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und dieser Verbildung gegenüber erhält der Naturstand de« Menschen einen Vorzug. — Inder kandwirthschaft versteht man unter Cultur den Anbau oder die Urbarmachung wüsterLändereien oder Holzungen, auch den Anbau und die Pflege der Feldgewächft selbst.
Culturstangen nennt man in der Forstwissenschaft sowol die Aste der Waldbäume,welche reifen Samen tragen, als auch Stangen, die man mit reifen Samenzapfen behängt anWaldstellen aufstellt, welche der Samenbäume entbehren.
Cultus, s. Gottesdienst.
Cumä, eine uralte Stadt in Campanien an der Meersrüste, auf der steilen Anhöheeines Bergrückens, wurde bereits um 1050 v. Chr. von cuböischen Chalcidenscrn gegründetund war die erste griech. Colonie in Italien. Sie gelangte bald zu Reichthum und Macht,batte eine besondere Hafenstadt, Puteoli, und »ine nicht unbedeutende Flotte, wurde dann zuwiederholten Malen von den Etruskern und Umbrern angegriffen, vertheidigte sich jedochglücklich theils durch eigene Kraftanstrcngung, theils durch den Beistand des Königs Hicrovon Syrakus. Später stattd sie eine Zeit lang unter der Herrschaft des Tyrannen Aristodc-mus und unterlag endlich, durch innere Wirrungen zerrüttet, im 1.417 v. Chr. dem heftigenAndrange der Campaner. Zwar erhielt sie hernach das röm. Bürgerrecht, allein der gänz-liche Verfall, der im ersten Jahrh. n. Chr. erfolgte, war nicht mehr zu vermeiden. Seit die-ser Zeit behauptete es sich nur noch als ein unbedeutendes Städtchen, das im I. 1203 vonden Neapolitanern völlig zerstört wurde. Noch jetzt zeigt man zwischen dem Lago-di-Patriaund Fusaro die übriggcbliebenen Trümmer von Mauern, Tempeln, Wasserleitungen undeinem marmornen Triumphbogen. Angeblich war hier der Aufenthaltsort der rumänischenSibylle (s.d.), der man den Verkauf der sibyllinischcn Bücher an Tarquinius zuschreibt.Auch besaß Cicero in der Nähe ein Landgut, C uman um genannt.
Cumberland, die nordwestlichste Grafschaft Englands, umfaßt unter dem Titel einesHerzogthums 70 IHM. und wird begrenzt durch die Irische See und die hier tief eingreifendeSolwaybucht im Westen und auf der Landseite von der schot. Grafschaft Dumfries und denengl. Shires Northumberland, Durhanp Westmoreland und Lancaster. Mit Ausnahmeder ziemlich breiten ebenen Nordwestküste, wo die See ihren mildernden Einfluß ausübt, ge-hört C. zu den höchsten, kältesten, aber doch gesundesten Grafschaften Englands. Über denbis in das Spätfrühjahr hinein mit Schnee bedeckten Vergebenen der von Südostcn cinra-genden Caldbeck-Fells ragen scharfkantige Felsgipfel bis zur Höhe von 3000 F. und mehr.Die Bewässerung ist zwar reich, sowol durch kurze tiefe Flüsse, worunter der Eden am be-deutendsten, wie auch durch eine Menge kleiner Seen; die Thälcr find gut angebaut und dieBergwciden unterstützen besonders die Schafzucht vvrtheilhaft; derHauptreichthumC.S liegtaber unterirdisch und vorzugsweise im Besitze dreier Mineralien, nämlich des Bleis, der Stein-kohlen und des Graphits. An Blei gewinnt man auf den northumbcrländischien Grenzbcrg-werken jährlich > I — > 2000 Tonnen, mit den Steinkohlen wird besonders Irland versorgt,und der Graphit der Gruben zu Borrowdale ist der beste der Erde, den die keswicker und lon-doner Fabriken zu den berühmtesten Bleistiften verarbeiten. Die Grafschaft zählt 169700 E.,die in den Städten eine großartige Industrie und im Allgemeinen einen ziemlich lebhaften,besonders nach Irland gerichteten Handel betreiben. Den nördlichen Theil durchzieht derPictcnwall. Die Hauptstadt C.S ist CarliSle (s. d.); außerdem sind bemcrkenswcrthWhitehavcn, Kcswick, Workkngton, Maryport und Penrith. — Den Namen C. führenaußerdem mehre Bezirke der nordamerik. Union und die südöstliche Grafschaft des Austral-festlands. (S. N e u sü d w a l e s.)
Cumberland (Richard), ein engl. Moralphklosoph, geb. zu London 1632, gest. alsBiichof von Peterborough 1718, trat in seiner Schrift „De legibus nsturae" (Lond. 1672,4.) als ein Gegner der Hobbes'schen Philosophie auf und stellte das sittliche Wohlwollen alsPrincip der moralischen Handlungen und der Glückseligkeit auf. Außerdem schrieb er überdie jüd. Gewichte und Maße. In den nach seinem Tode erschienenen „Origines gentiumiuitiljiiissim." (Lond. 1724) stellte er Untersuchungen über den Ursprung der Völker an.
Cumberlcknd (Richard), engl. Lustspieldichtcr, ein Urenkel des Vorigen, der Sohnde« nachmaligen Bischofs von Clonfcrt in Irland und der jüngsten Tochter Rich. Bentley's,geb. 1732 zu Cambridge, wurde, nachdem er hier seine Studien vollendet hatte, Privatst-