Crufius Csoma 733
„Hlarian" (Bd. I —1) enthalt die Geschichte Schwedens seit der Thronbesteigung AdolfFriedrich's, in Romanform eingekleidct und in glänzender Sprache gearbeitet, jedoch ohnekünstliche Verkettung und theilweise die Thatsachen entstellend.
Crusius (Christian Aug.), ein scharfsinniger, aber zugleich schwerfälliger und zumMysticismus geneigter Philosoph und Theolog, der zu seiner Zeit bedeutenden Einfluß durchseine Borträge und Schriften hatte, war am 10. Jan. 1715 zu Leuna bei Merseburg gebo-ren, studirte in Leipzig Theologie und Philosophie und starb daselbst als erster Professor derTheologie am 18. Oct. 1775. Er hatte den kühnen Plan, die Philosophie nicht nur zu einervollendeten und für die Vernunft völlig befriedigenden Wissenschaft zu erheben, sondern auchmit dem orthodoxen theologischen System in Verbindung zu bringen. Da er mit diesemPlane das Wolf'sche System für unverträglich hielt, so suchte er es durch ein eigenes zu stür-zen, dessen Schwächen jedoch nicht verborgen blieben, sodaß er das Ansehen desselben über-lebte. Außer mehren theologischen Schriften, die jetzt vergessen sind, schrieb er deutsche Lehr-bücher für alle von ihm angenommenen Haupttheile der Philosophie, unter welchen sein„Entwurf der nothwendigcn Vernunftwahrheiten" (Lp;. >715), seine „Logik, oder Wegzur Gewißheit und Zuverlässigkeit der menschlichen Erkenntniß" (Lpz. 1747) und seine „An-leitung über natürliche Begebenheiten ordentlich und vorsichtig zu denken" (2 Bde.,Lpz. 1774)zu nennen sind. Die Gewißheit der menschlichen Erkenntniß gründete er auf eine innereNöthigung des Verstandes und mittelbar auf die Wahrhaftigkeit Gottes, die sittliche Ver-bindlichkeit auf den freien Willen Gottes. In seiner Lebensweise zeichnete er sich durch strengeRechtschaffenheit und seltene Frömmigkeit aus.
Crustaceen, s. Krebse.
Csaplovicö (Joh.), ein bekannter ungar. Schriftsteller, geb. zu Felsö-Pribell imgroßsonther Comitat, wurde nach vollendetenNechtsstudien I799Comitatskanzlist und 1808Assessor des zölycr Comitats. Erst in seinem 21. Jahre machte er sich, ohne allen grammati- 'schen Unterricht, blos durch Bücherlesen die deutsche Sprache zu eigen. Noch im I. 180gging er nach Wien, um hier die Geschäftsführung bei den Hofstcllen kennen zu lernen, und1812 folgte er einem Rufe nach Pakracz in Slawonien als Consistorialfiscal und bischöf-licher Secretair, wo er auch die serbische Sprache lernte. Im 1.1813 trat er als Secretairin die Dienste des Grafen von Schönborn und erhielt später die Oberaufsicht über dessenMajoratsherrschaften in Ungarn. Als Schriftsteller trat er zuerst auf mit einigen praktischenHülfsbüchern für ungar. Rechtsgelehrte, wie er denn auch neuerdings ein „Manuals legumurlmrialium s. 1836" (Wien 1837) erscheinen ließ. Nachher wendete er sich ökonomischenStudien zu und schrieb „Die Bienenzucht in Doppelstöcken" (Wien 1814), die zugleich inital. Sprache erschien (Wien 1814) und ins Ungarische und Slawonische übersetzt wurde.Später widmete er sich meist dem geographisch-statistischen Fache; so erschien von ihm das„Topographisch-statistische Archiv des Königreichs Ungarn" (2 Bde., Wien 1821), das„Gemälde von Ungarn" (2 Bde., Pesth 1829) und „Die Kroaten und Wenden in Ungarn"(Presb. 1829). Auch gab er „Slon'eosks versre" (Pesth 1822) heraus.
Csoma (Alex ), nach seinem Geburtsorte Körösi genannt, ein berühmter ungar.Reisender, geb. zu Köräs in dem Gebiete der Szekler in Siebenbürgen, studirte in Göttingcn,wo er sich die medicinische Doctorwürde erwarb. Sein Plan war aber von Anfang nicht,sich als praktischer Arzt in seiner Heimat niederzulasscn, sondern seine Wissenschaft zu be-nutzen, um sein Fortkommen bei den weitausgedehnten Reisen im Oriente zu finden, die erin Absicht hatte. Im 1.1816 verließ er Siebenbürgen, durchwanderte die Walachei, Bul-garien und Rumelien. Nach längerm Aufenthalte zu Konstantinopel, wo er sich mit denoriental. Sprachen bekannt machte, schiffte er sich 1819 nach Ägypten ein, besuchte von hieraus Palästina und Syrien und begab sich 1820 über Bagdad nach Persien.. In Teheran,wo er mehre Monate verweilte, faßte er den kühnen Entschluß, auf Wegen, die vor ihm nochnie ein Europäer betreten, in das Herz Mittelasiens einzudringen. Er reiste durch die Step-pen von Khorasan nach Bokhara und gelangte über Samarkand und Balkh nach Kabul.Ungeachtet des zerrütteten Zustandes, in welchem diese Gegenden sich damals befanden, kamer glücklich über den Indus, durchwanderte das reizende Thal Kaschmir, überstieg die schnee-bedeckten Höhen des Himalaya und erreichte 1322 als ärmlicher Fußwanderer Leh, die