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4 (1845) D bis Entern
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34 Dampfkochen

tale Röhren wärmen besser als senkrecht stehende. Das Condensationswasser wird in eige-nen Röhren von den Endpunkten der verschiedenen Ausstrahlungsröhren nach dem Nach-süllungsapparat zurückgeführt und kommt noch warm in den Dampfkessel zurück. AmEnde der Ausstrahlungsröhren ist ein Lufthahn angebracht, um bei der Anheizung diekalte Luft aus den Röhren ausströmen zu lassen, da außerdem dieselbe dort comprimirt wer-den und jener Theil der Röhren kalt bleiben würde. Ebenso muß man nach Beendigung derHeizung dort wieder Luft einströmen lafftti, da sonst hier nach Condenstrung des Wassers ei»luftleerer Raum entstehen und der Druck der äußern Lust, namentlich bei Blechröhrcn, diesel-ben zusammenpreffen würde. Abgesehen von der Ersparung der Brennmaterialien und dergleichförmigen Wärme, ist die Dampfheizung schon darum vortheilhafter, weil sie bei weni-germ Aufwande an Mauerwerk und Raum kleinere Heizungsflächen zuläßt, da der Wär-meverlust in den Leitungsröhren durch zweckmäßige Anstalten bis auf das Minimum sichbringen läßt. Hauptsächlich ist die Dampfheizung dort anwendbar, wo von Einem Feue-rungsraume die Wärme für sehr viele Locale permanent bestritten werden soll, z. B. inFabriken, Gefangenhäusern u. s. w., da man mit mäßigem Drucke und geringem Wärme-verlust die Dämpfe sehr weit hin und namentlich sehr hoch hinauf verführen unddieLei-kungsröhren zwischen Gebälken durch und unter hölzernen Fußböden hin ohne Feuersgcfahrleiten kann.

Dampfkochen nennt man das Verfahren, bei welchem der Dampf entweder als einMittel, Wärme mitzutheilen, oder als Auflösungsmittel betrachtet wird. In der zuerst ge-nannten Wirksamkeit wird der Dampf hauptsächlich bei Erwärmung des Wassers und an-derer Flüssigkeiten angewendet. Für eine Erhitzung.hepseMn unter dem Siedepunkte, wiez. B. bei Bädern, beim Abdampfen, Trocknen der Leinen- und Baumwollenzeuge u.'s. w.,bedient man sich Metallplatten oder Röhren, welche mit den zu verdampfenden Flüssigkeitenin Berührung kommen; für den Fall aber, daß man höhere Tempcraturgrade verlangt, mußman die Wasserdämpft in dieselben unmittelbar eintreten lassen, und will man einen Tcm-peraturzrad über 80 ° R. erlangen, so müssen die Siedgefäße geschlossen und mit einemSicherheitsventil versehen sein, dessen Belastung sich nach dem zu erreichenden Temperatur-grade richtet. Zum Sieden der Flüssigkeiten mittels Wasserdampf wendet man hölzerneBottiche an, da einerseits das Holz ein schlechterer Wärmeleiter ist als Metall und anderer-seits Metalle in Fällen, wo die Flüssigkeit Salze enthält, leicht schädlich einwirken oder dochangegriffen werden könnten. Übrigens ist dieses Verfahren nur bei solchen Flüssigkeiten an-zuwenden, bei denen die durch die Condei fl lru u über Dämpfe hinzutretende Wasscrmenge nichtschädlich ist. In dftBgllicho-läßi^nM, möglichst nahe am Boden, weil sonst die untereSchWIalt bleibts-ÄleDämpfe durch ein Rohr eintreten, das nach innen hin trichterförmiggebildet ist, weil ohne diese Vorsichtsmaßregel die Dämpfe sich stoßweise condensiren undSchaden anrichten würden. Es hat diese Art der Dampfkochung die Vorthcile, daß sie dasAnbrcnnen verhindert, jeden Hitzegrad gewährt, daß man die Operation der Kochung invom Feuerraume entfernten, beliebig großen Gefäßen vornehmen und daß man mehre Koch-apparate von einem und demselben Dampfkessel aus Heizen kann. Eine modisicirte Neben-anwendung dieses Verfahrens ist das Kochen der Speisen für den Hausbedarf und dasDämpfen des Viehfutters für Landwirthschaften, Verfahrungsarten, welche, in Englandschon länger bekannt, auch in Deutschland mehr und mehr in Aufnahme kommen. Hiernämlich treten die Wasserdämpfc, statt in die zu erwärmenden Flüssigkeiten, gleich in die zukochenden, oder vielmehr zu dämpfenden Gegenstände. Wahrscheinlich gab zu denselben derPapin'sche Topf Veranlassung. (S. Papin.) Der Wasserdampf nimmt nämlich, wennman seiner Ausbreitung Schranken seht, eine sehr heftige Hitze an und dringt in ver-schlossenen Räumen, vermöge seiner großen ausdehnendcn Kraft, viel leichter in dieZwischenräume der thierischen und vegetabilischen Körper ein, die man seiner Einwirkungunterwirft, vermindert den Zusammenhang ihrer Theile und löst ihre Säfte besser undschneller auf als kochendes Wasser vermag, indem der Dampf nicht allein durch seine größereWärme sondern auch durch den Druck, den er auf die einzelnen Theile des Körpers gleich-mäßig von allen Seiten ausübt, auf ähnliche Art wirkt, als wenn der Körper in möglichstfeiner Zertheilnng bei gleicher Wärme im Wasser behandelt würde. Auf diese Erfahrungen