Cyanometer Cybele 753
res Kali zurückbleibt. Lehteres Salz ist es, in welchem man das Chlorgold u. s. w. behufsder galvanischen Vergoldung auflöst. Durch Zersetzung mit Metallsalzen gibt das Cyan-kalium die verschiedenen Cyanmetalle oder blausauren Salze. Von diesen ist besondersdas Cyanquccksilber in der Medicin angewendet worden. Alle Cyanmetalle verbin-den sich mit Cyaneisen zu Doppelsalzen, von denen außer dem Blutlaugensalze hier nochdas Cyaneisenzink, als medicinisch angewendet, und die als Berlinerblau (s.d.)bekannte Verbindung von zwei verschiedenen Cyanüren des Eisens genannt werden mögen.Letztere bildet sich stets, wenn man Eisensalze mit Blutlaugensal; zusammenbringt, entwe-der sogleich oder bei längerm Stehen an der Luft. Cyanverbindungen können überall Vor-kommen, wo das oben angegebene Zusammentreffen von Stickstoff, verbunden mit Kohleund Alkalien, in der Hitze stattfindet; sie finden sich daher auch in den Producten der Stein-kohlengasanstalten. Aus den Cyanmetallen laßt sich die Verbindung des Cyans mit Was-serstoff, die Blausäure (s. d.), isoliren. Das reineCyan selbst erhält man am bestendurch Erhitzung des Cyanquecksilbers. Es ist ein farbloses, compressibles, stechend riechen-des, giftig wirkendes, in Wasser sich reichlich auflösendes Gas. Leitet man Cyangas durchSchwefelalkalien, so erhält man Schwefelcyan metalle, von denen dasSchwefel-cyankalium, eine in feine farblose Nadeln krystallisirende Verbindung von Cyan, Schwe-fel und Kalium, darum genannt werden mag, weil es ein Bestandthcil des gesunden Spei-chels seir soll, dem es die Eigenschaft erthcilt, Eisensalzauflösungen blutroth zu färben.
Chünometer heißt ein von Saaffure erfundenes Instrument, um die Intensität derBläue des Himmels zu messen. ES besteht aus einer in 51 Felder getheilten Platte, derenFarben vom hellsten bis zum dunkelsten Blau wechseln. Die Zahl des Felds, dessen Blaumit dem des Himmels am meisten übereinstimmt, gibt die Bläue des Himmels an. Parrotund Leslie haben andere, aber unvollkommene Instrumente zu diesem Zwecke vorgeschlagen.
Cybkle war ursprünglich eine Landesgöttin der Phrygier, wie die Isis, das Symboldes Monds und, was nahe damit verwandt ist, der Fruchtbarkeit der Erde, weshalb sie mitder Rhea (s. d.) in Eins verschmolz, deren Dienst in Kreta entstand und in welcher die per-sonificirte Natur verehrt wurde. Die Griechen bekamen die Idee der C. nicht mehr rein, son-dern in Geschichte eingekleidet. C. war, nach Diodor, die Tochter des phrygischcn KönigsMäon und seiner Gemahlin Dindyma. Aus Verdruß, daß ihm kein Sohn geboren worden,setzte sie der Vater auf dem Berge Cybelus aus, wo sie von Löwen und Panthern gesäugt,nachher von Hirtenweibern gefunden und auferzogen wurde. Durch Schönheit und Klug-heit hervorragend, ward sie die Erfinderin der Pfeifen und Trommeln, womi t üe. die Krank-heiten der Thiere sowie der Kinder heilte, weshalb sie von den Lau dleuten den Namen derGuten Mutter vom Gebirge erhielt. Während dieser Zeit trat sie mit dem Marsyas in ver-traute Freundschaft und, entbrannte in heftiger Liebe zu dem Atys. Mit der Zeit ward sieentdeckt und von ihren Altern wieder angenommen. Sobald aber Mäon ihr Verhältnis zudem Atys erfuhr, ließ er diesen umbringcn. (S. Aty s.) Hierüber ward C.rasend und durch-irrte mit zerstreuten Haaren und unter dem Lärme der von ihr erfundenen Trommeln undPfeifen mehre Länder bis in den fernsten Norden. Während ihrer Abwesenheit entstand inPhrygicn eine Hungersnoth, welche erst endigte, als man aus Befehl des Orakels der C.göttliche Ehre erwies und das Bild des Atys, da man seinen unbeerdigt gebliebenen Leich-nam nicht auffinden konnte, bestattete. Zum Andenken an den Atys waren die Priester derC. Verschnittene; ihr Gottesdienst aber, der sich von Pessinus aus verbreitete, bestand ineinem tobenden Lärmen mit Instrumenten und im Umherschweifen durch Felder und Wäl-der. Wie ihre Verehrung auf Kreta sich mit dem dort schon vorhandenen Dienste der Nheavermischte, so ward sie auch mit der alten lat. Göttin Ovs vereinigt. Nach Rom holte mansie im I. 2«>6 v. Chr. auf Anrathen der Sibyllinischen Bücher. Ihre ursprüngliche Statuewar blos ein dunkler viereckiger Stein. Nachher wurde sie als Matrone mit einer Mauer-krone auf dem Haupte abgebildet, womit auf die durch den Ackerbau entstandene Bildungder Menschen und die Städteerbauung hingcdeutet ward. Ein gewöhnliches Attribut istauch der Schleier um das Haupt, der sich auf das Verborgene und Unbegreifliche in der Na-tur bezieht. In der rechten Hand hält sie oft einen Stab als Sinnbild ihrer Herrschaft undEonv.-Lex. Neunte Aufl. Hl. ^