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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
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Damask 33

Damask(vsm»sc»s), die Hauptstadt des Paschaliks -leiche» Namens, in der türk.Provinz Soristan oder Syrien, welche» den südlichsten Theil de» alten Syrien, Phönizier,und ganz Palästina umfaßt und auf etwa 1200 kHM. höchstens 901)000 E. zählt, liegtam Baradi, welcher dieselbe in sieben Armen durchströmt, in einer herrlichen, fruchtbarenEbene, die Abulfeda, der in D. geboren wurde, für das erste der vier irdischen Paradiese hält,und hat noch jetzt mehr als 200000 E., darunter gegen 20000 Christen und viele Juden.Unter den 200 Moscheen zeichnet sich au» durch ihre sieben Thürme und ihren Umfang dieder Omajjidcn, die vom Kaiser Heraklius dem heil. Johanne» erbaut wurde, und in welcherdas Exemplar des Korans aufbcwahrt wird, welches im Besitz des Khalifen Othman ge-wesen. Merkwürdig ist auch das mit Thürmen versehene Schloß, das aus den Zeiten derKreuzzüge stammen soll und als Citadelle benutzt wird. Mehre andere Gebäude werden mitdem Apostel Paulus in Beziehung gebracht, der auf der Straße gen D. durch eine über-natürliche Erscheinung erblindet, durch Ananias geheilt und zum Christenthum bekehrt wurde.Auch die Christen haben in D. mehre Kirchen und zwei katholische Klöster. Berühmt sindferner mehre Bazars und unter den Khan», d. i. Versammlungshäuser, der Kaufleute be-sonders einer, der in einem großartigen Gebäude mit sechs Kuppeln besteht. Die Straßensind ungepflastert und schmuzig; die von St.-Paul ist die größte, geradeste und schönste. DerPascha von D. ist der Verlheidiger der heiligen Karavane, die unter seiner Bedeckung jähr-lich von hier nach Mekka geht. Die Einwohner unterhielten sonst berühmte Manufacturen,besonders in Messer- und Säbelklingen; noch gegenwärtig verfertigen sie seidene und baum-wollene Zeuge und eingelegte Arbeiten, Glas und Leder; auch treiben sie beträchtlichen Han-del mit den genannten Fabrikaten, vorzüglich aber mit getrockneten und eingemachten Süd-früchten, mit Baumwolle, Wein, Olivenöl u. s w. Berühmt sind vorzüglich die große D a -mascenerpflaume, welche jetzt durch das ganze mittägliche Europa verbreitet ist, dieDamascencrrose auf einem 810 F. hohen Stock«, von sehr angenehmem Gerüche,aus welcher Rosenöl bereitet wird, und die Damasccncrtrauben, die am Stocke ge-trocknet die besten Rosinen geben. Die Geschichte von D. geht in die älteste Zeit zurück; we-nigstens war es schon zu David'S Zeiten politisch wichtig als die Residenz eines der kleinenReiche, in welche Syrien damals zerfiel. Von David wurde D., weil dessen Beherrscherdem Könige von Zoba Hülfe geleistet, unterjocht; doch schon unter Salomo machte es sichvom Reiche Juda unabhängig, dem es aber später im Kampfe gegen Israel beistand, so na-mentlich um 90H.P. Chr . Der König Hosael hob D. auf den höchsten Gipfel seines Glanzesund seiner politischen GröHel Cr war glücklich im Kampfe gegen die Könige von Israel undJuda; doch schon sein Sohn Benhadad III. wurde Israel tributpflichtig. Noch einmal suchtees sich um 800 v. Chr. zu heben, was den völligen Untergang des damasce»ischen Reichszur Folge hatte. Die Stadt behielt indeß auch unter der Herrschaft Assyriens, Babyloniensund Persiens fortwährend nicht geringe Bedeutung durch ihren Handel. Nach dem SiegeAlexander des Großen bei Jssus gcrirth es mit Syrien in dessen Gewalt und nach seinemTode unter die Herrschaft der Seleuciden, welche aber ihre Residenz nach Antiochien verleg-ten. Um Ill v. Chr. bei der Theilung des seleucidisch-syrischen Königreichs wurde es wiedereine Zeit lang der Sitz des Königs Antiochus Kyzikenus. Nach mancherlei Verwirrungen,Thronstrcitigkeiten und Kriegen unter den Herrschern Syriens kam D. im 1.64 unter Pom-pejus in die Gewalt der Römer, die es durch einen eigenen König regieren ließen und unterdenen die Stadt von neuem aufblühte und Einfluß gewann. Später wurde sie der Sitz einesBischofs und dem oström. Reiche einverleibt; im J. 635 aber von dem Khalif Omar nachzweimonatlicher Belagerung erobert, der nun hier und zu Mekka abwechselnd residirte. InD. wurde auch dessen Nachfolger Othman beim Zusammentragen des Korans ermordet.Moawijah, der Stammvater der Omajjiden, verlegte seinen Sitz hierher, und seine Nach-kommen, sowie die erstenAbbassiden, residirte» von 660753 daselbst, bis Almanzur Bag-dad zu seiner Residenz machte. D. wurde nun durch Statthalter verwaltet, von denenmehre ein eigenes Sultanat begründeten. So wurde cs der Sitz der Thulunidcn im 9.Zahrh., der Fatimiden im 10. und der Seldschukidcn im 11. Jahrh. Heftige Kämpfe wur-den auch während der Kreuzzüge um den Besitz der Stadt geführt; im I. >154 von Nu-reddin erobert und mit Aleppo und Ägypten vereinigt kam sie nach Nurcddin's Tode in di«