Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
731
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Crozat Cruikshank 731

Dülmen, besitzt ein vormals reichsunmittelbares Land, aber außerdem mehre Herrschaftenin den Niederlanden, die zusammen gegen l 60000 Fl. abwerfen, und residirt zu Dülmenund im Sommer auf dem Schlosse l'Eremitage bei Conde. Standesherr ist Herzog Alfred,Grand von Spanien erster Classe, geb. 1789. Die zweite Linie, Croy-Havre, welchedas Herzogthum Havre und andere Güter in den Niederlanden und Frankreich, mit etwagleichviel Einkünften als die andere Linie besitzt, starb mit dem Herzvge Joseph, geb. 1744,der Pair von Frankreich, Grand von Spanien erster Classe und franz. Gencrallieutenantwar, am 12. Nov. 1839 in der männlichen Linie aus. Das Herzogthum erbte aus der LinieCroy-Dülmen der Prinz Max, geb. 1811, der dritte Sohn des niederländ. Majors, Prin-zen Ferdinand, geb. >791, eines Bruders des Herzogs Alfred.

Crozat (Jos. Antoine), Baron de Thiers, ein berühmter Kunstfreund und Kunst-sammler, geb. zu Toulouse 1676, anfangs Parlamentsrath in seiner Vaterstadt, seit 1719Nequetenmeister und Vorleser des Königs und nach dem Tode seines Vaters, des MarquisDuchatel, im Besitze eines sehr bedeutenden Vermögens, widmete fast sein ganzes Leben derSammlung reicher Kunstschätze. Seine Handzeichnungen, auf die er über 4 56660 Livres ver-wendete, beliefen sich auf mehr als I90V0, und seine Sammlung von Antiken, Sculpturen,namentlich geschnittenen Steinen, auf etwa 1400 Nummern. Während der 60 Jahre, dieer daran sammelte, wurde in ganz Europa kein Cabinet verkauft, das nicht theilweise in dasseine überging. Im I. 1714 war er in Italien, wo er sehr Vieles ankaufte, und mit Dem,was in den Niederlanden für dasselbe sich auftreiben ließ, versorgte ihn Corn. Vermeulenin Antwerpen. Auch wurden ihm einige bedeutende Sammlungen zum Geschenke gemacht.Abbildungen und Beschreibungen der hauptsächlichsten Stücke seiner Sammlung gab er indemtüabinst <1e 6." (Par. 1729, Fol.), das nach seinem Tode im I. 1740 durch Mariettemit einem zweiten Bande (Par. 1742, Fol.) bereichert und von Basan 1764 von neuemherausgegeben wurde. Mariette lieferte auch eine Beschreibung der herrlichen Sammlungen(Par. 1741), die durch Vermächtnis an C.'S Bruder, den Marquis Duchätel, und drwchKauf 1742 an den Herzog von Orleans und später nach Petersburg kamen.

Cruciger oder Creuzig er (Kaspar), ein protestantischer Theolog des 16. Jahrh.,dessen Vorfahren im Hussitenkriege aus Mähren nach Sachsen ausgewandcrt waren, geb.1304 in Leipzig, studirte in Wittenberg, wo er sich mit Luther befreundete, durch dessen Ver-wendung er bereits im I. 1324 das Rectorat in Magdeburg erhielt. Allein schon 1528wurde er als Professor der Theologie und Schloßprediger nach Wittenberg zurückgerufcn,wo er im I. 1548 starb. Seine Verdienste um die Sache der Nefßxmation bestehen vor-nehmlich in Unterstützung Luther's bei der Bibelübersetzung, in der Theilnahme an den wich-tigsten Neligionsgesprächen, z. B- an dem zu Marburg 1529, zu Wittenberg 1536 u. s. w.,sowie in seiner Thätigkeit bei Einführung der Reformation in Leipzig. Sein Sohn, Kas-par C., geb. 1525, wurde ebenfalls Professor der Theologie zu Wittenberg, aber später alsKryptocalvinist (s. d.) eingekerkert und nach seiner Entlassung aus Sachsen verwiesen.Er ging nach Kassel, wo er als Prediger bis zu seinem Tode im I. 1597 lebte. GeorgC., der Enkel des zuerst Genannten, wirkte in Hessen als Lehrer des nachmaligen Landgra-fen Moriz, der 1604 zur reformirten Confession übertrat, erhielt später eine Professur zuMarburg und nahm 1618 als hessischer Dcputirter an der dortrechtcr Synode Theil, wobeier gegen die Verdammung der Arminianer stimmte. Sein Tod fällt in das I. 1637.

Cruikshank (George), gegenwärtig der größte engl. Caricaturenzeichner, geb. 1780zu London, wohin sich sein Vater, der als Kupferstecher und Caricaturenmaler zu seiner Zeitrühmlichst bekannt war, von Edinburg übersiedelt hatte. C. genoß sehr wenig Unterricht;seine Skizzen, die meist radirt sind, fanden indes bald den größten Beifall und nahmen einensehr bestimmten Charakter an. Das tägliche Leben in London bietet aber auch einen uner-schöpflichen Stoff für geistreiche Satire und humoristische Darstellungen dar, welche unterdem Titel8quibs vr satiricsi sleetcbos" für die Geschichte der Sitten und des Volkslebensdem später» Geschichtschreiber einen unschätzbaren Beittag liefern. C. hat eine große Massesolcher Squibs und viele andere Skizzen geliefert. Eine höhere Aufgabe stellte er sich mitseinem ältern Bruder, Robert C., der zugleich ein guter Miniaturmaler ist, in den Skizzenüber b-s SprüchwortHe lile m Lwueion is äeaftl". In neuerer Zeit lieferte er zu Di-