Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

B.

duchhvlz (Paul Ferd. Friede.), ein sehr fleißiger Schriftsteller im Fache der Geschichte,geb. am 5. Febr. 1768 zu Altruppin, wurde von seinem Vater wegen seiner vorzügli-chen Fähigkeiten für die gelehrte Laufbahn bestimmt. Er wollte anfangs in Halle Theo-logie studiren; doch das lebhafte Interesse, welches er hier für die Philologie gewann,lenkte ihn bald von diesem Berufe ab. Auch in der engl., ftanz. und ital. Literatur erwarb ersich gute Kenntnisse. In seinem 19. Jahre kehrte er nach seiner Vaterstadt zurück und wurde,bald darauf Lehrer an der Nitterakademie zu Brandenburg. Um sich zu einem anderweitenStaatsamte vorzubereiten, gab er, 32 Jahre alt, seine Stelle auf und ging nach Berlin.Die Schriftstellerei war für ihn anfangs Nothbehe lf, als e r aber fühlen Mcrnt hatte, wieman gerade auf dieser Bahn in gänzlicher UnabhärrMken u,id ohne alle Protection sich mitErfolg bewegeuckLm^-wiwrelleHm so lieb, daß er allen andern Bestrebungen entsagte. Dieerste Frucht seines Studiums der Geschichte der franz. Revolution war dieDarstellungeines neuen Eravitationsgefthes für die moralische Welt" (Berl. 1862), der er eine ReiheSchriften folgen ließ, welche mit dieser Idee Zusammenhängen.Der neue Leviathan" (Berl.1865),Rom und London" (Tüb. 1868) und das anonym erschieneneGemälde des gesell-schaftlichen Zustandes im Königreiche Preußen bis 1866" (2 Bde., Berl. >868) verrathen,bei allen Mängeln, das aufrichtige Bestreben des Verfassers, über die Erscheinungen dersichtbaren Welt ins Klare zu kommen, um sie einem und demselben Gesetze zu unterwerfen.Unter seinen übrigen Schriften, die der Zahl nach sehr bedeutend, in Hinsicht des Gehaltssehr verschieden sind, erwähnen wir dasHistorische Taschenbuch oder Geschichte der europ.Staaten seit dem Frieden von Wien" (22 Bde., Berl. 181437), dasJournal fürDeutschland" (Berl. 181519), fortgesetzt alsNeue Monatsschrift für Deutschland"(48Bde., Berl. 182635),PhilosophischeUntersuchungen über die Geschichte derRömer"(3 Bde., Berl. 1819),Philosophische Untersuchungen über das Mittelalter" (Berl. 1819)undGeschichte Napoleon Bonaparte's" (3 Bde., Berl. 182736). Er starb zu Berlinam 24. Febr. 1843.

Büchner (Joh. Andr.), Collegicnrath und Professor der Pharmacie an der Univer-sität zu München, Vorstand des von ihm gegründeten PharmaceutischenJnstituts, geb. 1783zu München, gebildet seit 1865 durch Trommsdorff in Erfurt, wurde 1869 Oberapothekerbei der Centralstiftungsapotheke in München und blieb hier bis 1818, während welcher Zeiter die Statuten des Pharmaceutischen Vereins für Baiern entwarf, vier Jahre laug die Zeit-schrift des polytechnischen Vereins redigirte und > 8 l 5 nach Gehler's Tode das von diesem an-gefangeneRepertorium für Pharmacie" übernahm, welches er seitdem bis auf den heutigenTag in 56 Bänden der ersten bis 1834 reichenden und in 28 Bänden der zweiten Reihe fort-gesetzt hat. Damals ließ er auch denErsten Entwurf eines Systems der chemischen Wissen-schaft" (Münch. 1815) erscheinen. Im 1.1818 wurde er nach Landshut als Professor derPharmacie berufen und später nach München übcrsiedelt. Im 1.1821 unternahm er die Her-ausgabe einesInbegriff der Pharmacie", für den Goldfuß die Zoologie, Kittel die Botanik,Glocker die Mineralogie, er selbst aber die Toxikologie (2. Aufl., Nürnb. 1827), Pharmacie(3. Aufl., 1827), Physik (2. Aufl., 1833) und Chemie (2. Aufl., 1836 36) bearbeitete.Fernererschien von ihm einLehrbuch der analytischen Chemie und Stöchiometrie" (Nürnb.1836). Seine zahlreichen und wcrthvollen analytisch-chemischen und pharmaceutischen Ar-Conv.-Lex. Neunte Aufl. III. 1