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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
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Dampfbleiche 31

bäder aus Rußland gekommen; die Russen aber haben sie in sehr früher Zeit wahrscheinlichaus dem Orient erhalten, obgleich die jetzigen oriental. Bader keineswegs auf den NamenDampfbäder Anspruch machen können. In Deutschland wurden sie durch die russ. Truppenwährend des Kriegs mit Frankreich bekannter und ihr Mangel fühlbar, was zuerst denStifter des Mariannenbads in Berlin bewog, 1818 seiner Anstalt ein russ. Dampfbadbeizufügen. Seitdem sind in sehr vielen Städten Deutschlands derartige Anstalten ins Lebengetreten; doch hat das russ. Dampfbad (s. Bad) in Deutschland mit Rücksicht auf Be-quemlichkeit und auf Verhältnisse der Körperconstitution und Nationalgewohnheiten mancheModisication erfahren. Das Wesentliche des deutschen Dampfbades besteht in Folgendem.Der Badcraum ist ein geschlossenes Zimmer, an dessen Seiten sich mehre übercinanderlie-gende terrassenförmige Erhöhungen befinden, um dem Badenden Gelegenheit zu geben, sichbald in einer höhern, bald in einer gemäßigten Temperatur aufzuhaltcn. Die Wasserdämpfewerden durch Aufgießen von Wasser auf glühende Steine erzeugt, auch wol zuweilen mit-tels eines Dampfkessels; doch scheint die erste Art den Vorzug zu verdienen. Außerdem be-finden sich im Baderaume noch Gefäße mit kaltem, lauem und warmem Wasser, Vorrich-tungen zu kalten und lauen Regenbädern und Begießungen und zur Douchc. Die Tempe-ratur steigt auf jeder der Estraden um S'/? R. und in den meisten Badeanstalten kann manaus einer Wärme von 3V" am Boden des Zimmers bis in eine von 50" hinaufsteigen. DerKörper wird dabei öfter mit lauem oder kaltem Wasser übergosscn und dann aufs neue derEinwirkung der Dämpfe ausgesetzt, welche man durch sanftes Peitschen und Reiben mitBirkenreisig und Seifenschaum unterstützt. Die Länge der Zeit, welche man im Bade zu-bringt, wird durch den besonder« Zustand des Badenden und sein Wohlbehagen dabei be-stimmt. Das Dampfbad ist nicht nur als diätetisches Mittel sehr zu empfehlen, auch leistetes in Krankheiten außerordentliche Dienste, besonders in solchen, die ihren Sitz im Hautor-gane haben; doch sollte das Dampfbad nie anders als nach genommener Rücksprache miteinem Arzte angewendet werden, da viele Zustände den Gebrauch desselben als eines energischin den GesammtorganismuS eingreifenden Mittels thcils einschränken, theils gänzlich ver-bieten, so namentlich Krankheiten, die sich auf eine gestörte Blutbcrcitung gründen. Außer-dem allgemeinen Dampfbade werden Wasserdämpfe noch partiell angewendet, entweder aufden ganzen Körper, mit Ausnahme des Kopfes, um die Nespirationsorgane frei zu halten,in eigenen dazu verfertigten Kästen, oder auf einzelne Körpertheile, was ebenfalls in Kästenoder in Form der Dampfdouche geschieht, einer Vorrichtung, mittels welcher ein Damps-strahl auf einen einzelnen Punkt des KörverS geleitet wird. Auch können mit den Dämpfenflüchtige Stoffe, wie Gase, ätherische Öle, spirituöse Substanzen u. s. w. zur Einwirkungauf den Körper gelangen, die nach Maßgabe ihrer Eigenschaften zu allgemeinen oder zu par-tiellen Dampfbädern verwendet werden. Vom Dampfbade ist das Rau chbad zu unter-scheiden, welches auch aus Dämpfen, aber nicht von flüssigen sondern von trockenen, durchHitze verkohlten Substanzen besteht. Ein solches Bad sollen nach Herodot schon die Scythcngehabt haben, wobei die Dämpfe aus Hanfsamen, den man auf heiße Steine warf, ent-wickelt wurden.

Dampfbleiche. Das langwierige und überdies kostspielige Verfahren der gewöhn-liehen Rasenbleiche ist durch die von Chaptal cingeführte Dampfbleiche bedeutend abgekürztworden. Hierbei werden nämlich die mit Natron oder Kalilauge gehörig gesättigten Ge-webe in einem geschloffenen Raume den Wasserdämpfen von ziemlich hoher Spannung aus-gesetzt, welche, mit dem vorhandenen Kali vereint, die Auflösung des Pflanzenpigments insehr kurzer Zeit bewirken. Der Apparat ist kürzlich folgender: Über einem flachen Kessel isteine Dampfkammer von Sandstein aufgeführt, welche oben geschlossen und mit einem Si-cherheitsventil versehen ist und eine Thür zum Einbringen der Gewebe hat. Über der Was-serfläche befindet sich ein hölzerner Rost, auf welchem die Gewebe aufgeschichtct werden. Istnun der Kessel mit Wasser gefüllt und der Rost beschickt, so wird gefeuert und die Opera-tion geht vor sich, die alkalische, mit dem Pigmente gemischte Flüssigkeit,, welche sich aus dencondensirten Dämpfen bildet, wird unter dem Roste aufgefangen. Übrigens kann manmittels eines Dampfrohrs aus einem und demselben Kessel mehre Apparate speisen, woman dann die Gewebe nicht so hoch übereinander zu schichten braucht, was die Operation