Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
763
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Czakot Czarmecki 763

wurde. Mehre Vorschläge in Betreff der Finanzen Polens, die C. veröffentlichte, veranlaß-tcn den Reichstag von 1788, ihn zum Mitglieds der Schatzcommission zu erwählen, in welcherer sieben Jahre verblieb. Um die Mittel, die Industrie Polens zu heben und dessen Handelzu beleben, genauer zu erforschen, bereiste er mehre Theile des Lander-, eine Frucht davonwar eine genaue Karte der Flußverbindungen Polens. Viel beschäftigte ihn auch die Schiff-fahrt auf dem Dnjestr. Er war ein eifriger Anhängerder Constitution vom 3. Mai >781 undvon der Commission mit der Berichterstattung an den Senat beauftragt. Inmitten dieserBeschäftigungen um das öffentliche Wohl fand er jedoch auch Muße zu seinem Lieblings-studium, der Geschichte seines Vaterlandes. Mit großen Kosten und vieler Mühe brachteer zu Poryck eine bedeutende Bibliothek zusammen, in welcher vornehmlich viele höchst wich-tige Handschriften, die aus der Privatbibliothck des Königs Stanislaw August stammten,aufnahm. Bei der zweiten Theilung Polens wurden seine Güter confiscirt und ihm erstnach Paul's I. Thronbesteigung zurückgcgebcn, zu dessen Krönung er als Deputirter desvolhynischen Gouvernements nach Moskau sich begab. Eine seiner Hauptbestrebungen warvon jeher gewesen, den ganz vernachlässigten öffentlichen Unterricht in den altpoln. ProvinzenRußlands zu heben. Als sein hierauf sich beziehender Plan den Beifall des Kaisers Alexan-der gefunden, faßte er den Entschluß, sich hinfort ganz der Erziehung der Jugend zu weihen.Er errichtete das Gymnasium zu Krzrmicniec, ließ sich selbst an diesem Orte nieder und baldblühte die >805 eröffnet- neue Anstalt auf. Sein Hauptaugenmerk war darauf gerichtet,iu der Jugend Liebe und Anhänglichkeit an die poln. Volksthümlichkcit zu wecken. Dadurchmußte er aber bald die Aufmerksamkeit des ruff. Gouvernements erregen. Angeklagt, dieJugend verleitet zu haben, ward er 1887 nach Petersburg gebracht und zur Untersuchungseiner Angelegenheit ein besonderes Comite eingesetzt. Es gelang ihm, sich vor dem Kaiservöllig zu rechtfertigen, und huldvoll entlassen wurde er zum Stellvertreter des Fürsten Czar-toryiski, des Curators des öffentlichen Unterrichts in den westlichen Gouvernements, ernannt.Er kehrte nach Krzemieniec zurück; doch nicht lange, so wurde neuer Verdacht rege, undwenn auch die Untersuchung, die über den Zustand des Gymnasiums im I. 1818 angestclltwurde, ehrenvoll für C. endete, so sah er sich doch schon 1812 in Folge des Kriegs genöthigt,das Gymnasium aufzulösen und sich in das Gouvernement Podolien zu begeben. Er starbzu Dubno am 8. Fcbr. 1813. Er war einer von Denen, die durch Schrift und Wort zurBelebung des nationalen Geistes in Polen am meisten beigctragen haben. Sein« Werke(Bd. I, Posen 1843) geben Zcugniß von seiner umfassenden Gelehrsamkeit, suw aber in zugedrängter und deshalb unklarer Sprache abgefaßt; scinHauptwerk handelt von den lithaui-schcn Gesetzeno litevvsleicb i ;>»Isl<.üü;>>^»ucl>" (2 Bde., Marsch. 1888); seine bedeu-tenden Sammlungen kamen in den Besitz des Fürsten Czartoryiski nach Pulawy.

Czakot, eigentlich die Mütze der Ungar. Husaren, ist gegenwärtig die Benennungeiner fast in allen Heeren eingeführten Kopfbedeckung, die jedoch, etwa die in Würtembcrgübliche Form ausgenommen, sehr unzweckmäßig genannt werden muß.

Czapka, ursprünglich die viereckige Mütze der poln. Ulanen, ist jetzt die für dieseWaffe allgemein angenommene Kopfbedeckung.

Czarniecki (Stefan), ein berühmter poln. Feldherr und Polens einzige Stühe insehr gefährlicher Zeit, war aus einem alten doch wenig begüterten Geschlcchte 1599 geboren.Er trat früh in das poln. Heer ein, hatte es aber in seinem 33. Jahre erst bis zum Lieute-nant gebracht. Zunächst zeichnete er sich 1633 während des Zuges aus, den König Wla-dislaw IV. gegen den Zar Michael Fkdorowitsch unternahm. Nachher wohnte er als Ritt-meister der Husaren einem Feldzüge gegen die Kosacken unter Mikolaj Potocki und als Oberstdes Wojewoden Stanislaw Lubomirfki gegen die Tataren bei. Nach dem Ausbruche desKosackenaufstandS im I. 1648 zog er mit Stefan Potocki gegen Chmielnicki, wurde aberbei der Niederlage der Polen an den Gelben-Gewässern gefangen, den Tataren ausgeliefertund erst nach zwei Jahren freigegeben. Sogleich zog er wieder gegen die Kosacken und nahman dem Siege über dieselben beiBerestcczko Theil. Nachdem darauf die Kosacken bei Batowdas ganze poln. Heer mit dem Hetman Kalinowski vernichtet hatten, ward C. in die Ukrainegesandt, wo er nach glücklichen Anfängen sich durch eine gefährliche Verwundung am Gau-men in seinen.Plancn gehemmt sah Inzwischen siel 1655 der schweb. König Karl Gustav