Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
721
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Cromford Cromwell 721

ihn in den Adelstand, und C. wurde nun Kanonicus in Krakau. Als solcher erhielt er denAuftrag, die in Krakau befindlichen altern Staatsschriften zu ordnen, und nachdem er so dieMaterialien zur poln. Geschichte kennen gelernt hatte, faßte er den Entschluß, eine neue Ge-schichte Polens zu verfassen. Dieses WerkI>e origins et rebus gestis kolonormn" (Bas.155,5 und öfter) wurde alsbald für die beste poln. Geschichte erklärt und so gut ausgenommen,daß dem Verfasser von den poln. Ständen auf dem warschauer Reichstage ein Dank votirtwurde. Es reicht von den Anfängen der poln. Geschichte bis zum I. 1506; seine Erlebnissehat C. darin nicht mitgethcilt, dazu fehlte ihm der Muth; nur was er in älter» Eeschichtswerkenvorfand, hat er in einem sehr eleganten Latein, doch oft ohne Kritik, wiedergegeben. Späterübertrug ihm Sigismund August die wichtigsten Missionen an den Papst Paul V. und dieau Kaiser Karl V. und Ferdinand; mehre Jahre lang hielten ihn die liefländ., ungar. undpreuß. Angelegenheiten in Wien und Prag fest, nachher befand er sich auf dem deutschenReichstage zu Frankfurt und in den Hansestädten. Nach dem Tode des Cardinals Hosius,Bischofs von Ermland, mit dem C. in den freundschaftlichsten Verhältnissen stand, wurde er1578 zum Bischof von Ermland erhoben, und auch als solcher vom König Stephan Bathorizu diplomatischen Verhandlungen in Betreff Preußens und Lieflands benutzt. Er starb>589. Höher als sein Geschichtswerk schätzt man jetzt sein geographisch-statistisches Werk?»Ic>>, sive >Ie situ, populis, moribus e1c.koloni»o"(Bas. 1588 und öfter), in dem er einziemlich genaues Bild von Polens Zustande in damaliger Zeit nach eigener Anschauung ent-wirft. Auch gehört C. zu den besten neulateinischen Rednern. Er war ein heftiger Gegnerder Reformation und bekämpfte diese nicht allein durch strenge Institutionen in seinem Bis-lhume sondern auch durch viele Schriften.

Cromford, ein Marktflecken in der engl. Grafschaft Derby, mit 2596 E-, wo Ark-wright (s. d.) >77-1 zuerst seineBaumwollenspinncreianlegte, wurde durch diese und spätergegründete Spinnereien bald ein sehr wohlhabender Ort. Durch den Cromfordkanalsteht er mit Nottingham in Verbindung; auch führt nach ihm die Cromford - und High-Peak-Eisenbahn den Namen. Nach dem dortigen Muster gründete in dem ehemali-gen Herzogthume Berg, nicht weit von Düsseldorf, der unternehmende Brögelmann einegroße Baumwollenspinncrei, die er ebenfalls Cromford nannte, und die dann wieder zumgroßen Thcil den in der Schweiz, Sachsen und in andern Ländern angelegten Baumwoll-spinnereien zum Vorbild diente.

Cromwell (Oliver), Protector der vereinigten Republik England, Schottland undIrland, war am 2-1. Apr. 1599 zu Huntingdon in der Grafschaft glei ches N amens geboren.Sein Vater N ob. C. stammte aus einer altadeligcn Familie des Landes, mußte sich aber alsein jüngerer Sohn der Landwirthschaft und später, um eine zahlreiche Familie zu ernähren,der Brauerei zuwenden. Der junge C. zeigte im väterlichen Hause weiter nichts Außeror-deutliches; im 17. Jahre kam er ohne genügende Vorbereitung auf die Universität zu Cam-bridge, wo er wenig mit den Studien sich beschäftigte und durch unordentliches Leben einenÜbeln Ruf sich bereitete. Als 1617 sein Vater gestorben, rief ihn die Mutter zurück. Erheira-thete, hielt sich zur Sekte der Puritaner und begann hiermit eine gänzliche Umwandlung sei-nes Lebens. An die Stelle früherer Zügellosigkeit trat die Eigenschaft eines guten Hausvatersund die strengste, ja bald fanatische Übung puritanischer Grundsätze. Die Puritaner warendamals schon zur politischen Volkspartei erwachsen. Ihr Glaubenseifer und ihre sittlicheStrenge, womit sie unter der Regierung Elisabeth's auf die vollständige Reform des kirch-lichen Lebens drangen, gab ihnen auch den Muth und die Bestimmung, sich dem politischenAbsolutismus Jakob's 1. entgegen zu stemmen, und als dessen Sohn, Karl!., das, Systemdes Despotismus in Kirche und Staat zu verfolgen fortfuhr und darum die Spannungzwischen Volk und Thron allgemein wurde, wuchs auch der Einfluß und die politische Be-deutung des Puritanismus. C., der die Interessen der Partei mit aller Energie seines er-wachenden Geistes umfaßte und selbst sein Vermögen opferte, galt bald als entschiedenerund tüchtiger Puritaner und wurde so in den Mittelpunkt des nun beginnenden Kam-pfes gestellt. Jm J. 1625 wählte ihn seine Grafschaft ins Unterhaus; doch waren seineersten Schritte im öffentlichen Leben völlig unbedeutend. Er sprach schlecht und verworren,Tonv.-Lex. Neunte Luft. lll. 46