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Dalberg (Karl Lheod. Ant. Maria, Reichsfreiherr von)
wo sich auch das Dalbergcr Archiv befindet, und die Dalberg-Dalberg'schc Linie.Aus diesem Geschlcchte verdienen rühmlicher Erwähnung, namentlich als Beschützer deutscherLiteratur und Kunst, Ioh. von D., Kämmerer und seit 1-182 Bischof von Worms, gcb.1115, welcher Vorsteher der von Konr. Celtcs gestifteten 8oci«tas literaris Lbename s«-»Locbüitus Oeitica, die zu Heidelberg ihren Hauptsitz hatte, war, mit Trithemius, Eitelwolffvom Stein und Neuchlin in gelehrtem Umgänge stand und 1503 starb. Dgl. Zapf, „ÜberLeben und Verdienste Joh. von D.'s" (Augsb. 1189). — Wolfgang von D-, Kämmt'rer von Worms, der 1582 Erzbischof und Kurfürst von Mainz ward und 1601 starb. —Adol f, Freiherr von D., gefürsteter Abt zu Fulda, welcher 17 31 die Universität zu Fuldagründete. — Der vormalige Eroßherzog Karl von Dalberg (s-d.) und dessen BrüderWolfg. Heribert von D., Nei chsfreiherr von D. (der Vater Emmerich Joseph's,Herzogs von D.), geb. 1719, bekannt durch seine Liebe zur dramatischen Dichtkunst undseine Verdienste um das unter seiner Leitung so treffliche manheimer Theater, der am 28. Scpt.>806 als bad. Staatsminister zu Manheim starb, und Joh. Friedr. Hugo, Freiherrv ou D., Domcapitular zu Trier, Worms und Speier, gest. 1813, welche beide Freundeund Beschützerder Wissenschaften und Künstewaren. Letzterer zeichnete sich noch insbesondereals Componist und Schriftsteller über Musik sowie als Alterthumsforscher aus und an Er-stern sind Schiller's „Briefe an den Freiherrn F. von D." (Karlsr. 1819) gerichtet.
Dalberg (Karl Thcod. Ant. Maria, Neichsfreiherr von), Kämmerer von Worms,letzter Kurfürst zu Mainz und Erzkanzler, später Fürst Primas des Rheinbunds und Groß-hcrzog von Frankfurt, endlich Erzbischof zu Negensburg und Bischof zu Worms und Kon-stanz, geb. am 8. Fcbr. 1711 zu H e riM eim, war der Sobn FrcMVHMr. Von D.'s, kur-fürstlich mainstschen GehekmrkW^ SNtthalters von Worms und Burggrafen zu Fricdbcrg.D. erhielt im väterlichen Hause eine treffliche Erziehung, ging schon im 15. Jahre auf dieUniversität zu ELllingen, von da nach Heidelberg, wo er 1761 als Doctor der Rechte pro-movirte, und unternahm hierauf zu seiner weitern Ausbildung mehre Reisen. Nach seinerRückkehr widmete er sich dem geistlichen Stande und studirte hierauf Theologie und beson-ders das kanonische Recht in Worms, Manheim und Mainz. Bald ward er Capitularherrbei dem Erzstifte Mainz und Domherr in den Hochstiften Würzburg und Worms. Im I.1772 ernannte ihn der Kurfürst zum Wirklichen Geh. Rath und Statthalter zu Erfurt.Während seines vicljährigen Aufenthalts daselbst zeigte er, bei musterhaftem Fleißc undstrenger OrdnunasliellL-i u seinem Berufe, so Helle Ansichten, so strenge Handhabung desRechts und so liberale und menschenfreundliche Negierungsmaximen, daß der kleine Staatunter seiner segensreichen Thätigkeit sichtbar aufblühtc üstd den Beweis gab für D.'s Tüch-tigkeit zur Leitung wichtiger Angelegenheiten. Dabei war D. unermüdet im Wohlthunund ein eifriger Beförderer der Wissenschaften, Künste und Gewerbe. Er trat mit Gelehr-tcn und ausgezeichneten Schriftstellern in Umgang, zog Künstler und Handwerker in seineNähe, unterstützte aufstrebende Talente und hielt zu dem Ende in seinem cigcpcn Hause Ver-sammlungen, an denen jeder Gebildete Theil nehmen konnte. Die Akademie nützlicher Wis-senschaften zu Erfurt, deren Präsident er wurde, erhielt durch ihn neues Leben und eine zeit-gemäßere Umgestaltung, zugleich erwies er sich selbst durch Mittheilung seiner gelehrten For-schungen und interessanten Vorträge als eins der thätigsten Mitglieder. Durch diese ehren-volle Wirksamkeit zog D. die Aufmerksamkeit Kaiser Joseph's und Friedrich des Großenauf sich, und ihrem Wohlwollen und ihrer Verwendung verdankte er es vorzüglich, daß er1787 zum Coadjrttor des Erzstifts und Kurfürstenthums Mainz erwählt wurde. Balddarauf ward er auch Coadjutor im Hochstifte Worms, 1788 Coadjrttor von Konstanz undErzbischof von Tarsus. JmJ. 1800 gelangte er zur Negierung des Hochstifts Konstanzund nach dem Tode Friedrich Karl's am 25. Juli 1802 wurde er Kurfürst zu Mainz undErzkanzler des Deutschen Reichs. Da in Folge des luneviller Friedens die Besitzungen desKurfürstenthums jenseit des Rhein an Frankreich abgetreten worden waren und bei derneuen politischen Gestaltung Deutschlands im J. 1803 die diesseitigen sacularisirt wurden,so behielt D. die Würde als Reichserzkanzler und ward für Konstanz, Main; und Worms,die an Frankreich abgetreten werden mußten, mit Negensburg, Aschaffenburg und Wetzlarentschädigt. Um mit Papst Pius VII. über die Angelegenheiten der deutsch-katholischen