73V Croup Croy
Schätze der span. Literatur aufmerksam machten. Seine hinterlassenen Schriften gab U;(Lpz. 1760; 3. Ausl., 1771) heraus.
Croup, h ä u t i g e B r ä n n e oder H a u t b r ä u n e nennt man eine katarrhalische Luft-röhrenentzündung, welche vorzüglich Kinder bis in das zwölfte Jahr befällt, am meisten beifeuchter und kalter Witterung, bei wehenden Nordost-, nach vorausgegangcnen West- undSüdwestwinden, und in niedrigliegenden, feuchten Gegenden, an Seeküsten, Flüssen u. s. w.Sie fängt gemeiniglich mit ziemlich starkem Fieber, nicht selten schon mit einer verdächtigklingenden Heiserkeit an und verräth sehr bald ihre fürchterliche Natur durch die sich ein-stellende und immer wachsende Ängstlichkeit der Kranken beim Athcmholen, ohne daß jedochdas Schlucken selbst gehindert wäre. Die Krankheit bildet sich gemeiniglich schon in den erstendrei Tagen aus. Der Tod erfolgt in der Regel am dritten oder vierten Tage, zuweilen aberauch erst am fünften oder siebenten Tage. Die Krankheit hat ihren Sitz im Luftröhrenkopfcund in der Luftröhre, zuweilen bis an die Verästelungen derselben in die Lungen, und bestehtin einer Entzündung der innern Schleimhaut dieser Theile, wobei sich schnell vom Überflüsseder in hohem Grade gerinnbaren lymphatischen Flüssigkeit des Bluts ein Ausschwißen vonSchleim in der Luftröhre cinstellt, wodurch diese angefüllt und häufig mit einer Schleimhautüberzogen wird, welche sich bis in die Vertheilung der Luftröhrenäste fortsetzt. Oft werdendaher mit dem Husten lange, fast zuweilen röhrenförmige Schleimstücke ausgeworfen. Durchdiese Anfüllung der Luftröhre mit Schleim wird der Zutritt der atmosphärischen Luft in dasInnere der Lungen und die belebende Verbindung des Bluts mit Sauerstoff verhindert; da-her die schnell zunehmende Schwäche und der baldige Tod durch Ersticken des Kranken.Wenn nicht in den ersten 23—36 Stunden bei einem Kinde richtige und kräftige Hülfe an-gewcndet wird, ist selten Rettung zu hoffen. Aufmerksamkeit auf den Zustand des Kindesist um so nsthiger, da der Croup nicht selten nach seinem ersten Eintreten eine Pause macht,in welcher die Gefahr wiederum verschwunden scheint. Die Krankheit ist nicht neu, sondernnur in neuern Zeiten genauer untersucht und von andern Krankheiten deutlicher unterschie-den worden. Sie ward 1739 von Chisi in Cremona beschrieben, und um 1760 berichtetenüber dieselbe Nosenstein und andere schweb. Ärzte. Home in Schottland verbreitete sich zu-erst (1765) über die Natur und das Wesen derselben ; ausführlicher behandelte sie §ann Mi-chaelis (1778). Lentin in seinen „Beiträgen zur Arzneikunde" (1789) und in Hufeland's„Journal der praktischen Heilkunde" gab zuerst mit Sicherheit eine richtige Behandlung derKrankheit an; ein Gleiches thaten später die Ärzte Hcllwag und Voß in Eutin. Wichmann er-warb sich 17313'dM Verdienst einer genauer« diagnostischen Unterscheidung der häutigenBräune von andern Krankheiten, besonders von der ihr ähnlichsten, der Millar'schen Eng-brüstigkeit. Napoleon, veranlaßt durch den an dieser Krankheit erfolgten Tod seines Neffen,des Prinzen von Holland, setzte 1807 auf die beste Abhandlung über den Croup den Preisvon 12000 Francs. Unter den 83 eingegangencn Schriften erkannte die zur Untersuchungniedergesetzte Commission in Paris 1811 zwei als die vorzüglichsten, deren Verfasser Jurinein Genf und Albers in Bremen waren, unter welche der Preis getheilt wurde. Vgl. „Vonder häutigen Bräune, Bericht an den Minister des Innern über die eingegangenen Preis-schriften" (aus dem Franz., Wien 1813).
Crownglas, eine Elasart, die in England gewöhnlich zu Fensterscheiben gebrauchtwird, unterscheidet sich vom Flin tglas (s. d.) durch einen bedeutenden Zusatz von Bleioxyd.Beide Glasarten gaben seitDollond (s.d.) die astronomischen Doppelobjective. (S. Glasund Fernrohre.)
Croy (die Herzoge von), stammen aus Ungarn von einem Enkel König Bela's II.,gest. 1141, der sich mit Katharina, der Erbin von Airaines und Croy in Frankreich vermählteund für sich und seine Nachkommen den Namen Croy annahm. In Rücksicht auf diese Ab-stammung erlangte Karl Graf zu Croy vom Kaiser Maximilian I. die Neichsfürstenwürde.Durch den Reichsdeputationshauptreceß erhielt der Herzog für seine auf dem linken Rhein-ufer verlornen mittelbaren Güter das ehemalige münstersche Amt Dülmen (6 OM. mit12000 E.) und wurde durch die wiener Congreßacte wegen dieser Besitzung als Standes-herr der Krone Preußen unterworfen. Das Haus theilt sich in zwei Linien, welche beideden herzoglichen Titel führen, der jedoch nicht deutschen Ursprungs ist. Die erste Linie, Croy-