Dalekarlien Dalin 17
zu Mainz, begann zein öffentliches Leben unter seines Oheims Augen zu Erfurt, trat dannin bad. Staatsdienste und ging als bad. Gesandter nach Paris, wo er mit Talleyrand näherbekannt wurde und sich später mit Pelina, Marquise de Brignoles aus Genua, Ehrendameder Kaiserin, vermählte. Während des Feldzugs von l 8VS übernahm er die Leitung derauswärtigen Angelegenheiten in Baden, unter Beibehaltung seines gesandtschaftlichen Po-stens in Paris. Nach dem Frieden verließ er die bad. Dienste, ging nach Paris und ver-tauschte wegen seiner Stammgüter, die auf dem linken Rheinufer, mithin in dem damaligenFrankreich lagen, das deutsche Slaatsbürgerrecht mit dem stanz, und wurde von Napoleon1810 zum Herzog und Staatsrath erhoben. Nach Napolcon's Vermählung mit der Erz-herzogin Marie Luise, bei welcher Gelegenheit D. die vorläufigen Unterhandlungen mit dem'Fürsten Schwarzenberg eröffnet haben soll, erhielt er eine Dotation von 4 Mill. Francs aufdas Fürstenthum Baireuth, worüber Frankreich nach den Bedingungen des wiener Friedenszu verfügen hatte, eine Summe, die ihm der König von Baiern beinahe ganz auszahlte.Als Talbeyrand in Ungnade fiel, zog sich D. mit seinem Gönner zurück und trat in die Rei-hen der Misvergnügten. Nachdem dieser aber im April 1814 an die Spitze der provisori-schen Regierung getreten, ernannte er D. zu einem der fünf Regierungsglieder, welche dieRestauration des Hauses Bourbon beförderten. Als bevollmächtigter Minister Frankreichswohnte D. dem wiener Congrcffe bei und Unterzeichnete 1815 auch die Achtserklärung gegenseinen ehemaligen Wohlthäter; dagegen setzte Napoleon nach seiner Rückkehr ihn unter diezwölf Verbannten, deren Güter eingezogen wurden. Nach der zweiten Wiederherstellungder Bourbons erhielt D. das Verlorene zurück, wurde Staatsminister und Pair und erhieltden Gesandtschaftsposten am tu riner Hofe. - Svätee U'bkk W ist Lärl^ und die letzten JahreseinesLeben? auf seinem Schlöffe Hernsheim, wohin ihn seine Liebe für Deutschland, demMuttcrboden seiner berühmten Familie, zurückgeführt hatte. Er starb hier am 27. Apr. 1833.
Dalekarlien oder Dalarne, d. i. Thailand, hieß nach der stühern, noch jetzt imMunde des Volks gewöhnlichen Eintheilung das rauhe, aber auch an herrlichen Landschaf-ten reiche Gebirgsland Schwedens an den beiden Dalelfen und dem Siljansce, welchesjetzt Falun-Län bildet, das auf530 lUM. gegen 150000E. zählt. Die Dalekarlier, einäußerst biederes und freiheitliebcndes Volk, haben in Sprache, Sitten und Gewohnheitenetwas Eigenthümliches und genießen mancher Vorrechte. An ihrer Tapferkeit brachen sichmehrmals die gegen Schwedens Freiheit und Unabhängigkeit gerichteten Angriffe, so na-mentlich MS EHEnm l4--vou Dänemark den schweb. Thron bestiegen hatte. (S. Gustav I.von Schweden.) Da der ärmliche Bodden seine Bewohner nur spärlich nährt, so wanderndie Dalekarlier häufig nach fruchtbarer» Gegenden Schwedens aus. , - ^
Dülelf, der Hauptfluß Dalekarliens in Schweden, entsteht aus dem Osterdalelf unddem Westerdalclf. Letzterer bildet sich aus der Vereinigung der Flüsse Löra und Fulu, vondenen jener an der norweg. Grenze, dieser in den Fuluseen seinen Ursprung hat. Der Oster-dalelf kommt aus der Alpe Salfjallet ebenfalls an der norweg. Grenze, sowie aus dem SeeGröfvelsjö; er bildet dann den reizenden, fünf Meilen langen und drei Meilen breiten Sil-.jansce bei Mora, verläßt jedoch denselben wieder bei Leksand und vereinigt sich bei Djursasmit dem breiten und reißenden Westerdalclf. Der Dalelf durchfließt stdann das südwestlicheDalekarlien, bildet mehre Wasserfälle, weshalb er für die Schiffahrt sich nicht eignet, undfällt unterhalb Geste bei Elfkarleby, nachdem er noch einen großartigen Wasserfall gebildet,in den Bottnischen Meerbusen des Baltischen Meers.
Dalemiuzien war ein ansehnlicher, von Sorben bewohnter Landstrich, der zwischenElbe und Mulde eingefchlossen sich ungefähr von Meißen bis in die Gegend von Dahlen er-streckte und nur bei Meißen über die Elbe reichte. Der Name rührt nach Dietmar von denDeutschen her und ist ohne Zweifel eine Korruption von Dalmatien; die Slawen selbstnannten den Gau Glomaci (erhalten im Namen der Stadt Lommatzsch). Jm J. 92 7 wurdeD. von König Heinrich I. nach Eroberung der Feste Gana oder Gruna unterjocht.
Dalin (Olof von), der Vater der neuern schweb. Literatur, geb. 1708 auf der PfarreiWinberga in Halland, widmete sich anfangs dem Studium der Medicin, das er nachhermit dem der Rechte vertauschte. Im I. >731 trat er beim Reichsarchiv und dem Kanzlei-Conv.-Lex. Neunte Äufl. IV 2