W Dampfmaschinen
die über ihm befindliche Luft und das Condensationswafftr zur zweiten Klappe des Fort-satzes am Stcuerungscylinder hinaus in ein besonderes Bchältnifi getrieben, von wo aus eswieder zum Nachfüllen im Dampfkessel gebraucht wird. Dem soeben erklärten Dampfma-schinensysteme zunächst steht das Watt'sche, bei welchem der Dampf allein ohne den Zutrittder atmosphärischen Luft wirkt, daher die Maschinen auch mit Dämpfen arbeiten können,deren Temperatur unter 8ü° R. ist. Die Watt'schen Maschinen, bei welchen Druck und Conden-sirung des Dampfs zugleich wirken, zerfallen in einfach- und doppeltwirkende. Beiden ein-fachwirkenden Watt'schen Dampfmaschinen ist der Dampftylinder oben ge-schloffen, der Dampf tritt oben über den Kolben und treibt denselben abwärts; bei dendoppeltwirkenden Watt'schen Dampfmaschinen tritt der Dampf abwechselndüber und unter den Kolben und wird ebenso abwechselnd condenfirt. Durch eine kleine Ver-änderung im Ventilkastcn kann man auch den Zutritt des Dampfs absperren, wenn der Kol-ben noch nicht seinen höchsten oder tiefsten Stand erreicht hat, und dann wirkt der bis zumAugenblicke der Absperrung in den Dampftylinder getretene Dampf durch seine Expansionund treibt den Kolben, obschon mit etwas geringerer Kraft, vor sich her. Die auf diese Artwirkenden Dampfmaschinen nennt man Expansionsmaschinen, die Hornblower undWoolff auf verschiedene Weise construirt haben. Insofern die bis hierher erwähnten Dampf-maschinen mit Dampf arbeiten, dessen Druck den der atmosphärischen Lust nicht übertrifft,oft sogar nicht einmal erreicht, so heißen sie atmosphärische oderDampfmaschinenmit niedrigem Drucke, im Gegensätze der Hochdruckmaschinen, die mit Däm-pfen von Hähern Temperaturen arbeiten. Vorzüglich verdient machten sich um das Hoch-druckjystem, Las intzbMntzere hsi tzen Expansionsmaschinen vortheilhafte Anwendung findet,der Deutsche Leupold und nach ihm der Engländer Perkins, doch Haben mancherlei Unglücks-fälle Vorurtheile gegen dasselbe erregt und sich der umfassenden Anwendung desselben hierund da, wiewol nicht ganz mit Recht, hemmend in den Weg gestellt.
Die einzelnen Theile der Dampfmaschine anlangend, so haben wir zunächst desDampfer zeug ungsapparats oder des Generators zu gedenken. Der Haupttheil des-selben ist der Dampfkessel, welcher die Bestimmung hat, den Wafferdampf zu erzeugenund in den Dampftylinder zu befördern. Nachdem andere Materialien sich untauglich er-wiesen, fertigt man dieselben gegenwärtig ausschließlich aus Eisen- oder Kupferblech. IhrerForm nach sind sic viereckig oder cylindrisch, oder auch aus lauter kleinen Röhren bestehend,welche letztere Art, die Röhrenkeffel, vorzüglich bei dem Dämpfwagen (s.d.) Anwen-dung findet. Die Große der Kessel richtet sich nach d^r erfodcrlichen Dampfmenge für einegewisse Zeit, und eben darauf axsindetstch. auch die Große der Fläche, welche mit der Feue-rung in Berükruna kommt* NäHWatt sind 8 iüF. Feüerungsflächc erfoderlich, um einenElchikfuß WaMm einer Stunde zu verdampfen oder l 0 mF. für 417 Pf. Dampf in ei-ner Minute, wobei eine Hitze von 135° R. entwickelt wird. Das Springen der Kessel zuvermeiden, versieht man sie mit einem Sicherheitsventile, das von dem überflüssigenDampft entweder gehoben wird oder so eingerichtet ist, daß cs bei einem gewissen Hitzegradeschmilzt, worauf der Dampf entweicht. Von dem Druck der Dämpft im Kessel überzeugtman sich durch den Dampfmesser (s.d.). Außerdem bedarf der Dampfkessel einerSpeisungsvorrichtung. Da nämlich das Wasser allmälig verdampft, so muß manauf dessen Ersatz bedacht sein. Dieser kann entweder mittelbar oder unmittelbar durch einePumpe bewirkt werden, welche von dem Balancier der Maschine.selbst bewegt wird. Gernbedient man sich zum Nachfüllen des Condensationswaffers, weil dasselbe, erwärmt, keinenallzugroßen Temperaturwechsel im Kessel herbciführt. Von der Oberfläche des Kessels ausgeht das Dampfrohr nach dem Dampftylinder der Maschine, in welchem der Dampfdurch die Steuerung in bestimmter Zeit und Menge vertheilt wird. Das Dampftohr hatim Innern ein sogenanntes Drosselventil, mittels dessen der Dampfzufluß regulirt wer-den kann. In dem Dampfcylinder erfolgt das Kolbenspiel der Dampfmaschine. Der-selbe ist von Gußeisen und ganz genau ausgedreht, damit der Kolben in demselben möglichstgenau schließe. Die Höhe des Dampftylinders richtet sich nach der Höhe des Kolbenspielsund beträgt gewöhnlich das Doppelte des Durchmessers. Um die Abkühlung zu vermindern,Wird der Cylinder mit einem hölzernen Mantel umgeben und der Zwischenraum mit schlech-