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C. erhielt 1815 die Würde als Senator Palatin des Königreichs und vermahlte sich l8I7mit der jungen und geistreichen Prinzessin Anna Sapieha. Dem ersten Reichstage wohnteer als Mitglied der Senatorenkammer bei und sprach mit Freimüthigkcit von den Vorthci-len consiitutioncller Verfassungen; bald aber sah er alle seine Hoffnungen schwinden. Aufder Universität zu Wilna, deren Kurator C. war, wurden 1821 einige Studircnde demagogi-scher Umtriebe beschuldigt; C., der das Wesen und den Geist der Universität genau kannte,vertheidigte die jungen Leute mit Wärme und widerlegte die Anklagen. Als nichtsdesto-weniger durch Nowosilzow, der die Untersuchung führte, mehr als 60 junge Leute ohneVerhör ins Eefängniß geworfen, viele Söhne aus den angesehensten Familien Polens alsgemeine Soldaten unter russ. Regimenter gesteckt und noch mehr nach Sibirien oder in dieMilitaircolonien abgeführt wurden, nahm C. seine Entlassung als Kurator. Nowosilzowbeschuldigte ihn, die Verschmelzung der lithauischen Jugend mit den Russen für ein Jahr-hundert aufgehalten zu haben. Von nun an lebte C., von allen Geschäften zurückgezogennur den Wissenschaften auf seinem Stammsitze Pulawy (s. d.). Nach dem Ausbruche derpoln. Revolution im I. 1830 war seine ganze Thätigkeit wieder dem Dienste des Vater-landcs gewidmet. Als einer Derjenigen, die in der Gunst des Volks am höchsten standen,wurde er von Lübeck! eingeladen, dem Administrationsrath in Warschau beizutreten. Auchgehörte er zu Denen, die dem kcsarewitsch jenseit der Barrieren von Warschau den Wunschdes Volks vorlegten, daß die Constitution des Reichs in ihrem ganzen Umfange aufrecht er-halten und das frühere Versprechen des Kaisers erfüllt werden müsse, alle von Rußland er-worbenen Provinzen des alten Königreichs Polen wieder mit demselben zu vereinigen. Balddarauf zum Präsidenten der provisorischen Regierung ernannt, berief er den Reichstag aufden 18. Dec. 1830. Am 30. Jan. 1831 zum Vorsitze der Nalionalregiernng berufen,brachte er über die Hälfte seines Vermögens dem Vaterlande zum Opfer. Nach den Eremi-tagen des 15. und 16. Aug. >831 legte C. seine Stelle nieder. Um zu beweisen, daß ihmkein Opfer für das Vaterland zu groß sei, dieute er in den letzten Tagen des Frciheitskampfsals gemeiner Soldat in dem Corps des Generals Nomarino, bis dieser zu Anfang Sept.1831 auf östr. Gebiet übertrat, worauf auch er Polen verließ. Von der Amnestie ausge-nommen, lebt er, seiner Güter in Rußland beraubt, in Paris, wo er als das angeblicheHaupt der aristokratischen Partei der Emigranten in mancherlei Mishelligkeiten verwickeltwurde, ohne sich dadurch an gemeinnützigem Wirken für seine Landsleute hindern zu lassen.
CzaKlail, die Hauptstadt des nach ihr benannten südöstlichen Kreises des KönigreichsBöhmen, liegt zehn Meilen östlich von Prag und hat 3500 E-, welche Landbau, Salpeter-sicderei und städtische Handwerke betreiben. Zn C. ist das Grab des 1-123 gestorbenen Hus-sitenfeldherrn Ziska; merkwürdiger aber ist cS geworden durch die Schlacht im ersten schle-sischen Kriege am > 7. Mai 1732, welche auch oft nach dem eine Stunde nördlich gelegenenChotusitz benannt wird. Als Friedrich II., verlassen von seinen franz. und sächs. Verbün-deten, genöthigt war, zu Anfänge des April Mähren zu räumen, in Böhmen zwischen derElbe und Sassawa zu cantonnire» und sich mit seinen hier zurückgelaffenen Truppen zu ver-einigen, mußte ihm eine Schlacht wünschenswert!) sein, um nicht allein mit guter Gelegen-heit sich seiner Bundesgenossen entledigen zu können, sondern auch durch einen Sieg die vor-theilhafte Lösung der schon lange gepflogenen Friedensunterhandlungen zu beschleunige».Er beschloß daher, dem nachrückenden Prinz Karl von Lothringen den Weg nach Prag zuversperren und ihn zur Schlacht zu nöchigen. Dieser rückte rasch vor, mit 21000 M. In-fanterie, 10000 Reitern und 30 Geschützen, trennte durch seine leichten Truppen am 16, Maiden Erbprinzen von Dessau vom Könige, ohne jedoch den sich bietenden Vortheil davon zuziehen und bot ihm am 17. Morgens die Schlacht an, als er unvermuthct auf ihn stieß. DerErbprinz hatte Stellung bei Chotusitz genommen, der König vereinigte sich bei den ersten Ka-nonenschüssen mit ihm, stellte die Macht der Preußen dadurch auf 20000 M. Infanterie,8300 Reiter und 80 Geschütze und übernahm selbst die Position auf dem rechten Flügel.Der rechte Flügel der Ostreicher brachte durch bedeutende Übermacht den linken der Preußenzum Weichen, und der Sieg hätte sich ihnen sicher zugewendet, wenn sich nicht die Reitereiund bald auch die Infanterie mit dem Plündern des preuß. Lagers beschäftigt und so demErbprinzen Zeit verschafft hätte, das Gefecht wiederherzustellen , was äußerst hartnäckig