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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
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26 Damiette Damm

als er au-fahren wollte, inmitten der Höflinge in die rechte Seite einen Messerstich. Erhätte entspringen können, allein ruhig ließ er sich verhaften. Um weitere Aufklärungen unddas Geständniß über etwaige Mitschuldige zu erhalten, leitete der Siegelbewahrer Ma-chault ein Verfahren gegen den Verbrecher ein, das ebenso furchtbar und wild wie dieblutige That selbst war. Obschon es den Richtern nicht gelang, auf den unzweifelhaftenGrund des Verbrechens zu kommen, so bildete sich doch allgemein die Ansicht, daß die Je-suiten, vielleicht sogar ihr Freund und Beschützer, der Dauphin, D. zu diesem Mordver-suche angefeuert. Am 28. März wurde D. vom Parlamente zum qualvollen Tode vcrur-thcilt, worauf sofort die Hinrichtung auf dem Greveplatze begann. Nachdem er auf alle er-sinnliche Weise gemartert worden war, riß man ihn mit vier Pferden in Stücken, doch muß-ten zuvor die Sehnen durchschnitten werden. Die Stücke des Körpers wurden verbrannt,das Haus, in welchem D. geboren, niedergerissen und dieFamilie desselben unter Androhungdes Todes aus Frankreich verbannt. Vgl. Samson, ,Memoires" (2 Bde., Par. 183»).

Damiette oderDamiat, eine bedeutende Handelsstadt inNiedcrägypten am östlichenAusflusse des Nil und am See Menzaleh, in einer fruchtbaren Gegend, der Sitz eines kopti-schen Bischofs, ist zwar klein und meist schlecht gebaut, indem nur die großen Kaufleute amUfer schönere Häuser bewohnen, doch zählt sie gegen 20000 E. Sie hat wichtigen Reis- undZuckerbau und in der Umgegend baut man ausgezeichneten Flachs, der zu geschätzter Lein-wand verarbeitet wird. Obschon etwas herabgekommcn, treibt sie noch immer einen ansehn-lichen Activhandel mit halbseidenen Zeugen, Leinwand, Baumwolle, syrischer Seide, NciS,Kaffee, Salmiak und Getreide; auch ist daselbst die Hauptniedcrlage aller zur See ausSyrien kommenden Waaren. Mehre Male in den I. 738868 von den Griechen erobertund wieder an die Sarazenen verloren, ward sie wiederholt von den Kreuzfahrern 115569belagert und leistete hartnäckigen Widerstand, besonders 1218 , wo die Sarazenen die Ein-fahrt des Nilarms durch eine starke Kette und einen dabei erbauten Thurm verschlossenhatten, bis es endlich den Christen gelang, nach 18monatlichcr Belagerung sie mit Sturmzu erobern. Beim Abschluß des Friedens wurde sie indeß dem Sultan von Ägypten 1222zurückgcgeben. Bei der Landung Ludwig des Heiligen im I. 1239 kam sie von neuem in dieHände der Kreuzfahrer, fiel aber nach Ludwig's Gesangennehmung an ihren vorigen Be-sitzer zurück. Den Franzosen, die sie 1798 nahmen und hier am I. Nov. 1799 unter Klebereinen wichtigen Sieg über die Türken erfochten, wurde sie durch die Engländer unter SidneySmith wieder entrissen und den Türken zurückgcgeben, unter deren Botmäßigkeit sie nunverblieb, bis sie 1833 dem Vicekönig von Ägypten übergeben wurde.

Damiron (Jean Philibert), ein bekannter stanz. Philosoph, geb. am 10. Mai 1793zu Bellcville im Nhonedcparccmcnt, kam stütz nach Paris, wo er in der Normalschule studirtc,und wurde dann am College Bourbon als Lehrer der Philosophie angestellt. Nach der Juli-revolution erhielt er eine Professur an der Normalschule und später auch am College deFrance. Als Schriftsteller trat er zuerst imt7Iobe" auf, wo er in einzelnen Aufsätzendie Lehren der neuern stanz. Philosophen beleuchtete. Diese Artikel wurden später von ihmgesammelt in deröistoire »1e Is jchilosopliie en krsnce SU 1 9ine siede" (Par. 1828). Trotzdes Beifalls, den dieses Werk gefunden, fehlte esD., der sich zum EklekticismuS Cousin's be-kennt, an selbständiger Kritik, um etwas Genügendes zu geben. Sein6ours 6e;>Ki!ns<,-pbie", dessen erste Abtheilung die?szdlo>ogie" (Par. 1831) und dessen zweite dieM.rsie" (Par. 1833; 2. Aufl., 1832) umfaßt, geben einen schlechten Begriff von seinenVorlesungen. D. ist ein unklarer Kopf und verdankt seine gegenwärtige Stellung nur demEinflüsse Cousin's. In der Ausgabe deri>louvesux mdsnges" des zu früh verstorbenenTh. Jouffroy (Par. 1832) erlaubte er sich sehr willkürliche Veränderungen.

Damm nennt man eine künstliche Terrainerhöhung, welche im Verhältniß zu ihrerBreite eine bedeutende Länge hat und zu verschiedenen Zwecken, wie aus verschiedenem Ma-terial erbaut werden kann. Entweder dienen die Dämme dazu, Überschwemmungen abzu-wehren oder auf ihren Rücken Wege über Gewässer, Vertiefungen oder Morastboden zuführen, wornach sich dann auch die Großartigkeit ihrer Anlage und die Auswahl des Bau-materials richtet. Je nachdem die Ausschüttungen aus Steinen, Erde, mit solchen Schich-ten abwechselnden Faschinenlagen und ganz oder nur auf der Oberfläche aus dicht anein-