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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
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16 Dalberg (Emmerich Jos., Herzog von)

.Kirche zu verhandeln und dabei zugleich von Napoleon in Betreff mchrer streitiger Punktebillige Bedingungen für Deutschland zu erhalten, ging er 1894 nach Paris, wo er mitvielcrZuvorkommenheit behandelt und unter Anderm auch an Klopstock's Stelle zum correspon-dircnden Mitgliede der Akademie ernannt wurde. Diese Ncise und die Ernennung des Kar-dinals Fesch zu seinem Nachfolger, sowie die allgemein verbreitete Meinung, er habe an derStiftung des Rheinbunds vorzüglich Antheil gehabt, brachten ihn um diese Zeit in den Ver-dacht undeutscher Gesinnung. Mit Errichtung des Rheinbunds erlosch die Rcichserzkanzler-wür§e, und D. erhielt, unter Beibehaltung des ErzbisthumS Negensburg, den Rang undTitel als souverainer Fürst Primas des Rheinbunds mit dem Vorsitze in der Bundesver-sammlung. Zugleich wurden seinen bisherigen Besitzungen noch die Reichsstadt Frank-surt am Main, das Gebiet der Fürsten und Grafen von Löwenstein-Werthheim und dieGrafschaft Rheineck einverleibt. Für das Fürstenthum Regensburg, das er 1819 an Baiernabtrat, erhielt er einen beträchtlichen Theil der Fürstenthümer Fulda und Hanau, auch warder in Folge dessen von Napoleon zum Großherzog von Frankfurt ernannt, doch mußte erNapoleon's Stiefsohn, den Prinzen Eugen, statt des Cardinals Fesch zu seinem Regierungs-nachfolgcr annehmcn. Im I. >813 sah er sich genöthigt, auf alle diese Besitzungen als Lamdesherr zu verzichten und zog sich in den Stand des Privatmanns zurück, indem er nur seinegeistlichen Gerechtsame als Erzbischof von Negensburg, wo er von nun an wohnte, sich vor-bchielt. Dort starb er auch am I9. Febr. 1817. Sein Neffe, der Herzog von Dalberg, ließihm 1824 im Dom zu Negensburg, wo er beerdigt liegt, ein Denkmal aus carrarischemMarmor setzen. D. war als Gelehrter, als Regent und als Mensch gleich achtungswerth.In allen Besitzungen und Orten, die je unter ihm als Fürsten standen, ließ er Spuren seinerfürsorglichen Thätigkeit zurück, besonders unterstützte er allenthalben dre Armen, verbessertedie Armenanstalten und begründete und erweiterte die Schul- und Lehranstalten; die wissen-schaftliche Thätigkeit der Geistlichen ermunterte er durch Aussetzung von Preisen für die be-sten Arbeiten, die in ihr Fach einschlugen. Noch als Privatmann zu Negensburg, wo ihmselbst oft beinahe Mangel drohte, war er gegen Arme und Hülfsbedürftige wohlthätig.Frankfurt verdankt ihm die schönen Anlagen um die Stadt und auch Aschaffenburg undWetzlar besitzen in dieser Hinsicht bleibende Erinnerungen an ihn. Dem Hochstifte Konstanznützte er durch einen Schuldentilgungsplan, durch Unterstützung der milden Stiftungen so-wie durch Anordnung zu bessern: Feld- und Weinbau. Selbst das Personal deS ehemaligenRcichskammergerichtS ließ er seiner Fürsorge empfohlen sein. Als Erzbischof verrichtete eran Festtagen den Gottesdienst in der Hauptkirche zu Regensburg, seines hohen Alters un-geachtet, persönlich, sowie er jedes andere Geschäft seines Amts mit strenger Gewissenhaftig-keit versah und seinen Untergebenen stets als Muster der Frömmigkeit und Sittenreinheitvorleuchtete, ohne deshalb hart oder unduldsam zu sein. Als Gelehrter und Schriftstellergehörte er unter die ausgezeichnetsten Männer seiner Zeit. Ohne einer bestimmten Parteizu huldigen, nahm er an allen Bestrebungen in der gelehrten Welt Antheil. Sein Umgangmit Herder, Goethe, Wieland, Schiller u. A. befruchtete seinen Geist immer mit neuen Ideenund Ansichten. Seine Schriften betreffen meist Gegenstände der angewandten Moral undÄsthetik und empfehlen sich durch Gründlichkeit der Forschung und durch eine gewinnendeBeredtsamkeit. Wir nennen darunter dieBetrachtung über das Universum" (Franks. 1777;

Aust , 1819); dieGrundsätze der Ästhetik" (Franks. 1791);Von dem Bewußtsein,als allgemeinem Grunde der Weltweisheit" (Erf. 1793);Von dem Einstusse der Wissen-schäften und Künste in Beziehung auf öffentliche Ruhe" (Erf. 1793) undPerikles, überden Einfluß der schönen Künste aufdas öffentliche Glück" (Erf. 1896). Mehre seiner Schrifttcn sind in franz. Sprache abgefaßt. Auch derDeutsche Merkur", dasDeutsche Museum",Die Horen" enthalten manchen schätzbaren Aufsatz von ihm. Obgleich er als ein kräftigerDenker sich gern mit theoretischen Untersuchungen beschäftigte, so zogihn doch dar Praktische,unmittelbar ins Leben Eingreifende noch mehr an; daher waren seine Lieblingswissenschaftten, außer der Kunstphilosophie, die Mathematik, Physik, Chemie, Botanik, Mineralogieund technologische Landwirthschaft. Vgl. Krämer,Karl Theod. von D." (Lpz. 1821 ).

Dalberg (Emmerich Jos., Herzog von), Pair von Frankreich, Neffe des ehemaligenFürsten PrimaS und Sohn Wolfgang Heribert's, Freiherrn von D., gcb. am 39. Mai 1773