würde, da dev Auf-hängungspunkt ein Bogenstück um den Drehungspunkt macht, die Kolbenstange nicht senk-recht auf- und absteigcn. Um diesem Übelstande vorzubeugen, hat man die Kolbenstangemit einem Gewerbe versehen und bewirkt nun durch eine Gegenlenlkung (Parallelo-gramm) den senkrechten Gang derselben. Solche Gegenlenkungcn befinden sich an allen Kol-benstangen der Maschine.. Der Dampfzufluß zum Cylinder wird durch die Steuerungregulirt, deren Hauptthcile die Ventile sind, die in Klappventile, conische oder soge-nannte DVentile, Schubventile, Kolbenventile und rotirende Scheiben-v e n t i l e zerfallen, oder auch, wie gegenwärtig sehr häufig, Hähne bilden, die jedoch andersgebohrt sind als die gewöhnlichen. Das Öffnen und Schließen der Ventile, die Steuerung,geschieht durch die an den Balancer gehängte Schubstange, welche mit den Ventilen inVerbindung steht, und wenn die Maschine ein Schwungrad (s. d.) hat, von diesem aus. ^Zur Negulirung der Bewegung und da, woös'sich um Umwandlung der auf- und absteigen-den Bewegung des Kolbens in eine rotirende handelt, dient das Schwungrad mit demKrummzapfen. Da durch Zufälligkeit der erzeugte Dampf einen höhern oder geringernHitzegrad, also mehr oder mindere Spannung erhalten kann, wo dann im ersten Kalle dieMaschine zu viel, im andern zu wenig arbeiten würde, so muß man einen Regulator haben,der im ersten Falle weniger, im letztem mehr Dampf in den Cylinder führt, und diesen Re-gulator muß die Maschine selbst in Wirksamkeit setzen. Der bis jetzt gebräuchlichste Regula-tor ist das conische Pendel oder der CentrifugalModerator. (S. Regulator.)

Zu den Dampfmaschinen, welche nicht nach dem Kolbenprincip gebaut sind, werdenzunächst die rotirendenDamv km asck inen gerechnet. Man hat bei denselben die Um-wandlung der auf- und angehenden Bewegung in eine rotirende umgehen wollen und des-halb den Kolben durch eine Fläche ersetzt, welche'sich in einem Cylinder um ihre Achse dreht,an deren Verlängerung man dann die Triebräder anbrachtc. Es haben jedoch diese Maschi-nen, namentlich wegen des dampfdichtcn Schlusses dieser Fläche und der Schwierigkeit denDampf ohne Verlust cintretcn zu lassen, wenig praktische Anwendung gesunden. Außerdemhat man noch Dampfmaschinen ohne Kolben vorgeschlagen, in welchen der Dampf auf vie-rerlei Weise angewendet werden kann. Es kann nämlich der Dampf >) auf eine Flüssigkeitdrücken und dieselbe auf diese Weise heben; er kann 2) das Aufsteigcn einer Flüssigkeit durchHervorbringung eines leeren Raums mittels Condensation des Dampfs bewirken; er kann3) durch die bewegende Kraft, welche er gleich jeder Gakart ausübt, wirken, indem er in einerFlüssigkeit in die Höhe steigt; es kann 4) Dampf mittels des Stoßes auf eine beweglicheFläche entweder direct oder mittels der Reaction wirken. In diese vier Elasten gehören dievon Savary, Kcir, Nancarrow, Congreve, Masterman und Bernhard vorgeschlagencn Ma-schinen, die aber bis jetzt bei der höchst beschränkten Anwendung derselben praktisch sich nochnicht bewährt haben. Wie bedeutend übrigens die Dampfmaschinen die physischen Kräftedes Menschen in dem Gebiete der Industrie verdrängten, mag folgender Überblick aufDampfmaschincnstatistik Frankreichs lehren, wobei wir bemerken, daß England und.Deutsch-land in dieser Hinsicht Frankreich beinahe noch übcrtreffcn. Am I. Febr. 1842 zählte Frank-reich 5605 Dampfkessel 2 807 Dampfmaschinen und 160 Locomotiven. Von obigen 5605Dampfkesseln lieferten 1747 Dämvfc zu verschievcnem industriellen Gebrauche, die übrigen3858 dienten zur Versorgung der 2807 Dampfmaschinen, von denen 584 mit niedermDrucke die Kraft von l1114 Pferden repräsentirten, während 2223 Hochdruckmaschinenmit der Kraft von 26182 Pferden arbeiteten und alle zusammen die Kraft von 783000