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Czartoryiski-Sanguszko (Familie)
in Polen ein und zwang den König Johann Kasimir nach Schlesien zu fliehen. C. eilte zueRettung Krakaus herbei, besetzte das Schloß und leistete den muthvollsten Widerstand, bisihn Mangel an Lebensmitteln zwang, dasselbe zu räumen. Da gab die Vertheidigung vonCzcnstochau (s. d.) den Polen neuen Muth; C. sammelte die poln. Heerhaufen und wagtezuerst die Schweden im kleinen Kriege anzugreifen. Nach der für die Polen unglücklichen großenSchlacht bei Warschau imJ. l6 >6 setzte C. mit 5000 Tataren, die in poln. Diensten standen,den Krieg allein fort und führte unter großen Gefahren den König aus Danzig nach Polenzurück. Zur Unterstützung des Königs von Dänemark, Friedrich's »I., welcher, um KarlGustav aus Polen zu ziehen, in dessen Besitzungen in Deutschland eingefallen war, ward C.an der Spitze von 6000 Polen 1658 nach Dänemark geschickt und zeichnete sich hier besondersbei Eroberung der Insel Alsen aus. Der Einfall der Russen nöthigte den König von'Polenjedoch C. zur Vertheidigung des Vaterlandes bald wieder aus Dänemark zurückzurufen.Dieser eilte nach Lithauen, verband sich mit dem Hetman Sapieha und besiegte l 660 zuerstden Anführer der Russen Chowanski bei Polonka, dann auch ein zweites russ. Heer unterDolgorucki am Dnjepr, worauf 1661 ein Friede erfolgte. Ruhmbedeckt kehrte C. ins Va-terland zurück und wurde von dem Könige mit der Starostei Tykocin belehnt; Wojewode vonReussen war er schon früher geworden. Doch nur eine kurze Ruhe konnte er sich gönnen, einneuer Krieg mit Rußland und Unruhen in der Ukraine riefen ihn von neuem ins Feld. Nurvon 13 Reitern begleitet unternahm er einen Streifzug durch die Steppen bis in die Krim,um die Tataren zur Unterstützung Polens zu vermögen. Da aber unterlag er den Beschwer-den des Kriegs. Mitten unter glücklichen Unternehmungen und Entwürfen zur Rettungdes Vaterlandes endigte er 1665 sein bewegtes Leben in dem Dorfe Sokolowko inVolhynienKurz vor seinem Tode hatte er vom Könige die Bestallung als Feldhetman der Krone er-halten. Der größte persönliche Muth, unerschütterliche Ausdauer und unermüdlicher Eiferin Verfolgung seiner Entschlüsse, verbunden mit unendlicher Liebe zum Vatcrlande, warenseine hervorstechenden Eigenschaften.
Czartoryiski-Sanguszko, eine berühmte poln. Familie aus dem Gcschlechte derJagellonen, hatKorygiell von Tschernigow, der in der griech. Taufe Konstantin, in derkatholischen Kasimir genannt wurde und 1390 in der Schlacht bei Wilna siel, zum Ahn-herrn. Korygiell's jüngster Bruder, Lubard, nach der Taufe Theodor, besaß Luzk inVolhynien und wurde der Ahnherr der Fürsten Sanguszko, die von der Stadt CzartoryskinVolhynien, nördlich von Luzk, an dem Stryflusse, den Namen Czartoryiski sich beilegteund im 17. Jahrh. die deutsche Reichsfürstenwürde erhielt. Aus der noch blühenden älternLinie Czartoryiski-Sanguszko sind am berühmtesten Mich. Friedr. von C., geb. >695,gest. als Großkanzler von Lithauen 17 7 5, der, obschon er es während der poln. Unruhen mitden Russen hielt,Zollen seinen Unterthanen die Freiheit schenkte. — Adam Kasimir, Fürstvon C., General von Podolien, geb. am I.Dec. 1731, der Sohn August Alexander'svon C., der am 3. Apr. >782 starb, schien durch hohe Geburt, unermeßlichen Reichthurn,ausgezeichneten Verstand und ausgebreitete Kenntnisse zu einem bedeutenden Einflüsse inden stürmischen Ereignissen seines Vaterlandes berufen, doch das Geschick hielt ihn fortwäh-rend in untergeordneten Verhältnissen. Nach August's I I I. Tode war er unter den Mitbe-werbern um Polens Thron, auch schien er die Meinung seiner Landsleute für sich zu haben;allein durch den Einfluß der Kaiserin Katharina l l. erhielt Stanislaw Poniatowski die poln.Krone. Seitdem walteten Mishclligkeiten zwischen dem neuen Könige und der Familie C.und deren Anhänge. C. trat nach der ersten Theilung Polens wegen seiner Besitzungen inGalizien in östr. Dienste, wo er Feldmarschall wurde; dkssenungeachtet war er auf dem Reichs-tage von 1788—91 einer der eifrigsten Anhänger der Constitution vom 3. Mai >791. Erhatte während dieser Zeit eine außerordentliche Sendung in Dresden, um den Kurfürsten vonSachsen zur Annahme der Krone Polens zu bewegen, und suchte hierauf in Wien die Ver-mittelung und den Schutz des Kaisers gegen die Absichten Rußlands. Da seine Bemühun-gen fruchtlos geblieben, und der König Stanislaw der Conföderation von Targowiza, welchezugleich von Rußlands eroberungssüchtiger Politik begünstigt wurde, beigetreten war, zog ersich auf seine Güter zurück, wo er auch, abwechselnd mit Wien, während der Unruhen von1793 lebte, ohne unmittelbaren Antheil daran zu nehmen. Von Napoleon zum Marschall