Cynthius Cypern 757
Dieberühmtcsicn ihrer Mitglieder außer dem Stifter waren Diogenes vonSinvpe(s.d.)'Krates von Theben nebst seiner Frau Hipxarchia und Mcnippus. Später trat an die Stelleder cynischen Schule die stoische. Noch jetzt pflegt man mit Cyni smus die Verachtung undVernachlässigung alles äußern Anstandes zu bezeichnen.
Cynthms ist ein häufiger Beiname des Apollon, vom Berge Cynthus auf der InselDelos, an dessen Fuße ihm ejn Tempel erbaut war; auch seiner Schwester Diana, welcheder Sage nach auf dem Cynthus geboren wurde.
Cyparissus, ein Jüngling von der Insel Ceos, der Sohn des Telephus, ein Lieblingdes Apollon, erlegte aus Unvorsichtigkeit einen Hirsch, den er lieb hatte, und wollte sich des-halb aus Gram lödten; Apollon aber verwandelte ihn in einen Cypressenbaum.
Cypern oder Kib ris, im Griechischen liz-pens, eine der größten Inseln am östlichenEnde des Mittelmeers zwischen dem Cilicischcn und Pamphylischen, dem Ägyptischen undSyrischen Meere, den Küsten von Cilicien und Syrien gegenüber, umfaßt einen Flächenraumvon 250 IHM. und war wegen der Fruchtbarkeit, der wichtigen Lage und trefflichen Häfenseit der frühesten Zeit ein Gegenstand immerwährenden Kampfes. Die älteste Geschichte derschon von Homer gekannten Insel verliert sich in die sagenhafte Vorzeit. Gegenwärtig bildetsie eine Statthalterschaft oder ein Ejalet des osman. Reichs. Sie hat^ast die Gestalt einesDreiecks und wird von einer Gebirgskette mit zum Theil vulkanischen Höhen durchzogen.Der höchste Punkt ist der Oros-Stawros oder Monte-Croce. Das Klima ist außerordent-lich mild und gesund, die Vegetation des Landes reich und üppig, der Anbau desselben aberzu sehr vernachlässigt und das Land mehr ein Land voll Trümmer als ein bewohntes zunennen. Erdbeben, Kriege und verheerende Krankheiten haben dazu beigctragcn, die Inselzu entvölkern, die Zahl der Bewohner beträgt gegenwärtig nur etwa lOUOOO, meist Grie-chen. Dieselben treiben etwas Getreide-, Gemüse- und Gartenbau, gewinnen Baumwolle,Hanf und Taback, sowie Oliven, Südfrüchte und Gewürzkräuter. Auch ist C. das Vater-land des Blumenkohls. Die Waldungen, welche aus Cedcrn, Pinie» und Cypressen, nebenEichen und Buchen bestehen, liefern ausgezeichnetes Bau - und Nutzholz, die Viehzucht istunbedeutend, ebenso die Bienen- und Seidenzucht. Noch jetzt stehen in hohem Wcrthe dieCyper weine, von denen der Commandcria der vorzüglichste ist; sie sind, wenn sie aus derPresse kommen, roth, werden aber nach fünf bis sechs Jahren blässer; nur eine Sorte, der äu-ßerst süße Muskateller, hat in den ersten Jahren eine weiße Farbe, wird je älter je röther undnach Jahren dick wie Syrup. Anfangs werden sie in vcrpichte Schläuche gefüllt, .daher sieeinen starken Pechgeruch erst nach mehren Jahren verlieren. Na ck dcm^e üen,Lande kommensie in Gebinden, müssen aber nach einiger Zeit aus Flaschen abgezogen werden, wenn sie sichhalten sollen. Die Jnsel.ist jetzt wieder eine unmittelbare Domaine der Pforte und zerfällt indrei Sandschakate Leskoscha, Kerina und Baffa. Die Hauptstadt im Innern der Insel,Nikosia oder Leskoscha, mit r6000 E-, ist der Sitz eines griech. Erzbischofs und eines armen.Bischofs; die wichtigsten Küstenstädte sind das südliche Larnaka, welches der Sitz der Kon-suln ist und 5000 E. zählt, und von wo aus namentlich viel Wein nach Venedig und Livornoverschifft wird, und im Osten Famagusta. In mythischer und historischer Beziehung warenaus C. im Alterthume namentlich die Orte Paphos, Amathusia und Salamis berühmt, so-wie der Berg Olymp mit einem reichen Venustcmpel. Der Sage nach war Venus an Ky-theras, dann an C.s reizendem Ufer aus dem Schaume des Meers cmporgestiegcn, daher auchihre Verehrung auf C. allgemein war und sic selbst den Beinamen Cypris oder Cypriaführte. In Hinsicht des Bodens war C. vorzüglich reich an Weizen, Wein, Feigen, Honigu. s w., ferner an Edelsteinen und andern wcrthvollcn Mineralien, namentlich aber an demvon den Alten hochgeschätzten Kupfer, welches in den Hütten und Kupferhämmern bei Ta-massus und Soli bearbeitet wurde. Auch verfertigte man prachtvolle Tischgedecke und Tep-piche. Die ersten Bewohner sollen Phönizier gewesen sein, zu denen nach dem trojanischenKriege auch Griechen, später Ägypter sich gesellten. Die an der Küste gelegenen neuen vor-züglichsten Städte, Salamis, Citium, Amathus, Paphos u. s. w., bildeten ursprünglich un-ter einzelnen Fürsten ebenso viele kleine Staaten. Amasis war der Erste, der die ganze Inselum 5 50 v. Ehr. der ägypt. Herrschaft unterwarf, worauf sie unter Kambyses zugleich mitÄgypten um 525 v. Ehr. an die Perser überging. Die Versuche der Ionier und nachher der