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4 (1845) D bis Entern
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32 Dämpfer Dampfgeschoß

hindert, da durch zu hoch gepackte Gewebe die Dämpfe nur ungleichmäßig dringen. ZumEinbrüchen muß man sich concentrirter Lauge bedienen und das Dämpfen abwechselnd mitdem Auslegen auf dem Bleichplane wiederholen, bis die Gewebe völlig weiß sind. Die ganzeOperation dauert, wenn man Lauge von 5" B. anwendet, etwa drei Stunden.

Dämpfer (franz. sourcline, ital. sorclina oder sorciino) nennt man eine Vorrichtungan den musikalischen Instrumenten, besonders an den Saiteninstrumenten, theils um denTon sanfter und schwächer zu machen (zu dämpfen), theils um das Fortklingen der Saitezu hindern. Bei den Geigeninstrumenten besteht diese Vorrichtung am zweckmäßigsten auseinem buxbaumenen, elfenbeinernen oder metallenen Kamme, von dessen Zacken der Stegfest umklammert wird. Außerdem hat man Dämpfer an Hörnern, Pauken, Trompeten undPianoforten. Das Auffetzen der Dämpfer wird durch con sorcüni, das Wegnehmen dersel-ben durch senr» i sortlini, abgekürzt 8. 8., bezeichnet.

Dampfgeschoß. Die genaue Verwandtschaft der Wirkung des durch die Verbren-nung des Schießpulvers entwickelten Gases mit der der eingeschlosscncn Wasserdämpfemußte sehr bald die Aufmerksamkeit auf die Frage hinlenken, ob cs nicht möglich sei, denDampf aus die Forttreibung von Projectilcn anzuwenden. Die Ersten, welche diese.Jdcewirklich in Ausführung brachten, waren Perkins in London und der General Girard inParis. Sobald sich nämlich in einem Rohre ein Geschoß befindet, welches dasselbe vollstän-dig ausfüllt, und es tritt hinter dieses Geschoß Dampf von hoher Elasticität in das Rohr, sowird dieser das Geschoß vor sich Hertreiben und dieses mit einer Geschwindigkeit aus dem Rohretreten, welche mit der Elasticität des Dampfes in einem gewissen Verhältnisse steht. DieApplication der Triebkraft auf die Kugel kann nun zweierlei sein, entweder sie wirkt stoßweise,wie das Pulvergas, auf die Kugel, oder schiebend, wie der Damvf auf den Kolben im Dampf-cylinder. Nach Rumford's, Nobin's und in neuerer Zeit nach Rommershausen's Versuchensteht der Stoß, welchen das Pulvergas im Augenblicke der Entzündung auf das Geschoßäußert, dem Drucke von 2666 Atmosphären gleich. Wollte man also den Dampf (s. d.)auf dieselbe Art wirken lassen, so müßte man, um Dampf von so hoher Elasticität zu er-zeugen, eine Temperatur von etwa 685" N. (Rothglühhitzc) anwenden, und selbst noch für ,eine Elasticität von 1666 Atmosphären müßte die Temperatur 536" R. betragen. Nunaber bedingt nur das Pulvergas diesen enormen Stoß, da es sich hinter der Kugel her aus-dehnt und dabei seine Triebkraft verliert, was sich bei Wasserdämpfcn anders verhält. Mankann hier die Triebkraft gleichförmig durch die ganze Länge des Rohrs wirken lassen, wo-durch die Bewegung der Kugel nach und nach immer mehr beschleunigt wird. Berechnungund Versuche haben gelehrt, daß bei einem Dampfdrücke von etwa 66 Atmosphären einezweilöthige bleierne Kugel ein Rohr von vier Fuß Länge mit einer Geschwindigkeit von 1266F. in der Secunde, wie bei der Anwendung des Schießpulvers, verläßt. Nun aber verhält sich die nöthige Elasticität des Dampfes umgekehrt wie die Länge des Rohrs, und manwird daher für ein sechs Fuß langes Rohr nur einen Dampfdruck von 40 Atmosphärenbrauchen, welcher in compendiösen Generatoren erzeugt werden kann. Man kann dannmit einem Dampferzeuger, dessen Dampffläche 36 OF. beträgt, so viel Dampf bereiten, alsnothwendig ist, um 126 Schüsse in der Minute zu thun, während man für 66 Schüsse nur15 LlF. Dampffläche braucht. Mit dem wachsenden Kaliber wachsen aber auch die Schwie-rigkeiten und eine sechs Fuß lange Dampfkanone, welche einpfündige Kugeln mit einerGeschwindigkeit von 1666 F. in der Secunde, wie beim Pulvergase, schießen sollte, würdeeinen Dampfdruck von 139'/-Atmosphären bedürfen, einen Druck, den man durch eineLänge des Rohrs von 12 F. auf 7 0 Atmosphären reduciren könnte. Ein solches Geschützaber erfodert, wenn es in der Minute nur acht Schüsse thun soll, eine Dampfmaschine vonneun Pferdekräften und eine Dampsfläche von 96 mF., welcher Apparat nicht mehr trans-portabel ist und das Geschütz also nur auf den Festungsgebrauch beschränkt, wo der Vor-theil des Schnellschießens kaum mehr in Betracht kommt. Wollte man mit einer solchenKanone 61 Schüsse in der Minute thun, wodurch man den Effect von zwölf gewöhnlichenGeschützen, nicht aber eine so genaue Richtung u. s. w. erhielte, so bedürfte man dazu einerDampfmaschine von 72 Pferdekräften. Demnach dürften Dampfkanoncn in der Praxis