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4 (1845) D bis Entern
Entstehung
Seite
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Daguerreotypie 9

Die zweite Methode, deren Anfänge durch Niepce sich bis 1813 zurückführen lassen, wurdeseit 1826 von diesem Niepce, der 1833 starb, aber einen Sohn als Nachfolger hinter ließ, inVerbindung mitDaguerre im Stillen ausgcbildet und erst 1838, nachdem auf Verwendungder Akademie die franz. Kammern ihm eine Pension bewilligt hatten, trat Daguerre damitin einer Form hervor, welche bereits die ersten Anfänge weit hinter sich ließ. Seit dieser Zeithat man sich so vielfach mit Ausbildung dieser Methode beschäftigt, daß cs nicht möglich ist,alle Namen zu nennen, welche in der Geschichte dieser Erfindung genannt zu werden ver-dienten. Was die Talbot'sche Methode auf zubereitetem Papier erzeugt, das führt die Da-guerreotypie auf blanken Silbcrplatten aus, und es lassen sich hier wesentlich dieselben Sta-dien verfolgen, wie dort. Zuerst muß die Silbcrplattc (auch reichen stark mit Silberplattirtc Kupferplatten hin, wie sie jetzt in allen Formaten, besonders von Paris aus, in denHandel kommen) sehr sorgfältig in der Art gereinigt werden, daß man eine absolut ebene undin allen Punkten vollkommene reinmetallische Silberfläche hat. Man hat vielleicht diedctaillirten Vorschriften, wie dieses Putzen der Platten mit verdünnter Salpetersäure, Öl,Tripel und Baumwolle in einer bestimmten Reihenfolge geschehen soll, etwas übertrieben,indessen ist es immer besser, in diesem Punkte eher etwas zu genau zu sein. Die gereinigte Sil-berplatte muß mit einer gegen die Lichteinwirkung empfindlichen unendlich dünnen Schichtüberzogen werden. Ursprünglich setzte man zu dem Ende die Platte nur den Joddämpfenaus, um einen Überzug von Jodsilbcr, von blaßgelber Farbe, zu erzeugen; cs geschah dies inbesonder« neuerdings sehr vereinfachten Apparaten. Jetzt weiß man, daß Chlorjod und Brom-jod noch weit empfindlichere Überzüge bilden und setzt daher die Platten die erfoderliche Zeitüber einer mit den Dämpfen dieser Substanzen bei gewöhnlicher Temperatur geschwängertenAtmosphäre aus/ oder wäscht ste stwl äüch^anut. Diese so zubereiteten Platten müssen dannin einem dunkeln Kasten aufbewahrt werden. Will man nun ein Bild irgend eines Gegen-stands aufnchmen, so stellt man die Camera ohscurs, welche mit der die Lichtmenge außer-ordentlich vergrößernden Voigtländer'schcn Objectivcinrichtung versehen sein muß, auf diebekannte Weise so ein, daß auf einer cingespanntcn matten Glastafel das vollkommenste Bilderscheint, bringt dann die Silberplatte an die Stelle der Glastafcl und läßt sie die gehörigeZeit darin. Früher waren zum Erscheinen des Bildes mehre Minuten nöthig, mit den jetzi-gen vervollkommneten optischen Apparaten und empfindlichen Platten reichen oft einigeSecunden schon hin. Die Platte wird dann herausgcnommen; man sicht noch keine Spureines Bildes; Ke avird hierau f in einem geschlossenen Apparate der Einwirkung von Queck-silberdämpfen ausgefttztusi^lese condensueli sich nun in so verschiedener Weise auf den vomLichte mehr, weniger oder gar nicht veränderten Stellen, daß dadurch ein positives Bild desGegenstands hervortritt. Ist dies geschehen, so fixirt man das Bulb, entweder einfach durchAbwaschen mit Kochsalzlösung oder unterschwcfligsaurem Kali, oder zu Erzeugung einesbräunlichen, für manche Gegenstände vortrefflich paffenden Tons, nach Fizcau, durch Wa-schen mit einer verdünnten Auflösung von Goldchlorid. Die Bilder erscheinen bei der Da-guerrc'schcn Methode, sobald die Lichteinwirkung nicht über den gehörigen Grad ausgedehntwird, stets positiv, da sich das Quecksilber, welches die Hellen Stellen bildet, an den Punktenabseßt, welche durch das Licht verändert waren; unter dem Mikroskop sieht man alle Licht-stellen nach Maßgabe ihrer Helligkeit mehr oder weniger dicht mit außerordentlich klei-neu, ziemlich fest adhärirenden Quecksilbertröpfchen bedeckt, während die tiefsten Schattendurch die reine Silberfläche gebildet werden. Diese Beschaffenheit des Bildes hat erstensden Nachtheil des Spiegelns der Schatten zur Folge, den man jedoch durch die Fixation mitGold, wodurch die Schatten matter werden, ziemlich beseitigen kann, und zweitens sind dieBilder natürlich vergänglich. Letzteres ist jedoch nicht in einem so hohen Grade der Fall, alsman früher glaubte, und cs hat sich gezeigt, daß man solche Bilder recht wol mit Firnissenüberziehen, ja selbst coloriren kann, welche letztere Verbesserung namentlich für das Portrai-tiren bereits sehr glücklich ausgebeutet worden ist. Denn, wenn auch nicht zu leugnen ist,daß die Einwirkung des gefärbten Lichts eine verschiedene und in der That erfahrungs-mäßig das Colorit der abzubildcnden Gegenstände von großem Einfluß auf das Gelingen ist,so hat man doch bis jetzt noch keine unmittelbar gefärbten Lichtbilder erzeugen können, undnur hier und da einmal sind zufällig einige Localtöne zum Vorschein gekommen. Neuerdings