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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
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10 D'Aguesseau

ist man nun auch dahin gelangt, chic Lichtbilder thcils durch galvanoplastische Copirung inKupfer (Steinheil), theils durch Atzung mittels Salpetersäure (Berres) für die unmittel-bare Vervielfältigung durch Druck zu benutzen, ein Fortschritt, der, namentlich zusammen-gehaltcn mit dem Umstand, daß auch künstlich stark beleuchtete mikroskopische Bilder sichabbilden lassen, besonders für naturwissenschaftliche Anwendung der Methode wichtig werdenkann. Die schwierigsten Gegenstände für die Abbildung bleiben immer belebte Körper,welche entweder steif auSfallen, wenn man sie zur Ruhe zwingt, oder undeutlich, wenn siesich während der Lichteinwirkung bewegen. Hier kommt es also darauf an, die Lichteinwir-kung bis zu einer solchen Schnelligkeit zu steigern, daß man die Bilder so zu sagen im Flugeerhaschen kann. Durch Verbesserung der (Xmiera und Anwendung von Chlor- und Brom-jod statt des Jodes ist hierin schon sehr viel geschehen; neuerdings soll Daguerre durchAnwendung elektrischer Funken die Empfindlichkeit so erhöht haben, daß ein Moment derLichteinwirkung hinrcicht. Da indessen ersahrungsmäßig bekannt ist, daß eine zu langefortgesetzte Lichteinwirkung die Bilder wieder zerstört und zuletzt in negative umwandelt, sowächst mit der Schnelligkeit des Verfahrens natürlich auch die Schwierigkeit, die günstigsteDauer der Lichtwirkung, die sich nach der Stärke der Beleuchtung u. s.w. abändcrt, in jedemFalle genau zu treffen.

Was die theoretische Erklärung anlangt, so suchte man früher allgemein das Erscheinender Dagucrre'schen Lichtbilder durch Quecksilberdämpfe auf die Weise zu erklären, daß dieoberflächliche Jodsilbcrschicht stellenweise durch das Licht reducirt werde, nachher also nur ander Stelle das Quecksilber anziehcn könne, wo auf diese Art Silber bloßgelegt sei, währenddie unzersctzten Stellen frei bleiben. Man hat jedochchci genauerer Untersuchung aller Vor-gänge neuerdings gefunden, daß die Daguerre'sche Methode von der Talbot'schen darin we-sentlich verschieden sei, daß cs hier auf eine chemische Zersetzung nicht ankomme, sondern blosauf eine verschiedene Fähigkeit der Oberflächen, Dämpfe zu condensircn, also auf einen reinmechanischen Act. Diese mechanische Veränderung der Oberflächen schreibt Moser einer be-sonder!! neuentdcckten Classe der Lichtstrahlen, dem unsichtbaren Lichte, zu, während Knorrund Hunt sic auf strahlende Wärme zurückführcn, und nach Waidelc nur adhärirende Schich-ten von Gasarten im Spiele sind. Diese theoretische Frage ist jedoch noch keineswegs zum Ab-schlüsse gediehen. (S. Licht.) Sowie die Daguerrcotypic, so jung sie ist, schon zu Bildungeines ganz neuen Erwerbzweiges und zu Entstehung des Standes der Dagucrreotypistcn ge-führt und manchen unter diesen Leuten viel eingebracht hat, so sind auch bereits unzähligeBroschüren über diesen Gegenstand erschiene n, tz ialedock zum größten Theile sehr empirischeund fehlerhafte Anleitung^ geben. Vollständige halbjährige Übersichten über die Fortschritteder Photographie gibt seit 1839 da§Polytechnische Centralblatt".

D'Aguesseau (Henri Franc.), ein in den Jahrbüchern der franz. Gesetzgebung derBeredtsamkeit ausgezeichneter Mann, gcb. zu Limoges am 7 . Nov. 1608 , erhielt durchseinen Vater, welcher Intendant von Languedoc war, den ersten Unterricht und zeigte schonfrüh die glücklichsten Anlagen. Der Umgang mit Racine und Boileau bildete sein Talentzur Dichtkunst. Er widmete sich dem Studium der Rechte, ward 1690 Eencraladvocat inParis und in einem Alter von 22 Jahren Generalprocurator des Parlaments. Als solcherbewirkte er viele Verbesserungen der Gesetze und Rechtspflege und nahm sich besonders derVerwaltung der Hospitäler an. Vorzüglich wohlthätig zeigte er sich bei einer Hungcrsnothim Winker 1709 , wo er alle ihm zu Gebote stehende Mittel anwandte, um das Elend zumildern. Als standhafter Vcrtheidiger der Rechte des Volks und der gallicanischen Kircheverwarf er die Beschlüsse Ludwig's XI V. und des Kanzlers Voisin zu Gunsten der päpstlichenBulle läuij-Lnitus. Während der Regentschaft des Herzogs von Orleans wurde er 1717Kanzler, fiel aber, weil er sich Law's (s. d.) unheilbringendem Finanzsysteme widersetztc, imfolgenden Jahre in Ungnade und zog sich auf sein Landgut zu Frcsncs zurück. Als indeßschon nach zwei Jahren Law das Misvergnügcn ganz Frankreichs erregt hatte, wurde D.,der die Liebe des Volks besaß, um das allgemeine Murren zu stillen, in seine vorige Würdewieder eingesetzt. Doch er war nicht mehr der Vorige; er gab seine Einwilligung zu unhalt-baren und verderblichen Planen und sogar dazu, daß das Parlament, als es diese Planeverwarf, nach Pontoise verwiesen wurde. Dessenungeachtet wurde er, weil er sich dem Car-