Daktylus Dalberg (Geschlecht)
steinen an. Im weitern Sinne versteht man unter Daktylologic die Fingersprache ober dieKunst, durch die Finger seine Gedanken auszudrückcn, und in diesem Sinne ist sie verwandtmit der Chirologic, einer Kunst, welche die Alten in der Gesellschaft und auf der Bühne flei-ßig übten. Vgl. Böttiger, „Über die Rechentafeln der Alten" in den „Kleinen Schriften"(Bd. 3) und in der „Sabina" (Bd. l).
Daktylus, eigentlich der Fingcrschlag, ist ein aus einer langen und zwei kurzen Sil-ben zusammengesetzter Versfuß (—^^), der im Allgemeinen Ruhe und Würde zum Grund-charakter hat. Die Verbindung desselben zur rhythmischen Reihe bildet die daktylischeVersart. Als die bekannteste gehört hierher der Hexameter (s. d.), der schon von denältesten Griechen und Römern, namentlich für das Epos oder die Erzählung, häufig ange-wendet und deshalb am frühesten ausgebildct wurde, und nächst diesem der Pentame-ter (s. d.). Außerdem finden wir besonders in der lyrischen Poesie Beimischungen dakty-lischer Rhythmen, wie in der Sapphischcn, Alkäischen und Alsklepiadeischen Strophe. (S.Adonisch und Alkman.) Die neuern Dichter, wie Klopstock und Voß, haben mit Zuziehungdes daktylischen Verses ganz neue Versacten gebildet. Den vielfachen Gebrauch aber unddas Wesen der daktylischen Rhythmen in den dramatischen Werken der Griechen und Rö-mer sowie der neuern Zeit zu bestimmen, ist eine specielle Aufgabe der Metrik.
Dalagoa (die Bai von), eine der geräumigem und wichtiger» Baien an der OstküsteAfrikas unter dem 26° 4^ südl. B. und 50° 35^ östl. L., wird vom Indischen Occan gebildetund trennt das Küstenland der Kaffem von dem von Sofala oder dessen südlichen TheileJnhambane. In dieselbe münden mehre Flüsse, z. B. der Espiritu-santo, der Lorenzo u. s. w.,und vor ihr liegen einige kleine Inseln,^. B. die Insel Santa-Maria und die Elefanteninsel.Dalai-Lama oder Talai-Laina^ s. Lama.
Dalarnc, s. Dalekarlien.
Dalayrac (Nikolas), franz. Componist, gcb. zu Muret in Languedoc am 13. Apr.1753, aus einer adeligen Familie, nahm 1774 in Paris bei der Garde Dienste, wurde aberhier sehr bald durch die Opern, die er besuchte, der Musik und dramatischen Kunst zugeführt.Er studirte hierauf die Composition unter Langte und machte sich zuerst 1778 durch die Mu-sik zu dem von einer Freimaurerloge dem berühmten Franklin gegebenen Feste bekannt.Den Hoffnungen, die er durch solche erregt, entsprach besonders seine Oper „kdix>8e totale"(1782). Seitdem lieferte er mehr als 50 Opern für das lIieLtr« Realem,, unter denennicht allein in Frankreich sondern auch auf deutschen Bühnen „Riimerose", „Lro»»»",„Res cleux petits Luvo^srcls", „Csmille", „Aluiz^a ü venölre" und „Ranul <le OePii"den meisten Beifall fanden. In der Composition der Oper „ldliua" wurde er von Paiüellound in der d«s ,^argino" und der „Samilla" von Paer übertroffen. Er starb am 27. Nov.1809. Seme Werke empfehlen sich weniger durch Originalität als durch Naivetät, An-muth und Zartheit der Empfindung. Ausgezeichnet ist er in den anmuthigen Melodien sei-ner Canzonctten, Couplets und Vaudevilles. Sein Leben beschrieb Pixere'court (Par. 1810).
Dalberg, früher Dalburg, ein altes, edles Geschlecht, welches im 17. Jahrh. inden Ncichsfreih'errnstand erhoben wurde und dessen Mitglieder seit den frühesten Zeiten daSErbkämmcreramtdcsHochstifts Worms bekleideten. Schonim frühesten Mittelalter wird einHeribert, Kämmerer von Worms, erwähnt, der 1002 Kaiser Heinrich II. krönte und un-ter die Zahl der Heiligen versetzt wurde. Als der Stamm in männlicher Linie mit Antonvon D. erlosch, pflanzte Greta von D. durch ihre Verheirathung mit dem Ritter Ger-hard, Kämmerer von Worms, das Geschlecht fort, die Dalberg'schcn Güter gingen auf ihnüber, und er fügte dem Dalberg'schcn Namen, Schild und Helm dem seinigen bei. Die Ver-dienste der Urahnen und das Ansehen der Dalberge war so groß, daß bei jeder deutschen Kai-scrkrönung der kaiserliche Herold rufen mußte: „Ist kein Dalberg da?" worauf der anwe-sende Dalberg vor der neugekrönten Majestät sein Knie beugte und von ihr den Ritterschlagals erster Neichsritter empfing. Napoleon suchte, nach dem Erlöschen der deutschen Kaiser-Würde, 1806 das Andenken an diese ehrwürdige Ceremonie fortzuerhalten und setzte fest,daß der Ritterschlag der Dalberge künftig ein Attribut der franz. Kaiserwürde sein und vorFrankreichs Throne derselbe feierliche Act stattfinden sollte. Das Geschlecht thcilt sich gegenwärtig in die Dalberg-Hernsheimer, von dem PfarrdorfeHernsheim bei Worms,