762 Crusado Crusenstolpe
ckens' und andern Werken die köstlichsten Skizzen des engl. Volkslebens. Seine Figurenund Gesichter, wenn auch noch so bizarr und drollig, sind mit der höchsten Naturwahrheitdem wirklichen Volksleben entnommen, und doch hat eit nie ein Skizzenbuch benutzt. Seinglückliches Gedächtniß liefert ihm für alle Stände die besten Repräsentanten.
Crusade, eine portug. Münze, so genannt wegen des darauf befindlichen Kreuzes undder kreuzwcis gelegten Palmblätter, wurde von I -155—175« geprägt. Man unterscheidetalte und neue Crusados seit 1722. Jene sind Goldmünzen und haben einen Werth von 4<wRees oder 16 Groschen; diese in Silber gemünzt betragen ungefähr 48«Rees oder I v Groschen.
kruses. (seccilllein'm llelln), s. Akademie.
Crusell (Henrik Beruh.), schweb. Compvnist, geb. zu Nystad im Finnland am ! '>.Oct. 1775, gest. in Stockholm im Juli 1838, war der Sohn sehr armer Altern. NachdemGehör, ohne allen Unterricht, lernte er bei seinem ihm angeborenen Talente auf einem altenClarinct finnische Volkslieder blasen. Als er, t 3 Jahre alt, diese vor einigen Offizieren inSveaborg vortrug, machte sein Spiel einen solchen Eindruck, daß einer der höhern Offiziereihm bei seinem Regiment eine Anstellung verschaffte. In Stockholm, wo er seit 1791 zu-erst nach Noten spielen lernte, erwarb er sich in kürzester Zeit eine solche Meisterschaft aufseinem Instrumente, daß er nach zwei Jahren asts erster Elarinettist bei der Hoskapclle angc-stellt wurde. Zu seiner weitern Ausbildung ging er 17 98 nach Berlin, wo er den Unterrichtbei Tausch dem Altern genoß, und nach Paris, wo er die Compofition anfangs bei Verton,später bei Gosscc studirte. Auch in den später« Jahren unternahm er mehre Reisen ins Aus-land. Im1.1818 wurde er als Direktor des Musikcorps der beiden königlichen Lcibgrenadier-regimenter angcstellt und brachte in Folge dieser Dienstpflicht, bis zu seinem Tode, die Sommermonate in Linköping zu. Seine Compositionen, die größtenteils aus Concerten, Quar-tetten und Clarincttensolos bestehen, sind bei Peters in Leipzig erschienen. Seine Lieder fan-den rauschenden Beifall und werden noch immer gesungen.
Crusenstolpe (Magnus Jakob), schweb. Publicist, geb. zu Jönköping am 11 . Mär;1795, widmete sich gleich seinem Vater und Großvater der juridischen Laufbahn. Er wurde1821 Vicelandessccrctair zu Mariastad und 1825 ordentlicher Assessor im Hofgcricht zu Stock-holm; mußte aber 1834 seinen Abschied nehmen und lebte seitdem als Privatmann in Stock-holm von literarischen Arbeiten. Im I. 1837 gewann er in der Lotterie ein Landgut, dessener sich aber sehr bald wieder cntäußerte. Von Jugend auf zeigte er Anlage zu historisch-ro-mantischen Erzählungen, und in der That trat er > 821 zuerst mit drei Novellen auf. Seinerstes bedeutendes Wer? waren die „politisieret sieter" (I828), worin er als Lobredner der so-genannten Frciheitszeit von 1719—72 änftrat. In demselben Jahre unternahm er mit L. I.Hjerta die Herausgabe einer Neichstagszeitung, ganz im Geiste der Opposition, und als die-ses Blatt mit dem Reichstage aufhörte, begründete Hjerta das „tflondlselet", das entschie-den demokratisch, sogar radical und noch fortbestcht; C. dagegen das „ksckernesIsiKlst" (seit183«), das ganz im Interesse der Regierung, in deren Solde er stand, geschrieben und des-halb ohne Theilnahmc im Volke 1833, als die Regierung ihre Unterstützung zurückzog, auf-hören mußte. Hierauf trat C. mit seinen „81cillli iiiAar ur «st cknre uk Oagens blistoriu"(1834) auf, die eine sonderbare Mischung von Wahrheit und Dichtung enthalten. Jedenfallshat C.'s Ruf mit diesem Buche, das vier Auflagen erlebte, culminirt. Später kaufte er diean handschriftlichen Sammlungen reiche Tessin'schc Bibliothek, die ihm viele Materialienzu dem „portetenüle" und zur „Historisle Tkltla sf 6,istuv IV t<lnlj,!i's törsta I.elnrui-rllr" lieferte. Sehr populair wurde seine Flugschrift „8tÄlIniiii;ar ocl, lboriiallsnclen"(1838), enthaltend Tagesfragen, Charakterskizzen und Anekdoten, in anziehender, witzigerSprache und Darstellung. Da C. darin die Regierung und zunächst den Staatsrath sehrheftig angegriffen hatte, so wurde gegen ihn eine Criminalklage anhängig. Die Geschwo-renen sprachen über ihn das Schuldig aus, woraus das königliche Svea-Hofgericht im Juni1838 ihn zu dreijähriger Festungsstrafe vcrurtheiltc. Seine Verurtheilung, wie seine Ab-führung nach der Festung Waxholm waren von mehrfachen VolkSaufläufen begleitet, dienicht ohne Blutvergießen beseitigt wurden. Seine Haft war gelind; er konnte sogar dieFortsetzung der Schrift, die seine Verurtheilung zur Folge gehabt hatte, erscheinen lassen.Seit seiner Rückkehr von der Festung lebt er ziemlich unbemerkt. Sein neuestes Werk