' 4 DachS Dacier (Andre)
kommen und bediene sich starker Glasplatten (Glaspfannen), welche mit den Ziegeln inderselben Flucht verlegt werden und ihrem Zwecke vollkommen entsprechen.
Die Dachdeckungsmaterialien sind sehr verschieden und richten sich einerseitsnach den verschiedenen Ländern, andererseits nach der Dachconstruction. In früher Zeitwurden Steinplatten, bei Tempeln Marmorplatten dazu verwendet, bis spater die Ziegel-dächer (s. Ziegel) aufkamen. Auch der Schieferplatten bediente man sich früher häufig undnoch jetzt zum Dachdecken; doch haben die Schieferdächer den Nachtheil, daß sie leichtverwittern und abspringen und daß bei Feuersgefahr der Schiefer glühend wird, springt undweit umherfliegend, das Feuer weitewerpflanzt. Die früher sehr gewöhnlichen S chindel-,Stroh- und Rohr d ach er sind jetzt ihrer Feuergefährlichkeit wegen in vielen Ländern ver-boten. Eine Abart der letztem sind die Lehmschindeldächer, wo das Stroh mit Lehmgemischt auf das Dach geschlagen wird. Um Leichtigkeit, Eleganz und Feuerficherheit zu er-langen und zugleich die Dächer möglichst flach halten zu können, verfiel man auf die Metall-dächer. Zuerst bediente man sich dazu des Bleis, das aber zu stark au der Luft oxydirte undüberdies das Dach zu sehr belastete; dann des Kupfers, das aber zu kostspielig war, und des-halb später des Eisenblechs, indem man das Oxydiren desselben durch einen Ölanstrich zuverhüten wußte. Auch Gußeisenplatten hat man hier und da mit Erfolg zur Eindeckungder Dächer verwendet. In der neuesten Zeit ist der Zink vielfach zum Dachdecken verwen-det worden und hat die vortheilhaftesten Resultate geliefert. Der Zink ist nicht zu schwer,vxydirt an der Luft wenig und widersteht den klimatischen Einflüssen sehr gut, doch muß ersorgfältig bearbeitet werden, da er kalt brüchig ist; auch müssen die Nagelköpfe wohl ver-wahrt werden, da beim Zutritt von FeuchtiükLil.Zr.o rt, wo beide Metalle fick berühren, einegalvanische Wirkung entsteht, welche den Zink zersetzt. ,
Dachs, ein Säugthier aus der Familie der Bären, ist von oben aschgrauer, von un-ten schwarzer Färbung und von nächtlichen, ungeselligen Gewohnheiten. Im Mittlern Eu-ropa und Nordasien viel verbreitet, bewohnt der Dachs sehr künstlich angelegte unterirdischeBaue, die er nur des Nachts verläßt, um auf kleine Thiere Jagd zu machen. Früchte undangebaute Wurzeln frißt er blos im Nothfalle, richtet aber durch Ausgrabung der letztemvielen Schaden an. Den Winter verbringt er schlafend. Sein Fleisch ist süßlich, aber eßbar,sein Fett zu Pomaden brauchbar und sein Fell geschätzt; das lange Nückenhaar desselbenwird zu Malerpinseln verarbeitet.
Dacien (vscis) begriff als röm. Provinz das Land zwischen der Theiß, Dvmm,1srmPruth, obern Dnjester unddenKarx>-ittn. al so da s - ölilicke ttn aarn. Siebenbürgen, die Wala-chei, die westliche Molda u- und wie Bükowinain sich. Die Bewohner dieses Landes, dieD -ie ssr t^ E^ble in mekre Völkerschaften zerfielen, gehörten ebenso wie die Geten (s. d.)zu dem thrazischen Völkerstamme und waren vom Süden der Donau her schon vor Alexan-ders Zeit cingewandert. AuS den Ebenen zwischen der Theiß und Donau, die sie anfänglichauch inne hatten, wurden sie durch die Jazygen gedrängt. Durch häufige Einfälle in dasGebiet der Römer, namentlich unter Decebalus (s. d.), machten sie sich diesen gefährlich,bis sie von Trajan in zwei Kriegen lOI —IW n.Chr. unterworfen wurden, der ihre Haupt-stadt Sarmizegethusa eroberte und in das zur röm. Provinz umgebildete Land zahlreiche röm.Kolonisten einführte. Nur in den nördlichen Gebirgen erhielten sich freie Dacier. Im 3.Jahrh. wurde D. von Germanen überflutet; Aurelianus gab daher im I. 274 die Pro-vinz auf und versetzte die röm. Colonisten über die Donau nach Mösien, das von ihm vacisrsi,en8is genannt ward. Im 4. Jahrh. hatten den östlichen Theil D.s di« Gothen undNoxolanen, den westlichen die Sarmaten erobert. Die beiden letztem'blieben unter denalten Einwohnern des Landes, den Dauern, welchen die Römer die lat. Sprache aufgedrun-gen hatten, und aus der Mischung dieser Völker, sind die heutigen Wlachcn, deren Spracheeine romanische ist, entstanden.
Datier (Andre), franz. Philolog, geb. zuCastres in Oberlanguedoc am V.Apr. 1651,von protestantischen Altern, studirte zu Saumur unter dem berühmten Tannegui Lefevre.Nach dem Tode desselben, 1672, ging er nach Paris, wo er vom Herzoge von Montansterden Auftrag erhielt, den Festus (Par. 1681, 4.) zum Gebrauch des Dauphins (in umml)e>i>bin>) herauszugeben. Gleiche Neigung zu den Wissenschaften knüpfte zwischen ihm und