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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
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Damenfriede DamienS 25

' rung Bedenken, D., der nicht beliebt war, in seine vorige Stellung wieder einzusetzen; dochblieb ec Präsident der Pairskammer. Als solcher leitete er die Debatten beim Proteste dcSMarschalls Ney. Im Anfänge des I. l 816 wurde er nochmals Justizminister und in dem-selben Jahre Mitglied der Akademie der Inschriften. Er starb am 1 v. Jan. 1830 auf seinemGute Montigny bei Dieppe. Sein Sohn, Emanuel Graf D., wurde nach der erstenRestauration zum Requetenmeister ernannt, folgte dann Ludwig XVIII. nach Gent und er-hielt zum Lohne dafür die Pairswürde, die er nach der Julirevolution niederlegte.Damenfriede, s. Cambray.

) Damenisation, s. Solmisation.

Damiani (Petrus), als Freund Hildebrand's und rigoristischer Astet bekannt, stammteaus einer armen, aber edeln Familie und wurde ums I. 990 geboren. Aus der knech-tischen Dienstbarkeit, in welcher er anfangs bei einem seiner Brüder als Schweinehirtstand, befreite ihn ein anderer Bruder, Namens Damianus, und ließ ihn zu Florenz undParma erziehen. Ebendeshalb nannte er sich Petrus Damiani, d. h. Bruder des Damian.In Parma gründete er später eine Schule, trat dann als Mönch in das Kloster zu Fonte-Avellana und wurde 1041 Abt. Jm J. 1051 gegen seine Neigung zum Cardinalbischofvon Ostia erwählt, wirkte er als Legat bei den Maßregeln mit, durch welche die PäpsteLeo lX., Victor II. und Nikolaus II. die Kirchenreform Gregor's VII. vorbereiteten, legtejedoch trotz der Vorstellungen Hildebrand's, den er scherzweise seinen heiligen Satan nannte,sein Bisthum 1061 nieder und zog sich in sein Kloster zurück. Jndeß benutzte ihn PapstAlexander II. noch mehre Male zu speciellen Sendungen; so ging er 1069 als Legat zuKaiser Heinrich IV., um auf einer Synode in Mainz dessen Ehescheidung zu Hintertreiben,und 1071 nach Ravenna,- um das Verfahren des dortigen Erzbischofs zu untersuchen. ImI. 1072 starb er zu Florenz. Bei aller Verehrung, die D. dem überlegenen Geiste Hil-debrand's zollte, scheint er doch den geistlichen Despoten in demselben geahnet zu haben.Achtungswerth ist der Eifer, mit welchem er die unnatürlichen Laster des ital. Klerus in demlüber koinnrrliisnus" ans Licht zog und bekämpfte; seine Schilderung war so treu, daßAlexander II. das Buch zu unterdrücken suchte. Weniger vortheilhaft sorgte D. für die Sitt-lichkeit durch die von ihm empfohlene Geißelbuße. (S. Flagellanten.) Er stellte fürdieselbe einen förmlichen Tarif auf, nach welchem z. B. 3000 Eeißelhiebe nebst Absingungvon 30 Psalmen für ein Jahr Buße galten und Bußzeiten von 100 Jahren aufcrlegt werden -konnten und wurden. Ebenso excentrisch war D. in der Verehrung der Maria, denn durchihn kam, zunächst in den Klöstern, das Okücium 8. 5l»ri»e oder das heilige Amt am Sonn-abende zu Ehren der Maria auf. Seine Werke, die in Briefen, Reden, Biographien vonMönchsheiligen und Tractatcn bestehen, sind vom Cardinal Cajetan gesammelt und mehr-mals (am besten Par. 1642 und 1663) herausgegeben worden. Eine LebensbeschreibungD.'s, der später kanonisirt wurde, hat Laderchio (3 Bdc., Rom 1702) geliefert. Da-mianus hieß ein monophysttischer Bischof von Alexandria im 6. Jahrh., der die drei Per-sonen der Trinität für drei Eigenschaften der Einen Gottheit erklärte und somit der Ansichtdes Sabcllius (s. d.) sich näherte. Seine Anhänger nannten sich Damianiten.Damianistinncn, s. Clarissinnen.

e Damiens (Rob. Franc.), bekannt durch den Mordversuch an Ludwig XV., wurde

1714 im Dorfe Tieulloy bei Arras von armen Altern geboren und bewies schon in seinerJugend ein so boshaftes, aber zugleich selbständiges Naturell, daß man ihm den ZunamenRodert le llisble gab. Nachdem er mehrfach bald als Soldat, bald als Bedienter in derHauptstadt gedient, einen seiner Herrn vergiftet, einen andern bestohlen hatte, flüchtete er1756 nach Arras und von da über Dünkirchen nach Belgien, wo er überall politischen Fana-tismus und auch den Entschluß zu seiner blutigen That an den Tag legte. Schon zu Ende desJahres kehrte er unter ftemdem Namen nach Paris zurück. Die Maßregeln des Hofsgegen das Parlament machten besonders tiefen Eindruck auf ihn, sodaß er einen Anschlaggegen das Leben des Königs völlig beschloß und sich dazu durch den Genuß von Opiumvorbereitete. Am 3. Jan. 1757 begab er sich deshalb nach Versailles, war aber so aufgeregt,daß er, wiewol vergeblich, einen Aderlaß verlangte. Am andern Morgen verfügte er sichvor den Palast, wartete auf den König den ganzen Tag hindurch und versetzte demselben,