760 Cyrenaiker Cyrillus von Jerusalem
lemäus Physkon, um 97 v. Chr. den Römern vermachte, die es anfangs für frei erklärten,bald aber mit Kreta zur röm. Provinz vereinigten. Außer manchen Landplagen wurde C.später von den Barbaren und nomadischen Horden des innern Afrikas heimgesucht; im7. Jahrh. vollendeten die Sarazenen das Werk der Verwüstung. Der Boden des Landeswar im Alterthume reich an den herrlichsten Früchten, und besonders hier einheimisch einwohlschmeckendes und heilsames StaudengewLchs, Silphium genannt. Wichtig ist noch,daß C. bis ins 5. Jahrh. n. Chr. als Hauptsitz der Gnostiker galt, wie cs v.Chr. als Pflanz-schule der Cyrenaiker (s. d.) berühmt war. Im Innern des Landes lag Cyrene (s. d.).Die ganze Gegend ist äußerst reich an merkwürdigen Überresten aus dem Alterthume. Siewurden zuerst, aber sehr oberflächlich, von dem Arzte della Cella in seinem „Visggio >1»Dripoli tli Rsrbarie alle trontieri occulentali <Iell' bigitto, latto nel 1817" (Genua 1819)beschrieben; die neuesten und zuverlässigsten Untersuchungen über C. lieferte Pacho inseiner „Vo)->^e (laus Is 5Iarmari«z„e, I» t^rensicple, etc, (4 Bde., Par. 1825 — 29, -I.,mit einem Kupferband in Fol.). Der brit. Capitain Beechey wollte in C. längs der Küstedie Gärten der Hesperiden aufgefunden haben; vgl. dessen „Oroceeäings <>s tl>e expe-clition to explore tlle nortker» coast of ^frica etc." (Lond. 1828, 4,). Über die phönij.und gricch. Inschrift, die man in den Ruinen von C. gefunden und nach Malta gebracht hat,haben Gesenius (Halle 1825, 4.) und Hamaker (Leyd. 1835, 4.) geschrieben. Vgl. auchTrighe's „Res L^renensium", herausgegeben von Bloch (Kopenh. 1828).
Cyrenaiker, die Anhänger der von Ari stipp (s. d.) in Cyrenaika (s, d.) um380 v. Chr. gestifteten philosophischen Sekte, welche, nachdem sie ungefähr l«>9 Jahre in-und außerhalb Griechenland geblüht hatte, durch Epikur verdrängt wurde. Die Cyrenaikerheißen auch Hedoniker, weil sie die Lust als höchstes Gut ansahen, und standen somit denCynikern geradezu entgegen. Wie diese verachteten sie die speculative Philosophie und bil-beten blos die praktische nach ihrer einseitigen Richtung aus, die zum Atheismus führte.Won Aristipp's Nachfolgern, die meist aus Cyrene waren, sind, außer seiner Tochter Areteund seinem Enkel Anstippus Metrodidaktus, Antipatcr, Anniceris, Thevdorus und Hege-sias die berühmtesten.
Cyrene, eine Stadt im Innern von C y r e na ik a (s. d.), war eine Colonie von Spartaund gehörte zu den sogenannten Fünfstädten (Pentapolis). Sie hatte viele Tempel undeine Akropolis und war der Geburtsort des Philosophen Ari stipp (s. d.), des Annicerisund Käkkleades, sowie des Dichters Kallimachus und des Astronomen Eratvsthenes, Groß,artige Ruinen der Stabt finden sich in dem heutigen Grepne im Reiche Barka (s. d.).
Cyrill, der Apostel der Slawen, aus einer ansehnlichen Familie der halb slawischenhalb 'griechischen Stadt Thessalvnich abstammend, erwarb sich durch seine Kenntnisse denBeinamen des Philosophen. Unter dem byzantin. Kaiser Michael 1». ging er, zum Priestergeweiht, sofort zu den Chasaren am Kaspischen Meere, unter denen er viele und selbst denKhan bekehrte. Als nachher der heidnische Bulgarenfürst Boris den griech. Patriarchen umGlaubensprediger bat, wurde C. mit seinem Bruder Me thod dahin geschickt und taufte Bo-ris im I. 869. Auch der Großfürst von Mähren, Rastic, von den glücklichen Erfolgen be-nachrichtigt, lud die beiden Brüder ein, zu ihm zu kommen. Sie folgten der Einladung undließen sich in der alten Burg Welehrad nieder. Hier vollendeten sie mit ihren zahlreichenSchülern die Übersetzung der heiligen Schriften, die sie bereits vor ihrer Reise nach Bulga-rien angefangen und dort fortgesetzt hatten. Diese Werke, noch gegenwärtig bei allen Christendes griech.-katholischen Ritus (Russen, Bulgaren und Serben) gebräuchlich, sind in der so-genannten Kirch ensp rache (s. d.) geschrieben. Von Mähren aus verbreitete sich das Chri-stenthum nach slaw. Ritus auch nach Böhmen, dessen Fürsten Boriwoj und Ludmilla C.taufte. Der slaw. Ritus zog aber den beiden Brüdern den Haß der lat. Geistlichkeit zu; vonihr verfolgt und verklagt, mußten sie sich vor dem Papste rechtfertigen. C. starb inzwischenim I. 868; Method aber kehrte, zum Erzbischof von Mähren geweiht, nach Welehrad zu-rück. Die C. zugeschriebenen „^pologi morales" gab Corter (Wien 1639 ) heraus. Vgl.Dobrowsky, „C. und Method" (Prag 1824) und Richter, „C. und Method" (Olmütz 1825).
Cyrillus von Jerusalem, Kirchenvater, geb, in Jerusalem um 315 n. Chr., wurde334 Diakonus, im folgenden Jahre Priester und nach des heil. Maximus Tode 351 Bischof