§8 Czerny
-Lrllfahrtsort rn Polen und in allen slawischen Ländern berühmt. Es erhebt sich auf einerdie Gegend beherrschenden Anhöhe der Warthe, dem Klarenberge, Jasnagöra genannt,unfern der schles Grenze. In des'reich dotirten Klosterkirche befindet sich das berühmteschwarzbraune Marienbild, das zur Verehrung der schwarzen Madonna bei dem ganzenpoln. Volke Veranlassung gegeben hat. Es ist wahrscheinlich byzantin. Ursprungs, nach derSage ist es von Lucas selbst gemalt, im Besitze der heil. Helena gewesen, dann durch de»russinischen Fürsten Laon nach Belz in Galizien gekommen und endlich >382 von dem Her-zoge von Oppeln, Wladyslaw, der das Kloster zu C. gründete, hierher gebracht worden, um csvor den Tataren zu schützen. Das Bild erlangte einen Namen, als es von den Hussiten ge-ra>' t» die ihm eine noch sichtbare Verletzung beibrachten, nachher aber auf wunderbare Weisezurückgebracht worden sein sollte. Im I. 1620 wurde das Kloster mit einer hohen Mauerumgeben und mit Geschützen versehen. Besondere berühmt ward es dadurch, daß im I- >655das Heer des schweb. Königs Karl Gustav, der bereits ganz Polen in seiner Gewalt hatte,vor C. den einzigen Widerstand fand, und die Besatzung, die aus 70 Mönchen und l 50 Sol-daten bestand, l 0000 Schweden und einem Thcile des mit diesen vereinigten poln. Heersgegenüber eine 38tägige Belagerung unter dem Schutze der Jungfrau, wie man glaubte,glücklich aushielt. Später verlor C. seine militärische Wichtigkeit, und Kaiser Alexanderließ, nachdem es >813 an Rußland gefallen war, die Festungswerke abtragen. Am Fußedes Bergs liegen Alt-und Neu-Czenstochau, zwei Städtchen, die sich besonders durchden Handel mit Heiligenbildern und Amuletten ernähren.
Czerny (Georg), eigentlich Karadjordje, d. i. schwarzer Georg, Petrowicz,Anführer der Skrbier im Kampfe für ihre Freiheit, geb. >770 in der Nähe von Belgrad,ermordete schon als Jüngling aus Haß gegen die Unterdrücker seines Vaterlandes einen Mu-selmann. Deshalb flüchtig geworden, trat er in östr. Kriegsdienste und wurde später Unter-offizicr. Als er aber auch hier in der Hitze des Streits seinen Hauptmann erschlagen, sah ersich zur Rückkehr nach Serbien genöthigt und lebte hierauf auf seinem Gute in dem DorfeRainemika im belgrader Districte. Durch sein nicht unbedeutendes Vermögen gereizt, plün-derte eine Janitscharenbande im Aug. >80> seine Wohnung und nöthigte ihn zur Flucht.Sofort stellte er sich, in offener Opposition gegen die türk. Behörden, an die Spitze eines be-waffneten Haufens, der sich von Tag zu Tage mehrte. Indem er beim Großsultan über dasBenehmen der gegen diesen selbst ungehorsamen Janitscharen und der türk. BefehlshaberKlage führte und die Bewaffnung der Serbier als eine nothwendige Folge dieses gesetzwidriggen Benehmens darstellte, verstärkte er, unter Begünstigung der Pforte, sein Heer sehr baldauf 30n00 M. Hierauf foderte er vom Großsultan, Serbien unter einen griech. Hospodarzu einem selbständigen Fürstenthume zu erheben, und da das nicht geschah, begann er denKampf gegen die Pforte selbst. Er eroberte im Dec. 1804 die Festung Schabaz, schloß Bel-grad ein und schlug, als die mit der Pforte eingeleitetcn Unterhandlungen zu keinem Resul-tate führten, zu Anfänge des I. > 806 die zahlreich auf Serbien cindringenden Türken anden Flüssen Drina und Morawa. Auf alle Weise von Rußland unterstützt, eroberte er imDec. >806 auch Belgrad. Nach dem Waffenstillstände zu Slobosje am 8. Juli 1808 wurdeer vom Volke zum Oberhaupt erwählt und von der Pforte als Fürst von Serbien anerkannt,von Rußland aber zum Generallieutenant im russ. Heere ernannt. (S. Serbie n.) UnterRußlands Schutze behauptete er sich, bis dieses durch die franz. Kriegserklärung sich genö-thigt sah, Serbien sich selbst z>' überlassen. Mit größter Erbitterung und mit abwechselndemGlücke begann im Juli 1813 dec Kampf der Serbier gegen die Pforte, der nach vier Mona-ten durch die Übermacht der Türken zu deren Gunsten endete. C. floh nach Rußland undlebte dann einige Zeit in Ostreich. Inzwischen hatte die serbische Nation unter Milosch Obre-nowicz's Leitung ihre Freiheit errungen. Üm Serbien von neuem unter die Waffen zu rufenoder, wie Andere meinen, um verborgene Schätze zu holen, wagte C-, im Juli 1817 dahin zu-rückzukehren. Aufgegriffen, büßte er sein Unternehmen mit dem Leben, indem der FürstMilosch,-dem er als Nebenbuhler gefährlich schien, ihn von seinen eigenen Landsleuten er-mordenließ.— Sein zweiter Sohn, Alexander Karadjordjewicz/geb. >806, >>crin Rußland erzogen wurde und später in russ. Dienste trat, kam erst nach dem Sturze desFürsten Milosch wieder in seine Heimat zurück und wurde dann Adjutant des Fürsten M>-