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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
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724
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724 Cromwell

C. spielte dabei eine seltsame Rolle; er klagte im Parlamente über den Ungehor-sam des Heers mit Thränen und ordnete im Lager den WiL-:rsiand an. Auf seinen Be-trieb mußten die Offiziere zu einem Kriegsrathe (concil vk oMciers), einer Art Ober-haus, zusammentreten, die Gemeinen aber aus ihren Dclegirten unter dem Nament:>tnr8 ein Unterhaus bilden. Als das Parlament durch diese Maßregel über die Absich-ten C.'s aufgeklärt wurde, beschloß cs seine Verhaftung; allein er verließ plötzlich Lon-don, ging ins Lager und fand hier den wahrscheinlich auf seinen Antrieb durch eine Rci-terabthcilung eingebrachten König. Jetzt nahmen die Dinge eine neue Wendung. DasHeer rückte bis St.-Albans vor und das eingcschüchterte Parlament gab nach; als aber dasHeer sogar die Bestrafung seiner Feinde verlangte und die Presbyterianer dagegen das Volkzu London bewaffneten, setzte sich das Heer, C. an der Spitze, wieder in Bewegung. Wäh-rend sich jedoch ein Theil des Parlaments zum Widerstande rüstete, erschienen im Lager66 Parlamcntsglieder, die Sprecher Lenthal und Manchester an der Spitze, und mehre Pairsund stellten sich unter den Schutz der bewaffneten Macht. Bei diesem Zwiespalte zogen nunC. und Fairfax mit dem Heere am 6. Aug. ohne Widerstand zu London ein, und das ge-demüthigte Parlament mußte elf seiner Mitglieder verstoßen und ein christliches Dankfest fürdie Wiederherstellung der Freiheit anordncn. C., dessen Werk dies Alles war, misbrauchtediesen Erfolg nicht; er bezeigte sich gegen das Parlament gemäßigt und behandelte denKönig mit Rücksichten, die er bisher nicht erfahren hatte. Es ist kein Zweifel darüber, daßer jetzt eine gründliche Versöhnung mit dem Könige und die Herstellung des Throns unterBeschränkungen wollte, ungeachtet er durch diese Wendung gegen den selbst angefochtenenFanatismus und die Plane den Independenten verstieß. Allein Karl I. benahm sich unklugund treulos und machte dadurch seine Sache bei dem gewaltigen C. verloren. Er drohte demParlamente mit dem Heere und diesem mit jenem, benahm sich übermüthig, unterhandeltemu den Schotten und beschloß insgeheim das Verderben der Revolutionshäupter, besondersC.'s. Das Heer sah mit Misvergnügen diese Entfremdung seines Leiters, und besonders derSchwiegersohn C-'s, Jreton, ein angesehener Offizier, suchte demselben die Treulosigkeit desKönigs zu enthüllen. Erst nachdem die Briefe des Königs aufgefangen worden waren, indenen derselbe äußerte, daß C. ein Schurke sei, der statt des versprochenen Hosenbandordenseinen hänfenen Strick erhalten sollte, ließ der getäuschte C. den König fallen und beschloß,sich seiner Partei wieder ganz zuwendend, den Untergang desselben. Karl I. erkannte auchbald seine drohende Lage und wollte im Nov. 1647 aus England entfliehen, mußte sich aber,da er an der Küste kein Schiff fand, dem Befehlshaber der Insel Wight, einem Verwandtenund Anhänger C.'s, ergeben. C. brachte hierauf im Jan. 1648 im Parlamente, allerdingsunter großem Widerstande, eine Bill, bekannt unter dem Namen Vote ok non-aüresse«, zuStande, nach welcher mit dem treulosen Könige alle Unterhandlungen gesetzlich untersagtwurden. Die Presbyterianer, die wol sahen, daß hiermit jede Rückkehr vom Wege der Re-volution abgeschnitten und die Herrschaft der Independenten eingeleitet sei, waren über diesesGesetz entrüstet. Als daher im Frühlinge desselben Jahres die Schotten mit einem Heerein England einfielen und C. mit der Armee aufbrechen mußte, wurde die Bill widerrufenund eine neue Unterhandlung angeknüpft, die sich in die Länge zog, weil der König seineFreunde nicht preisgeben und in die Abschaffung der anglicanischen Kirche nicht willigenwollte. C. endete unterdessen den zweiten Bürgerkrieg, vernichtete die Neste der Royalisten inSüdwalcs, rieb mit 8660 M. die dreimal stärkere Armee der Schotten in drei Gefechten auf,sodaß ersichmit dem siegreichen Heere schon zu Ende des Monats Aug. gegen das widerspenstigeParlament wenden konnte. Während das Heer unter C. und Fairfax mit Beobachtung derstrengsten Mannszucht in London einrückte und der König auf das Schloß Hurstcastle ge-bracht wurde, mußte der Kriegsrath auf C.'s Betrieb die Restitution jener Bill, die Anklagedes Königs und die Zusammenberufung eines neuen Volkskörpers vom Parlamente ver-langen, der fähig wäre, ohne Leidenschaft und Partrirücksichten eine neue Organisation desStaats vorzunehmen. Als sich dessen das Parlament weigerte, ließ C. durch den OberstPride am Morgen die Thüren des Sitzungshauses besetzen und nur denjenigen Gliedernden Eingang gestatten, die als entschiedene Independenten bekannt waren; alle Presbyte-rianer wurden zurückgewiesen und 46 derselben verhaftet. Durch diesen rohe» Gewaltstreich,