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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
762
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762 Cyzicus Czaeki

entsprossen, ganz Asien beschattete, dahin aus, daß der zukünftige Enkel ihn entthronenwerde, worauf derselbe Befehl gab, ihn sogleich nach der Geburt umzubringen, harpagus,der Minister des Königs, rettete ihm das Leben. Der gewöhnliche» Erzählung nach wurdeC. einem Hirten übergeben, der ihn aus Mitleid auferzog und Cyrus nannte. Sein kühnerMuth, als er bei einem Spiele mit andern vornehmen Knaben, die ihn zum König gewählthatten, den Sohn eines der ersten Männer des Reichs hatte schlagen lassen, worauf dessenBaker sich bei Aflyages beklagte, verrieth ihn dem Könige, auf dessen Rüge er trotzig ant-wortete: Ich habe als König gehandelt. Von den Magiern beruhigt, schickte indcß der Königden C. zu seinen Ältern nach Persien. Allein bald versammelte C. ein mächtiges HeerPerser und überwand 560 v. Ehr. seinen Großvater Astyagcs. Gleiches Schicksal hatte derreiche und mächtige König der Lydier, Krösus, und Babylons König, Nabonid. Auch unter-warf er Phönizien und Palästina, wohin er die Juden aus der babylon. Gefangenschaft zu-rückkehren ließ. Während nun Vorder- und Mittelasien vom Hellespont an bis Indien unterseinem Scepter standen, begann er einen ungerechten Krieg gegen die Massageten, ein scy-thisches Volk, nordöstlich vom Kaspischen Meere, jenseit des Araxes, damals von der KöniginTomyris beherrscht. In der ersten Schlacht siegte er durch List, in der zweiten aber erlitt ereine vollständige Niederlage und kam selbst 530 v. Ehr. ums Leben. Tomyris soll demLeichnam den Kopf abgcschnitten und in einen Schlauch von Blut gesteckt haben, mit denWorten: Nun sättige dich, Tyrann. Den: C. folgte in der Negierung sein Sohn, der wildeKambyses (s. d.). Die Erzählungen Lcnophon's in derCyropädie", einer Lebensbe-schreibung und Charakteristik des C., daß er am Hofe des Astyages eine treffliche Erziehungerhalten, das Reich desselben ererbt und als wahrer Philosoph regiert habe, sind romanhaftund verdienen keinen Glauben, da ikenophon's Absicht war, ohne Rücksicht auf historischeWahrheit, in dem C. das Muster eines Regenten darzustellen und auf diese Weise seinenLandsleuten die Vorzüge der Monarchie anschaulich zu machen, oder cs liegen dabei ver-schiedene Sagen, vielleicht von zwei verschiedenen Männern diesesNamens, zum Grunde.Ein anderer Cyrus, gewöhnlich der Jüngere genannt, war der jüngste Sohn des DariusNothus oder OchuS und der Parysatis, der fast 150 Jahre nach Jenem lebte. Er erhieltschon in seinem 16. Jahre den Oberbefehl über alle Provinzen Kleinasicns. Seine Herrsch-sucht entwickelte sich früh, und als nach seines Vaters Tode sein älterer Bruder, ArtaxcrxesMnemon, den Thron bestieg, stiftete er eine Verschwörung gegen ihn, die jedoch entdecktwurde. Statt das Todesurtheil an ihm vollziehen zu lassen, begnadigte ihn sein Bruder undmachte ihn zum Statthalter von Kleinasien. Hier versammelte er ein zahlreiches Heer, zudem noch, ohne den Zweck der Unternehmung zu kennen, 13000 M. griech. Hülfsvölkerstießen, um Artaxerxes zu bekriegen und vom Throne zu stoßen. Dieser zog ihm mit einemüberlegenen Heere entgegen. In den Ebenen von Kunaxa, in der Provinz Babylon, trafen400 v. Chr. beide Heere aufeinander. Nach einer tapfer« Gegenwehr, besonders von Seitender Griechen, wurde C. geschlagen und verlor, in einem Zweikampfe mit dem Könige selbstvon einem Wurfspieße getroffen, das Leben. Das Leben und die Schicksale dieses C. hatebenfalls L'enophon im ersten Buche seinerAnabasis" vollständig erzählt.

Cyzicus oder Cyzlcum, eine im Alterthum wegen ihrer Schönheit berühmteStadkin Mysicn, auf einer Landzunge der Propontis gelegen, wurde von thessalischcn Pclasgecngegründet. Durch milesische Colonien verstärkt, stand sie kräftig da, kämpfte muthig währendder Belagerung des Mithridates und wurde durch Lucullus entsetzt, verlor aber durch Libe-rins die früher'von den Römern ihr geschenkte Freiheit auf immer. Jnveß blieb sie nochlängere Zeit durch Handel und Schiffahrt blühend, bis mehre Erdbeben, namentlich im I.413 n. Chr., und die Eroberung durch die Araber, 67 5 n. Chr-, kaum noch eine Spur der ehe-maligen Größe und Pracht übrig ließen. Vgl. Marquardt,C. und sein Gebiet" (Berl. l 836).

Czucki (Tadeusz), ein berühmter pöln. Literat, geb. 1765 in Poryck in Volhynien,erhielt, während sein Vater mehre Jahre in russ. Gefangenschaft sich befand, bei einem Oheimin Danzig, später aber im väterlichen Hause seine Ausbildung. Stanislaw August, der ihnwegen seiner Kenntnisse und Talente schätzen lernte, übertrug dem kaum 20jährigen Jüng-linge eine Stelle beim Hofgericht in Warschau, zugleich ward ihm das Ordnen des geheimenAfopgrchjvs übertragen, wodurch er zu einem genauen Studium der poln. Geschickte geführt