Cyrillus von Alexandrien Cyrus 761
ln seiner Geburtsstadt, über Amtsrechte gerieth er in heftigen Streit mit seinem arianischenMetropoliten Acacius von Cäsarea, welcher ihn anklagte, köstliche Kirchenstoffe verkauft zuhaben, was C. allerdings gcthan hatte, um die Armen während einer Hungersnoth zu unter-stützen. Ein zu Cäsarea von Acacius versammeltes Concilium entsetzte ihn 357 seinesAmtS, aber die Kirchenversammlung von Seleucia 359 stellte ihn wieder her und vertriebseinen Verfolger. Dem Acacius gelang es jedoch, ihn im nächsten Jahre abermals seinerWürde zu berauben, und nachdem der Kaiser Konstantins ihn bei seinem Regierungsantritte»urückberufcn hatte, verlor er sie zum dritten Male durch den Kaiser Valens. Erst nach desLetztem Tode kehrte er nach Jerusalem zurück. Das Concilium von Konstantinopel im I.38l, an dem er als Wortführer Theil nahm, bestätigte ihn und widerlegte zugleich den Rufdes halben Arianismus, in welchem er früher gestanden hatte. Er starb 386. Wir habenvon ihm 23 Katechesen, 18 vorbereitende und fünf mystagogische (diese für bereits Getaufte),in einem einfachen Stile, die als der älteste und beste Abriß der christlichen Religion ange-sehen werden. Seine Werke wurden herausgegeben von Touttee (Par. 1720, Fol.) undübersetzt von Feder (Bamb. 1786).
Cyrillus von Alexandrien, Kirchenvater, wurde bei seinem Oheim, dem Patriar-chen Theophilus von Alexandrien, erzogen und verlebte fünf Jahre in den Klöstern vonNitria, wo der Abt Serapion ihn unterrichtete. Dann trat er in Alexandrien auf und erwarbsich hier durch die Aiimuth seiner Gestalt und seines Vortrags so viel Anhänger, daß ihmnach seines Oheims Tode 412 n. Chr. die Patriarchenwürde zu Theil wurde. Er war aberein ungestümer Eiferer, voll priesterlicher Herrschsucht und darum auch unfähig zur Aus-gleichung streitiger Sachen. Um die Juden, durch welche in einem Volksaufruhr Christenblutgeflossen war, zu bestrafen, übersiel er sie an der Spitze des Pöbels, zerstör« ihre Häuserund trieb sic aus der Stadt. Als der Präfect von Ägypten über diese Gcwaltthätigkeit Klageerhob, wurde derselbe bald darauf auf der Straße von 566 Mönchen angefallen. Den Leich-nam eines der Mönche, der sich hierbei am schwersten vergangen und dafür zu Tode ge-geißelt worden war, ließ C. in Procession in den Dom bringen, gab ihm den Namen Thau-masins und pries ihn als einen Märtyrer und Heiligen. Die Ermordung der Hypatia, dergelehrten Tochter des Mathematikers Theo», welche durch den Beifall, den ihr Unterricht inderGeomctrie und Philosophie fand, C.'s Eifersucht erregt hatte, wurde durch ihnangestiftet,wie er denn auch auf dem Concilium im I. 463 mit seinem Oheim auf die Verurtheilungdes Chrysostvmus hingewirkt hatte. Dem neuen Patriarchen von Konstamiyopel, Nesto-rius (s. d.), stellte er zwölf Anathematismen oder Widerrussformeln entgegen, welche selbstnicht ganz orthodox lauteten, und foderte von ihm, sie anzunehmen. Der Streit Beider, derdie Verbindung der zwei Naturen in Christo betraf, und an dem sich inzwischen die syrischenBischöfe betheiligt hatten, sollte auf dem Concilium zu Ephesus 43 l entschieden werden.Noch vor Ankunft des Patriarchen, Johann von Antiochien, eröffnete C. das Concilium, ob-gleich Nestorius sich weigerte, Richter, die seine Feinde waren, anzuerkennen, und trotzdemdaß 68 Bischöfe auf des Nestorius Seite waren und eine Magistratsperson im Namen desKaisers einen Aufschub von vier Tagen foderte, so wurde derselbe dennoch vcrurtheilt undabgesetzt. Als bald darauf der Patriarch von Antiochien anlangte, hielt nun auch dieser mit56 Bischöfen eine Synode, die mit gleicher Übereilung C. verurtheilte und für ein zum Ver-derben der Kirche geborenes Ungeheuer erklärte. Das Einschreiten des Kaisers Theodosiuskonnte nicht hindern, daß der Kampf zwischen dem Patriarchen von Antiochien und C. nochdrei Jahre fortwährte, bis Ersterer die Absetzung des Nestorius anerkannte und Letzterer einGlaubensbekenntniß Unterzeichnete, daß die Gegensätze mehr verdeckte als aufhob. C. starbim J. 444. Seine zu Chalcedon (s. d.) modificirte Meinung behielt im Morgen- undAbendlands die Oberhand, und die Kirche versetzte ihn unter die Heiligen. Die beste Aus-gabe seiner Werke, worunter zehn Bücher gegen Kaiser Julian, besorgte Aubert (7 Bde.,Par. l638, Fol.).
Cyrus, der Gründer derpers. Monarchie (s. Assyrien), gewöhnlich der Ältere ge-nannt, war der Sohn des Kambyses, eines vornehmen Persers, und der Mandane, einerTochter des medischen Königs Astyages. Als seine Mutter mit ihm schwanger ging, legtendie Traumdeuter des AstyageS einen seiner Träume, in welchem ein Baum, seiner Tochter