18 Dalmatica Dalmatien
collegium ein. Nachdem er 1743 Mitglied der Akademie der Wissenschaften geworden,wurde er >747 königlicher Bibliothekar und 1740 Erzieher des Kronprinzen, l75I in denAdelstand erhoben, 1755 Reichshistoriograph, 1750 Kanzlcirath und starb >763 als Hof-kanzler. Seinen Ruf begründete er 1733 durch die Zeitschrift „Der schwedische Argus", imGeiste des Addison'schen „8,>edator", deren schnelles Aufhörcn damals fast wie ein Reichs-unglück betrachtet wurde. Mehren Satiren, Fabeln, Epigrammen, Liedern, Tragödienund einer Komödie, die er demnächst herausgab, folgte 1742 das epische Gedicht „Dieschwedische Freiheit", das ungemeines Aufsehen erregte, und in welchem er allerdings in sSprache und Versbau eine bis dahin nicht gcahnete Gewandtheit zeigte. Nach seiner An-stellung bei Hofe vergeudete er sein Talent mit werthlosen Gelegenheitsgedichten. Seinekleinern Schriften erschienen unter dem Titel „Vittorkets ardeten" (0 Bde., Stockh. 1761— 67) und besser redigirt, unter dem Titel „koetisüa srlmten" (Stockh. 1782). Auch er-warb er sich einen großen Namen als Geschichtschreiber durch seine ,,8ve» rikeo bistorm"
(4 Bde., Stockh. 1747—62; deutsch, Wism. 1756—63, 4.), die weniger wegen tiefer For-schung und eines gründlichen Quellenstudiums als wegen der gefälligen Darstellung undedlen Sprache mit Beifall ausgenommen wurde. Als Dichter ist D. jetzt völlig veraltet, alsGeschichtschreiber aber noch immer geschätzt. Mehr als Prosaiker denn als Dichter hat erauf die Entwickelung der Sprache gewirkt.
Dalmatica hieß das röm., ursprünglich in Dalmatien gewöhnliche, lange, weißeOberkleid mit weiten Ärmeln, das bei feierlichen Gelegenheiten getragen wurde. Im 2. und3. Jahrh. war es noch wenig gebräuchlich, denn die Kaiser Commodus und Heliogabalwerden noch getadelt, daß sie es öffentlich trugen. Seit Papst Sylvester 1. wurde die Dal-matica Amtstracht der Diakonen der röm. Kirche und über der Alba und Stola getragen.
Sie reicht bis ans Knie und ist jetzt an den Seiten getrennt, während sie früher ganz ge- »
schlossen war. Auch der deutsche Kaiser trug bei seiner Krönung eine Dalmatica, die nebstandern Kleinodien in Nürnberg aufbewahrt wurde.
Dalmatien, das Königreich, ein Küstenstrich am Adriatischen Meere mit den an-liegenden Inseln, die südlichste, an das osmanischc Gebiet reichende Provinz der östr. Mon-archie, nördlich vom karlstädter Kreise der illyrischen Provinz Triest und westlich von Kroa-tien und Bosnien begrenzt. Die Küste durchschneiden viele, vortreffliche Landungsplätzebildende Buchten; hinter diesen steigen Zweige der Dinarischen und Julischen Alpen, wiedas hohe furchtbar gestaltete Vellebit-Gebirge empor, von welchem herab die KüstenflüsscKerka, Cettina und Narenta dem Meere Zustrom«,. Die höchsten Spitzen desselben sindder Monte-santo und Plechewizz», d«ide über 5666 F. hoch. Die Landseen, mit Äusnahmejenes von Wrana, sind periodisch, d. h. sie vertrocknen im Sommer und füllen sich erst imSpätherbst mit Wasser. Ein großer Theil des ganzen Flächenraums besteht aus Moor undSumpf. Dessenungeachtet ist D. ein wasserarmes Land, in welchem zur Sommerzeit oftgroßer Wassermangel eintritt. Zwar mögm ohne Zweifel die dalmatischen Gebirge in ihremInnern große Wasserbehälter bergen; allein der Kalkstein gestattet nicht das Hervortretendes Wassers auf die Erdoberfläche, weshalb es wahrscheinlich in unterirdischen Kanälen demMeere zufließt. D. zählt auf 228 OM., 365666 E. in 17 Städten, 34 Flecken und 865 ,Dörfern. Die vorzüglichsten Ursachen, weshalb die Bevölkerung dieses fruchtbaren, jedochwenig angebauten Landes so schwach ist, sind der übermäßige Genuß hitziger Getränke, dieschädlichen Ausdünstungen der Sümpfe, häufige Auswanderungen und die in das dritteund vierte Glied fortdauernde Blutrache. Die Dalmatier oder Dalmatiner sind übri-gens ein schöner Menschenschlag, kühne Seeleute und, gut angeführt, tapfere Soldaten.Venedigs ehemalige militairische Kraft beruhte vorzugsweise und fast allein auf ihnen.Wol nicht mit Unrecht schildert man sie indeß als hinterlistig und raubgierig; Streben nachUnabhängigkeit ist fast allgemein. Die Landessprache ist die illyrisch-serbische, von Stepha-nowitsch der herzegowinische Dialekt genannt, die Amtssprache dagegen, zumal in Spa- ^latro, die italienische. Die Morlackenoder Morlachen, welche in dem Innern des Landesund in den Gebirgsgegenden, auch im türk. Sandschak Herseck, wohnen, sind ebenfalls vor-treffliche Soldaten, haben aber auch ebenfalls einen entschiedenen Hang zu Räubereien undzum Trünke; doch sind sie gastfrei, wohlthätig und gewissenhaft in Erfüllung ihrer Ver»