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4 (1845) D bis Entern
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8 Daguerreotypie

mit Lichtbild überhaupt zu brauchen. Daß das Licht auf eine große Anzahl Stoffe chemischcinwirkt und sie dabei, am häufigsten zunächst in Bezug aufdie Farbe, verändert, ist eine längstbekannte Thatsache; die auffallendsten Beispiele davon liefern einerseits die am Lichte blei-chcnden Pflanzenfarbstoffe, andererseits gewisse leicht reducirbare Verbindungen mehrer Me-tallc, insbesondere des Silbers. So färben sich die Silbersalzc, ursprünglich weiß oder gelb,im Lichte alle dunkel, und man hat diese Färbung bis auf die neueste Zeit allgemein einer che-mischen Zersetzung zugeschriebcn. Eine ziemlich vollständige Übersicht der durch das Licht ver-änderlichen Körper gibt Landgreb» in der SchriftÜber die chemischen Wirkungen des Lichts"(Mark, l 83-1). Hängen nun jene Wirkungen wirklich allein von dem Lichte ab, so müssen sieauch der Intensität des Lichts proportional sein. Denkt man sich also eine mit irgend einerdurch das Licht verändcrlichen'Substanz überzogene Fläche an die Stelle des Papiers in dieOiulierÄ obscur» gebracht, oder mit einem an verschiedenen Stellen in verschiedenem Gradedurchsichtigen Körper bedeckt, so müssen die auf jener Fläche, der Lichtwirkung proportional,eintrctenden Veränderungen ein Bild des in der 6->moru aufgenommenen oder auf der Be-deckung befindlichen Gegenstandes darstellen, natürlich nicht in Farben sondern nur in Ver-thcilung von Schatten und Licht. Diese Betrachtungen führten zu der ältern photographi-schen Methode, welche man nach Dem, der sich am meisten damit beschäftigt hat, die Tal-bot sche nennen kann. Außer Talbot haben noch Kobell, Steinheil, Enzmann, Petzholdt,Fyfe, Biot u. A. Versuche über diese Methode angcstellt. Alle bedienten sich dabei des miteinem Silbersalze getränkten Papiers; nur Mungo Ponton hat das chromsaure Kali inVorschlag gebracht. Es kommt bei dieser Methode zuerst darauf an, das geeignetste Silber-salz aufzufinden. Früher bediente mau sichpMtLHliL§hlorsilbers, welches man aber, da cSunauflöslich ist, in dem Papiere selbst erzeugen mußte, indem man dasselbe erst mir salpeter-saurem Silber tränkte und dann mit Kochsalzauflösung behandelte. Später kam man ansdas phosphorsaure Silber und nach Talbot auf das Jodsilber, beide auf ähnliche Art durchTränkung des Papiers mit salpetersaurcm Silber und nachherige Behandlung mit phos-phorsaurem Natron oder Jodkalium in dem Papier selbst erzeugt. Ganz neuerdings ist mannun zu der Überzeugung gekommen, daß Säuren organischen Ursprungs die Emfindlichkeit,nämlich die Reducirbarkeit des Silbersalzes, besonders erhöhen. Man hat zu dem Endehauptsächlich gallussaures und citronensaures Silber empfohlen. Das kapier esic>t)pe vonTalbot, welches man meist als den Culminationspunkt dieser Methode ansieht, wird nun sobereitet, daß man feinstes Postpapier gleichmäßig mittels einer Bürste mit salpetersaurerSilberauflösung tränkt, nach dem Tr ocknen mil ^^-Auflösung von Jodkalium wäscht undim Dunkeln aiisbem.i hrkL i»»- um ^Anwendung wäscht man es mit einer Auflösung vonsalpeteffgur««, Silber, der etwas Gallussäure und Essigsäure zugrseht ist, zieht es durchdcstillirtes Wasser und bringt eS in die Oamera «bsoira, oder bedeckt cS mit dem zu copi-rendcn Kupferstiche u. s.w.; hat dasLicht lange genug eingewirkt, so nimmt man es heraus,wäscht es wieder mit der genannten Auflösung und läßt eS schnell trocknen, worauf dasBild erscheint. Alle Bilder nach diesen Methoden erscheinen natürlich ursprünglich wider-sinnig (negatip), d.h. wo im Original Schatten ist, zeigt sich das Bild hell, und umgekehrt; umrichtige (positive) Bilder zu haben, muß man also das erste nochmals copiren. Nur Herschelhat kürzlich unter dem Namen derChrysotypie eine Methode angegeben, sogleich richtigeLichtbilder auf Papier zu erhalten. Er tränkt Papier mit citroncnsaurem Eisenoxydammo-niak, läßt dasLicht einwirken, behandelt dann mit einer neutralen verdünnten Goldauflösung,wäscht mit Wasser und firirt durch Jodkaliumlösung. Die Bilder erscheinen in Gold ausweißem Grunde. Das hervorgebrachte Bild ist nun aber auch zu firiren, d. h. man mußdas Silbersalz von den Stellen, wo es unverändert geblieben ist, wieder wegschaffkn, weilsonst die ganze Fläche mit der Zeit am Lichte schwarz wird. Dazu können Ätzammoniak, Auf-lchungen von Kochsalz und von unterschwefligsaurem Kali, Jodkalium und Bromkaliumdienen. Talbot firirt neuerdings seine Bilder mit Bromkaliumauflösung. Je nach der Naturdes angewendcten Silbersalzes und Fixationsmittels lassen sich solche Lichtbilder in sehr ver-schiedenen Tönen von braun, violett, grau und schwarz erzeugen; die mit chromsaurem Kalierscheinen weiß auf gelbem Grunde, oder umgekehrt. Dergleichen Bilder halten sich sehr gut;sie stehen aber an Vollkommenheit den eigentlichen Daguerreorypen weit nach.