Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
755
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Cykloimber CykluS 755

enne, Fermat, Torricclli, Viviani, Pascal, Wallis, Joh. Bernoulli und HuyghenS. Mitihr verwandt ist die kleine Cykloide, die auch Gefährtin der Cykloide oder SinuSkiniegenannt wird und in der Theorie der schwingenden Saiten gebraucht wurde.

Cykloimber (eirculus imbricstus, d. h. hohlgebogener Kreis) nennt man eine Curvevon doppelter Krümmung, die auf der Oberfläche eines senkrechten CylinderS mit kreisför-miger Basis verzeichnet ist.

Chklometrie nennt man denZnbegriff der Formeln, welche zwischen den Kreisbogenund ihren Sinus, Cosinus, Tangenten u.s.w. bestehen. Sie bildet einen der wichtigsten undschönsten Theile der neucru Analysis; dahin gehören z. B. die Reihen, welche die Sinus,Tangenten u. s. w. durch ihre Bogen und umgekehrt ausdrücken.

Cyklöpen, eigentlich die Rundäugigcn, erscheinen in der griech. Mythologie von drei-facher Art. Die Homerischen Cyklöpen sind wilde, gesetzlose und dabei riesenhafte Bewohnerder sicilischen Seeküste, und ihre hervorragendste Persönlichkeit istPolyphemus (s. d.).Wenn sie auch Homer nicht gerade einäugig nennt, so wird dieses doch vom Polyphcmusausdrücklich gesagt, und dann von spätern Dichtern auf alle Cyklöpen übergetragen. Dievon Hesiod angeführten drei Cyklöpen, Brontes, Stcropes und Arges, Söhne des Uranusund der Gäa, gehörten zum Titanengeschlecht und schmiedeten dem Jupiter die Donnerkeile.Von Uranus wurden sie in den Hartarus geworfen; von der Gäa befreit, verhalfen sie demKronos (Saturnus) zur Herrschaft, stürzten jedoch diesen wieder, weil er sie ebenfalls in denTartarus geworfen, nachdem sie von Jupiter befreit worden waren. Von nun an erscheinensie als Diener des letzter» und werden zuletzt vom Apollon getödtet, weil sie jenem den Don-nerkeil geschmiedet, mit dem er den Äskulap tödtcte. Die spätere Sage versetzte sie mit ihrenWerkstätten in den Ätna oder in Vulkane auf Lemnos und Cipare und machte sie zu Di»-nern des Hephästus. Die dritte Ärt sind diejenigen Cyklöpen, welche nach Strabo aus Ly-cien kamen und in Argolis Bauwerke aufführten, welche unter dem Namen CyklopischeM auer n bekannt waren. Wahrscheinlich wurden Bauwerke, welche sich durch ihre Größe»nd Festigkeit auszeichneten und der pclasgischen Vorzeit angehörten, ohne irgend eine hi-storische Grundlage so genannt. Nach Otfr. Müller waren die Cyklöpen ein ganzes unterpriesterlicher Leitung vereinigtes Volk, das in der pclasgischen Ebene von Argos, welche vor-zugsweise cyklopischer Boden heißt, den Ackerbau betrieb und den Achäern zinsbarwurde. In der Zoologie heißen Cyklöpen eine Gattung der Kiemenfüße.

Cyklus, so viel als Periode, bedeutet eine Reihe von Jahren, nach deren Beendigungdieselben Erscheinungen in derselben Ordnung wieder cintretcn, und ist besyWu»«» der ma-thematischen Chronologie gebräuchlich. Hierher gehört z. A^her.Meton'sche Cyklus von 19Jahren, nach deren Verlauf die Mond ersckei nuuaen oder Mondphasen ziemlich genau wiedermit den gleichen Stellungen der Sonne Zusammentreffen, eine Entdeckung, die der AthenerMeton um 432 n. Chr. machte. Auch wird dieser Cyklus der Mondscirkel oder der Cyklusder goldenen Zahl genannt. Man findet die letztere, wenn man zu dem gegebenen JahreChristi I addirt und die Summe durch 19 dividirt; der Nest dieser Division ist die goldeneZahl. So ist für das Jahr 1843 die goldene Zahl t im alten Julianischen sowol als auchim neuen oder Gregorianischen Kalender. Der Sonnen cyklus oder Sonnencirkel ist einZeitraum von 28 Jahren, nach dessen Verlauf die Ordnung der Wochentage bleibend wiederauf dieselben Monatstage fällt, was jedoch streng genommen nur im Julianischcn Kalenderstattfindet. Addirt man zu einem gegebenen Jahre Christi die Zahl 9 und dividirt die Summedurch 28, so ist der Rest dieser Division der gesuchte Sonnencirkel, d. h. er gibt an, das wie-vielste Jahr einesSonnencirkels das gegebeneJahr ist. So ist für 1843der Sonnencirkel 4.Von einem dritten noch in den Kalendern vorkommenden Cyklus, demJndictionencirkel,der «us 15 Jahren besteht, läßt sich der Ursprung und die Bedeutung nicht mit Bestimmt-heit angeben. (S. Römerzinszahl.) Die drei Zahlen, welche angebcn, das wievielsteJahr in jedem dieser drei Cyklen ein gegebenes Jahr sei, heißen die chronologischen Merkmaleeines Jahres. Der Fall, daß ein Jahr dieselbe Zahl in allen drei Cyklen wieder erhält, kannerst nach 1980 Jahren, welcher Zeitraum die Julianische Periode heißt und von Jos. Scali-ger angegeben worden ist, wieder eintreten; daher kommen in der ganzen Geschichte nichtzwei Jahre vor, deren drei chronologische Merkmale gleich wären.

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