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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
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767
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Czech Czenstocha« 767

' wurde und sich fast nur um den Besitz von Chotusitz drehte, das endlich die Östreicher in Brand> steckten. Nachdem die Reiterei des östr. linken Flügels zum Weichen gekommen war, nöthigtes der König durch eine Linksschwenkung gegen Chotusitz auch die noch fechtende Infanterie

^ -um Rückzüge. Die Schlacht hatte nur bis Mittag gedauert und doch war der Verlust auf

beiden Seiten groß; die Astreicher verloren an Todken, Verwundeten und Gefangenen über6000 M., die Preußen 4000 M. und 3000 Pferde. Der König behielt C. und Gegend bisEnde Mai besetzt und hatte sich in der vortheilhaftcn Wirkung auf die am l I. Juni zu Brcs-, lau Unterzeichneten Präliminarien nicht verrechnet.

' Czech ist ursprünglich ein Begriffswort, wie die gleichbedeutenden Namen Lech, Bol-

garin und Bojar (s. d.) und bezeichnet einen Grundbesitzer, der Äcker und Heerden hat.Ein Czech soll der erste Heerführer der nach ihm benannten Czechen gewesen sein, die im5. Jahrh. in Böhmen (s. d.) einwanderten.

Czelltkowsky (Franz Ladislaw), ordentlicher Professor der slaw. Sprache und Lite-ratur an der Universität zu Breslau, geb. in dem böhm. Städtchen Strakonice am 7. März1709, lernte frühzeitig auch Deutsch und besuchte von 1812 an das Gymnasium zu Bud-weis und von 181017 das zu Pisek. Den philosophischen Cursus machte er theils aufdem Lyceum zu Linz theils in Prag, wo die damals auftauchenden nationalen Bestrebungenauch ihn sehr bald ergriffen. Cr sollte nach dem Wunsche seiner Altern dem geistlichenStande sich widmen, um aber Muße zu gewinnen, ganz seiner literarischen Neigung nach-' leben zu können, nahm er 1821 eine Erzieherstellc in einem adeligen Hause an, die er siebenJahre bekleidete. Besonders waren es Poesie und Sprachkunde, die er cultivirtc. Für letz-tere war ihm besonders Dobrowski (s. d.) ein Lehrer und Rathgeber. In der Poesie wen-i detc er sich schon frühzeitig dem volkstümlichen Gebiete zu. Als Schriftsteller trat er zu-

^ erst mit einer Sammlung slaw. Volkslieder aller Stämme mit gcgenüberstehender Über-

setzung (3 Bde., Prag > 82227) auf. Gleichzeitig erschienen seineVermischten Gedichte"

I (Prag 1822; neue verm. Aust., 1830). Demnächst lieferte er eineSammlung litaui-scher Volkslieder" (Prag 1827) und im folgenden Jahre eine metrische Übersetzung vonW. Scott'sI.sll)- oktlis I.slce"; auch übernahm er die Mitredaction der vom prager Kon-sistorium herausgcgebenen Vierteljahrsschrift für die katholische Geistlichkeit, die er bis zu. seinem Weggange von Prag führte. Pecuniaire Rücksichten bestimmten ihn 1834, die allei-^ nige Redaction der pragerBöhmischen Zeitung" und der damit verbundenen belletristischenZeitschrift derBiene" zu übernehmen, während er zugleich an der prager Universität öffent-liche Vorlesungen über böhm. Sprache und Literatur begann. Eine übersprudelnde lyrischeErgießung in derBiene" über die Änrede, in welcher Kaiser Nikolaus in Warschau seineMaßregeln gegen Polen ankündigte, gab 1835 die Veranlassung, daß er seiner provisori-schen Professur enthoben, die Ncdaction der politischen Zeitung und derBiene" ihm ge-nommen und er der Wachsamkeit der Behörde anempfohlcn wurde. Um so mehr gewann ernun die Zuneigung der Nation und der öffentlichen Meinung; der verstorbene Fürst Kinskyz aber ernannte ihn zu seinem Bibliothekar mit einem ansehnlichen Gehalt. In jener Zeit lie-ferte er die Übersetzung von Augustinus Werk1)e oivitate Oe," (5 Bde., Prag 1829j 33) und denNachhall russ. Volkslieder" (Prag 1829), eine Sammlung nachgeahmteri Dichtungen, welche ihre Originalicn nicht selten an Anmuth und Einfachheit übertreffen;später denNachhall böhm. Volkslieder" (Prag 1840) und dieCentifolie" (Prag 184 t»),jenes glückliche Nachahmungen böhm. Volkslieder, dieses hundert kleine Gedichtchen, vondenen die eine Hälfte der Liebe, die zweite dem Ruhme der Nation gewidmet ist. Seit l 835! beschäftigte ihn vorzugsweise die Bearbeitung einerVergleichenden slaw. Grammatik nachallen Mundarten." Im Juni l 840 wurde er von der Böhm. Gesellschaft der Wissenschaf-ten in Prag zum Mitgliede erwählt und im Nov. 1841 auf die neuzuerrichtende Lehrkanzelder slaw. Sprache und Literatur an der Universität zu Breslau berufen. Reben seinen phi-lologischen Arbeiten, deren Veröffentlichung man mit gespannter Aufmerksamkeit entgegen-sieht, hat sich C. besonders durch seine poetischen Leistungen bekannt gemacht. Wahrhaftausgezeichnet ist er in dem naiven, gemächlichen, im Volkstone gehaltenen Liedchen.

Czenstöchau oder Czenstochöwa, ein Kloster vom Orden des heil. Paul des Ere-miten im Gouvernement Kalisch des gegenwärtigen Königreichs Polen, ist der besuchteste