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machte er sehr bald Aufsehen. Nachdem er mehre andere geistliche Ämter zu St.-Wendeiund in Koblenz bekleidet hatte, wohnte er als Archidiakonus der bischöflichen Kirche zu Lüt-tich dem bascler Concilium bei und verfocht dort, besonders in dem den versammelten Väternüberreichten Werke „I)s concorOsntia cstbnlic-l", eifrig die Ansicht, daß der Papst unterdem Concil stehe. Von Eugen IV. jedoch gewonnen, wurde er bald eine Stütze des heiligenStuhls, ging als dessen Gesandter nach Konstantinopel, um noch einmal die Vereinigungder griech. mit der abendländischen Kirche zu versuchen, und erhielt dann den Auftrag, die sosehr zerrüttete Klosterzucht in Deutschland wiederhcrzustellen. Papst Nikolaus V. erhob ihn1448 zum Cardinal und Bischof von Brixen und übertrug ihm die Bearbeitung der Werkedes Archimcdcs. In Folge davon schrieb E. sein Buch „De ec>mp!ei»e»tis maibematiois".Noch mehrmals war er später als Legat in Deutschland, z. B um 1452 mit den Hussitenzu unterhandeln; später aber gerieth er mit dem Erzherzoge Sigismund von Ostreich, vonwelchem er den Lehnseid.für dessen im Bisthume Brixen gelegenen Besitzungen foderte, invielfache Händel, wurde gefangen und nur erst unter harten Bedingungen losgclafscn. Erstarb zu Todi in Umbrien am >1. Aug. 1464 und ward in Nom begraben, sein Her; aberi» der Kirche des von ihm gestifteten Krankenhospitals zu Kues beigeseßt. Außerordentlichfür seine Zeit waren besonders seine mathematischen Kenntnisse. Er erkannte die Mehrheitder Welten, trug in seinen Schriften schon die Lehre von der Bewegung der Erde um dieSonne, die zwei Jahrhunderte später Galilei so viel Verfolgungen zuzog, vor und brachtedie Nothwcndigkcit der Verbesserung des Julianischen Kalenders hundert Jahre früher, ehesie wirklich zu Stande kam, i» Anregung. Er glaubte auch die berüchtigte Quadratur desKreises gefunden zu haben, aber Rcgiomontan zeigte ihm den Jrrthum seiner Schlüsse.Übrigens war er einer der Ersten, welcher den Betrug der Jsidorischen Decretalien und derKonstanlinischen Schenkung erkannte und darüber in seinem Werke „De catknlica veiitate"sprach. Seine Werke erschienen gesammelt zu Basel (3 Bde., 1665, Fol.). Seine Lebens-beschreibung gab Hartzheim (Trier 1730) heraus.
Custine (Adam Philippe, Graf von), geb. zu Metz am 4. Febr. 1740, trat schon alsKnabe in die franz. Armee und wohnte 1748 dem Feldzüge in den Niederlanden unter demMarschall von Sachsen bei. Nach dem Frieden wurde er Lieutenant und setzte seine Studienzu Paris fort. Später trat er in das Regiment Schömberg und erhielt 22 Jahre alt durchdie Gunst des Herzogs von Choiseul ein Dragoncrregiment, das seinen Namen führte. ImSiebenjährigen Kriege zeigte er so viel militairische Bildung und Talent, daß er sogar vonFriedrich dem Großen sehr belobt wurde. Die Leidenschaft nach Nuhm und j^er Haß gegendie Engländer führten ihn bei dem Aufstande der Colonicu »ach Amerika, wo er unterWashington focht. Bei seiner Rückkehr wurde er zum Mare'cbal de Camp und Gouverneurvon Toulon ernannt. Die Zusammcnberuftmg der Generalstaaten, in die er als Abgeord-neter des Adels von Metz trat, gaben ihm auch Gelegenheit, sich auch als Gesetzgeber undVertheidiger der politischen Reform glänzend auszuzeichnen. Um das Generalcommandoüber die franz. Heere zu übernehmen, trat er aus der Nationalversammlung. JmMai 1702bemächtigte er sich der Pässe von Bruntrut. Im Juni erhielt er am Unterrheine den Ober-befehl, bemächtigte sich der Stadt Landau und nahm die Linien von Weissenbnrg, Speyer,Worms, Mainz und Frankfurt, von wo er sich 1703 in den Elsaß zurückziehen mußte.Hier erhoben sich, während er die Armee rcorganisirte, Klagen gegen ihn über Einverständ-nis! mit dem Feinde, die sicher ungegründet waren; er verlangte seine Entlassung, die er abernicht erhielt. Auf die Anschuldigungen Marat's und Billaud-Varennes' vor dem Wohl-fahrtsausschüsse begab er sich im Juni zur Verantwortung nach Paris, wo er eingekerkerkund, obschon er sich mit vieler Geistesgegenwart vertheidigte, am 28. Aug. >703 zum Todeverurtheilt und am folgenden Tage unter Betheuerung seiner Unschuld hingerichtet wurde.Einige Stunden vor seinem Tode schrieb er seinem Sohne einen Brief, in welchem er dem-selben seine Ehrenrettung aus seiner Correspondenz aftcmpfahl. Allein der Sohn folgte sehrbald dem Vater auf das Schafot und konnte diese Pflicht nicht erfüllen. Später veröffent-lichte zu Hamburg der General Baraguay-d'Hillicrs die Papiere C.'s unter dem Titel„Nemoires postbumes du gensrsl srsnyais comts cle 6., reUiges pur un Oes »es aiOes Oecsmp" (deutsch, 2 Bde., Berl. 1705).