Dairi Daktylologie 13
Menschen, meist Gefangene, geopfert, wie dies im ganzen Aschantireichc Gebrauch ist, undman achtet es für eine Ehre, wenn der König selbst bei solchen Gelegenheiten den Scharf,richter abgibt. So wurden bei einem Königsfcstc im J. >836 5—660 Unterthancn zurFeier des Tages geschlachtet, einige enthauptet, andere, die man von einer hohen Mauer her-abstürzte, unten auf Bayonnetten aufgefangcn. Die Dahomicr kennen keine Buchstaben-schrift, und ihre Sprache hat nicht so viel Nasen - und Kehltöne wie die der weiter westwärtswohnenden Nationen.
Dairi oder Daira heißt der geistliche Herrscher in Japan (s. d.).
Daktylioglyphik oder Daktyliographik, s. Steinschneidekunst.
Daktyliothek nennt man eine Sammlung von geschnittenen Steinen, wie Cameen,Gemmen und Ningstcinen. Als früheste Sammlungen dieser Art darf man die Tempel-schätze ansehen, aus Weihgeschenken gesammelt, unter denen, wie Urkunden darthun, auchRinge vorkamen. Als in Alexanders Zeitalter die Kunst, Edelsteine zu bearbeiten, großeVollkommenheit erreicht hatte, mag die Liebe, sie zu sammeln, sich entschiedener entwickelthaben. Einer Daktyliothek des Mithridatcs wird ausdrücklich gedacht, und vorzugsweisewar es dieser Schmuck, der die Raubsucht der Römer reizte. Pompejus, von seinen Schmeich-lern der Große genannt, brachte des Mithridatcs Sammlung nach Rom, stellte sie im Ca-pitol auf und weihte sie dem Jupiter; eine ungleich größere veranstalteten Cäsar als Dikta-tor im Tempel der Venus Genitrix und unter August M. Marcellus im Tempel des palati-nischen Apollon. Als im verfallenden röm. Reiche neben vielen andern Zweigen der Sculpturauch die Glyptik außer Übung kam, rettete fromme Prunksucht bedeutende Werke dieser Art,um damit Kleinodienkästen, Heiligenschreine und KirckskWssaffe zu schmücken. Petrarca'sBegeisterung ssir Überreste alter Kunst machte zuerst in Italien auch auf jene als selbstän-dig werthvolle Kunstproducte des Alterthums aufmerksam. Die Mediceer, namentlich Lo-renzo de' Medici, waren es unstreitig, die die erste Daktyliothek im neuen Europa sammelten.Seitdem gehörten aber geschnittene Steine zu dem Schmucke jeder bedeutenden Antikensamm-lung, und Florenz, Rom, Neapel, Mailand, Mantua, Pesth und das Schloß Ambras hat-ten werthvollc Schätze dieser Art aufzuweisen, die indeß zum Theil wieder zerstreut wordensind. Gegenwärtig sind die wichtigsten öffentlichen Sammlungen geschnittener Steine diezu Wien, die reichste an sehr großen Cameen von unschätzbarem Werthe, die zu Paris, zu Pe-tersburg, im Haag, in Florenz und Neapel, letztere insbesondere bereichert durch das ehemalsBorgia'sch? CLbMt. Unter den Sammlungen gcringern Umfangs, wohin auch die kasfelerund die gothaische gehören, verdient kM Museum in Berlin besondere Erwähnung wegender mit demselben vereinigten Stosch'schen Sammlung. Der umfassendste Katalog gescheut-tener Steine ist der von Raspe, über eine vomPastenhändlerTassie (nichtPassie) verkauftenSammlung (2 Bde., Lond. 1701, 4). In Kupferstich wurden abgebildet die florcntinerSammlung von Gori in dem „Nuseum llnrentinum", sowie von Wicar und Mongez; diefrüher» pariser von Mariette, die des Herzogs von Orleans von Leblond und Lachaux und diewiener von Eckhel in Abbildungen herausgegeben. Nächstdem sind noch zu erwähnen die Ab-bildungen der Sammlungen von Odescalchi, Gravelle, Stosch, Bossi und dem Herzoge vonMarlborough. Bellori stellte im Kupferstich Bildnisse von Philosophen und andern Gelehr-ten, Chifflet Abraxassteine, Eori Steine mit Sternen, Ficoroni Steine mit Inschriften,Stosch Steine mit dem Namen der Künstler zusammen. Wie schön aber auch mehre dieserAbbildungen sind, so gebührt doch den Abdrücken oder Pasten (s. d.) der Vorzug, die daswichtigste Hülfsmittel für das Studium dieses Zweigs der Antike abgeben. Unter denSammlungen solcher Abdrücke, die man ebenfalls Daktyliotheken nennt, ist die von Lip-pe r t (s. d.) die berühmteste.
Daktylolögie vderDaktylonomie ist die Kunst, an den Fingern zu rechnen, of-fenbar die älteste Art des Rechnens, deren man sich nicht nur beim Erlernen sondern auchim gewöhnlichen Leben bediente. Man gebrauchte hierzu die Finger an beiden Händen, umdurch Bildung verschiedener Figuren Zahlen auszudrücken und zwar auf diese Weise, daßdie linke Hand die Zahl von I — 100, die rechte dagegen die Hunderte u. s. w. articulirte.Durch diese künstliche Fingerrechnung ward das dekadische Rechensystem zuerst begründet.Wollten die Alten aber genauer rechnen, so wendeten sie die Rechentafel mit den Rechen»