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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
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726
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726 Cromrvell

abhängig, er gebot unumschränkt über da§ Heer, die Offiziere waren seine Creaturen, der ge-meine Soldat verehrte ihn wie einen Gott, und ein Gcwaltstrcich reichte für ihn hin, sich inBesitz des Throns zu setzen. Überdies war Jreton, sein Eidam, gestorben, ein an Kraft eben-so hochbegabter Mann und ein eifriger Republikanre, den C. gefürchtet hatte. Das Parla-ment begann darum ein Spiel, das C. schon einmal gewonnen hatte.

Der 1652 mit der niederländ. Republik begonnene und für die Entfaltung des engl.Seewesens so wichtige Krieg mußte den Vorwand geben, die Macht C.'s zu schwächen,indem mehre Regimenter Befehl erhielten, in den Dienst der Flotte zu treten. C. bewogmit Leichtigkeit das Heer, sich dieser Maßregel zu widcrsctzcn; es reichte statt zu gehorchenbei dem Parlamente eine Vorstellung ein, die eine früher zugestandcue Auflösung diesesParlaments im Interesse der Nation verlangte und sehr übel ausgenommen wurde. Währendsich C. schon mit dem Kriegsrathe über eine vorläufige Regierungsverfaffuug beriech, that dasParlament Schritte, um sich vollzählig zu machen und sich zu befestigen. Als dies C. vernahm,faßte er einen kühnen Entschluß; er eilte am2t>.Apr. 1653im Zorne mit3"0 Soldaten nachdem Sitzungshause, trat mit bedecktem Haupte in die Versammlung und brach, als das Par-lament zur Abstimmung über die Bill in Betreff seiner Fortdauer schreiten wollte, in eineFlut von Vorwürfen aus, die sich in eine Strafpredigt für jeden Einzelnen verwandelten, alsman sich diesem Verfahren entgegenstellen wollte. Zugleich erschien auf ein gegebenes Zeichendie militairische Bedeckung und trieb die Parlamentsglieder ohne Mühe aus dem Saale; C.aber, nachdem das Werk vollbracht, schloß die Thüre zu und kehrte mit dem Schlüssel in seineWohnung zurück. Am Nachmittage trieb C. auch den Staatsrath auseinander und ver-einigte so alle Gewalten der drei Reiche in seinen Händen. Die Flotte, das Heer und ver-schiedene Korporationen richteten dieser Rettung des Vaterlandes wegen Dankadressen anihn; die Stadt London aber bat ihn um die Zusammenberufung eines neuen Parlaments. C.hielt indeß die Lage der Dinge noch nicht für reif genug, um selbst an die Spitze des Staatszu treten, sondern setzte einen neuen Staatsrath ein und wählte auch unter Mitwirkung desKriegsraths aus den verschiedenen Theilen der Republik ein neues Parlament, das aus Eng-land 128 , aus Schottland 5, aus Irland 6 Mitglieder zählte. Der 4. Juni war zur Eröff-nung dieses Parlaments bestimmt, das fünf Monate beisammen bleiben und dann seineNachfolger ernennen sollte. C. hatte nicht verfehlt, fast nur solche durch Neligionsschwärme-rei verkehrte Köpfe von Krämern und Handwerkern zu berufen, die jeder Fähigkeit für dieStaatsgeschäfte entbehrten. Sie begannen ihre Berathungcn mit langen Reden voll Sal-bung und Bibelsprüchen, suchten für jede Angelegenheit Gott im Gebete und riefen den heili-gen Geist für ihr? llbWlätlven Arbeiten herab. Der beschränkteste Fanatismus sprach ausihren Verhandlungen; der Priesterstäud sollte als eine jüdische Anstalt abgeschafft werden,sowie der Zehnten, doch wollten sie die Mosaische Gesetzgebung statt der normännischenTyrannei einführen; Schulen und Universitäten bedrohten sie als heidnische Anstalten mitdem Untergange, und mit dem niederländ. Gesandten wollten sie nicht unterhandeln, weil dieHolländer eine dem Materialismus verfallene Nation seien. Dieses . Parlament, das vomPublicum verspottet, und nach einem Gerber, der sich besonders durch erbauliche Reden aus-zeichnete, das Barebone-Parlament genannt wurde, fühlte bald selbst seine Ohnmacht undlegte deshalb am 12. Dec. 1653 seine Vollmachten in C 's Hände nieder, die nach einigemZögern auch angenommen wurden. Da C. aber hörte, daß 27 Mitglieder, die der Majoritätnicht beigetrctelt, ihre Sitzung forthieltcn, schickte er einen Offizier in den Versammlungs-saal. Als dieser eintretend die Versammelten fragte, was sie begännen, antworteten sie, daßsie Gott im Gebete fischten.Der ist hier schon lange nicht mehr gegenwärtig gewesen", riefder Soldat ünd trieb die frommen Deputirtcn ohne Widerstand auseinander.

C. war nun an dem Ziele seiner verborgenen Wünsche angelangt. Zwei Tage nachVertreibung des Parlaments wurde er von dem Kriegsrathe mit dem Prädieat Hoheitzum Protector der vereinigten Republik ernannt, und am 16 . Dec. beschwor er die vonseinem Freunde Lambert aufgesetzte Verfassung. Er ward hiermit die oberste Magistrats-person im Staate, in deren Namen die Gesetze vollzogen wurden; ihm zur Seite stand einParlament, das die gesetzgebende Gewalt unumschränkt übte, von dem aber jeder Katholikund Die welche die Waffen gegen die Volkspartei geführt hatten, ausgeschlossen waren, Das