Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
759
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Cyprian (Ernst Salomon) Cyrenaika 759

obrigkeitlichen Befehl in Karthago» Gärten gepredigt hatte, am 14. Sept. 258 in seinerVaterstadt enthauptet. Von seinen Schriften, die nicht so schwülstig und hart stilisirt sindwie die Tertullian's, erwähnen wir vorzugsweise die 83kssstolse", die eine Hauptquellefür die ganze damalige Kirchengcschichte bilden, und das berühmte BuchDe unitsto occle-°>ue" (herausgeg. von Stephani, Lond. 1632), worin er über Art und Nothwcndigkeit deräirßcrlichen Kircheneinheit spricht. Die beste Ausgabe seiner gcsammtcn Werke besorgte Ba-luzzi (Par. 1726, Fol.), eine Handausgabe Goldhorn in derLiblintlleca patrum eceles.Irrt, sei.", herausgegcben von Gcrsdorf(Bd. 2und3, Lpz, 183839). Eine deutsche Über-setzung erschien zu München (4 Bde., 1818). Treffliche Erläuterungen über C. geben Dod-well'svissertrrtiooes 6>priaiiieir«:" (Oxf. 1684). Vgl. Rettbcrg,C. nach seinem Lebenund Wirken" (GLtt. 1831).

Cyprian (Ernst Salomon), einer der gelehrtesten Theologen des 18. Jahrh-, geb. zuOstheim vor der Rhön in der ehemaligen Grafschaft Henneberg am 22. Sept. 1673, studirteseit 1692 zu Jena anfangs Medicin, dann aber aus besonderer Neigung und gegen denWillen seines Vaters Theologie. Zu seiner fernern Ausbildung ging er 1698 nach Helm-stedt, wo er 1699 außerordentlicher Professor der Philosophie wurde. Schon im nächstenJahre erhielt er den Nus als Direktor des EHNmasiumL. zu KLbiwg, dem er mit so ausge-zeichneter Umsicht Vorstand, daß ihn der Herzog Johann Ernst von Sachsen-Koburg zumErzieher seiner vier Söhne erwählte. Um sich über den Zustand der Separatistcngcmeindenzu unterrichten, unternahm er 1704 eine Reise nach Holland. Ein bedeutenderer Wirkungs-kreis ward ihm, als er 1713 durch Herzog Friedrich ll. von Sachsen-Gotha als Kirchenrathangestellt und zugleich die Aufsicht über die Söhne des Herzogs und die herzogliche Bibliothekihm anvertraut wurde. Seit 1736 führte er das Vicepräsidium im Oberconsistorium, welcheWürde vor ihm noch nie ein Theolog bekleidet hatte. Er genoß fortwährend des vollstenVertrauens seines Fürsten; doch hatte er auch seine Feinde. Namentlich arbeitete ihm desHerzogs Friedrich's III. Gemahlin, eine geborene Prinzessin von Sachsen-Meiningen, viel-fach entgegen, an welcher er sich auch in einer Predigt durch ein Wortspiel, indem er ausries:Alles Unglück kommt von Meinungen!" zu rächen suchte. Er starb am 19. Sept. 1745und bestimmte den größten Theil seines Vermögens zu frommen Stiftungen. Sein Eiferfür das Wohl der Kirche sprach sich vor Allem darin aus, daß er unter den Protestanten inden verschiedenen Ländern eine engere Verbindung zu Stande zu bringen suchte. Diesglaubte er namentlich durch seineHilaria evangelics, oder theologisch-historisch^; Berichtvon dem andern evangelischen Jubelfest" (Goth. 171 9, Fol.) zuKMWn. LavelnsMerthaber war seine harte Polemik gegen Arnolds,Archen- und Ketzerhistörie", sowie sein hefti-ges Eifern wider jede auch hlos äußerliche Vereinigung der protestantischen und reformsstenKirche, welche damals von Tübingen aus betrieben wurde. Seine Ansichten in letzterer Be-ziehung legte er in dem WerkeLommonitormm, oder abgedrungener Unterricht von kirch-licher Vereinigung der Protestanten" (Franks. 1722; 2. Ausl., 1726) nieder, welchesdamals ungemeines Aufsehen erregte und sogar einen, jedoch nicht veröffentlichten, Beschlußdes <7or;,»s blvimgelicorum gegen C. hervorrief. Unter seinen übrigen zahlreichen Schriftensind die vorzüglichsten dieÜberzeugende Belehrung von dem Ursprünge und Wachschumdes Papstthums" (Gotha 1719 und öfter);Historie der Augsburger Confession" (Gotha1730, 4.);tüumpenilüiin bistorias ecclesiastieae Aottianum" (Gotha 1733 ; 2. Ausl.,1735). Seine kleinern Schriften gab am vollständigsten Fischer (Kob. 1755, 4.) heraus.

Cyrenalka, seit der Herrschaft der Ptolemäer auch Pentapolis genannt, war einenicht unbedeutende Landschaft an der Nordküste Afrikas, zwischen Marmavika und derWüste,und bildete das heutige westliche Barka (s. d.) im Staate von Tripolis. Bevölkert wurdediese Gegend zuerst durch Battus aus Thcra, der um 631 v. Ehr. eine griech Colonie hierherführte. Unter den Nachkommen desselben erhielt es eine beschränkte königliche Negierungund unter Arcesilaus lll. kam es an die Perser. Um 514 v. Ehr. nahm es eine republikani-sche Verfassung an, in welcher Zeit Handel und Schiffahrt, Künste und Wissenschaftenblühte»; bald aber rissen in Folge innerer Zerwürfnisse einzelne Tyrannen die Herrschaft anIlch. Nach Alexander's Tode, wurde es von Ptolemäus Lag! erobert und zu Ägypten gesthla-gen. Seitdem blieb ss im Besitze der Ptolemäer, bis es Apivn, ein unechter Sohn des Pty-