Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
758
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758 Cypreffen Cyprian (Thascins CäciliuS)

Griechen unter Pausanias und Cimon, die Insel der Perserherrschaft zu entreißen, misglück-len; doch mußte sie sich nach der Schlacht bei Jssus, Alexander dem Großen 322 v, Chr. un-terwerfen, nach dessen Tode sie an Ptolemäus von Ägypten kam. In den Händen der Ptole-mäcr blieb sie, dir die Habsucht der Römer den Besitz derselben 58 v. Chr. an sich riß. Nachder Theilung des röm. Kaiserthums blieb sie dem östlichen Reiche unterworfen und wurdedurch Statthalter aus kaiserlichen» Gcblüte regiert. Von diesen machte sich Komncnus I.unabhängig, dessen Nachkommen den Thron behaupteten, bis Richard I. von England l 19 ldie Familie Lusignan mit der Insel belehnte. Nach dem Aussterben der Lusignans in dermännlichen Linie kam Jakob, ein natürlicher Sprößling derselben, zur Regierung. Er hatteeine Venetianerin, Katharine Cornaro, zur Gemahlin, die nach seinem Tode für ihren un-mündigen Sohn die Negierung führte, 1489 aber die Insel ihren Landsleuten, den Vene-tianern, überließ. Diese blieben im Besitze, bis l 57 l der Feldherr Selim's II., nach der ta-pfersten Gegenwehr des Marco Ant. Bragadino, der elf Monate lang Famagusta verthei-digte, die Insel eroberte und mit dem türk. Reiche vereinigte. Der türk. Feldherr brach da-mals die Kapitulation, ließ die Gefangenen niederhauen und dem tapfer» Bragadino dieHaut abziehcn und ausgestopft an die Raa seines Admiralschiffs als Trophäe aufhängen.Im Juli 1832 besetzte der Vicekönrss'vöN Ägypten, Mehemed Ali Pascha, die Insel undwurde damit > 833 vom Sultan förmlich beliehen, 1840 aber nahmen sie wieder die Türkenohne große Mühe in Besitz.

Cypreffen, immergrüne Bäume aus der Familie der Zapfentragenden. Man kenntmehre Arten Cypreffen, die in der Levante, Indien und Nordamerika wild wachsen und zumTheil bei uns cultivirt werden. Die gemeine Cypreffe (OipresE 8emperviron8) wächstim Archipel und im südlichen Europa wild, verträgt aber den deutschen Winter nicht. Sie istseit den ältesten Zeiten Symbol der Trauer; Römer legten ihre Zweige in die Särge der Ver-storbenen und bezcichneten durch sie das Trauerhaus. Während man sie in Europa nurdichterisch interessant findet, behandelt man sie unter mohammed. Völkern mit religiöser Ach-tung und pflanzt sie mit auffälliger Vorliebe an. Ihr Holz galt den Alten für unverwüst-lich und widersteht allerdings dem Wasser, wie alle harzige Hölzer, geraume Zeit. Mankennt in archäologischen Sammlungen Stücke, die mehre tausend Jahre alt sind. Die Kul-tur der Cypreffe ist unter einem mildern Himmel nicht schwer; ihre Vervielfältigung ge-schieht durch Ansstreuen der Samen, die nur mit dünner Erdschicht bedeckt werden dürfen.Von M nsrdamerik. Cypreffen, die zum Theil gewaltig groß werden, findet man in engl.Anlagen ziemlich häüMdkfW 1736 eingeführte sogenannte weiße Ceder (L»;>rossii8 tiu>)-vi»Ie8 und die (1u;,r<;8SU8 eli8ticba).

Cyprian (Thascius Cäeilius), der Heilige, einer der bedeutendsten Kirchenvater, dernächst seinem Lehrer Tertullian den meisten Einfluß aufDenkart und Sprache der lat. Kirchegeübt hat, wurde im I. 20t» n. Chr. zu Karthago geboren und stammte aus einer angesehe-nen Familie. Anfangs Lehrer der Rhetorik, bekehrte er sich um 245 zum Christenthum underwarb sich durch Vertheilung seiner Habe unter die Armen sowie durch sein strengsittlichesLeben solche Achtung, daß ihn die Gemeinde zu Karthago bald zum Presbyter und 248 zumBischof wählte. Die Idee einer einigen, sichtbaren, im Bisthume repräsentirten Kirche lei-tete ihn bei seiner gesammten Wirksamkeit, in welcher Energie und Weisheit nicht zu ver-kennen ist. Vgl. Huther,C. 's Lehre von der Kirche" (Hamb. 1 839). Zwar entwich er inder Verfolgung unter DeciuS in die Wüste, allein auch fern behielt er das Wohl seiner Ge-meinde im Auge und unterdrückte bei seiner Rückkehr im I. 25 l die Spaltung, welche überdie Wiederaufnahme der in der Verfolgung abtrünnig Gewordenen entstanden war. Auchan der Beilegung des Novatianischen Schisma in Nom nahm er Theil. Seine Ansichtenüber das Ansehen des röm. Bischof sind oft unrichtig gefaßt worden; wol sah C. in ihmden Nachfolger Petri und übertrug auf ihn die Vorstellung von der Repräsentation der Kir-cheneinheit im PetrnS, aber er erklärte diese Repräsentation nur für die erste der Zeit nach,der die nachfolgenden durch die übrigen Apostel und ihre Nachfolger vollkommen gleich-men. Daher trat er dem röm. Bischof Stephanus fest entgegen, als dieser im Streite überdie Kctzertaufe oberrichterliche Autorität beanspruchte. Bei der Verfolgung unter Valerianfpurdt er 257 nach Kuruba, zwölf Stunden von Karthago, verbannt und, als er gegen den