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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
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720
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720 Crome (Ang. Friede. Wilh.) Cromer

Reformbill. Vortheilhaft ist er bekannt als Verfasser mehrer anonym hcransgcgebencr pro-saischer Schriften und Gedichte. In seinenbamiliar epistles" sprach er sich über die irländSchaubühne mit Horazischem Spotte aus, und in ,,^n inteicepteel letter s>om(1805) schilderte er die Sitten von Dublin meisterhaft. Sein Gedicht'I'nlavorie" (1809)ist eine der besten Schlachtenschilderungen.

Crome (Aug. Friede. Wilh.), rühmlichst bekannt durch zahlreiche statistische Schrif.ten, geb. am 6. Aug. >753 zu Sengwarden in der Herrschaft Kniphausen, wo sein VaterIoh. Friedr. C. erster Geistlicher und Mitglied des Konsistoriums war, studirte mit Unter-stützung des Grafen Bentinck seit 1772 in Halle Theologie. Nachdem er mehre Jahre alsHauslehrer in verschiedenen Familien verlebt hatte, wurde er 1779 Lehrer der Geographieund Geschichte in dem von Basedow gestifteten Philanthropin zu Dessau, doch gab er sehrbald, um mehr Zeit für die große Productenkarte Europas, die er damals arbeitete, zu ge-winnen, seineStclle wieder auf, lebte nun als Privatgelehrter inDessau, bis er bei dem Erb-prinzen von Anhalt-Dessau Jnstructor im geographisch-statistischen Fache wurde. Im I.1787 folgte er dem Rufe als Professor der Staats- undKameralwissenschaften nach Gießen,wo er nun auch, zahlreicher Rufe nach auswärts ungeachtet, bis zu seiner Pensionirung imI. 183» lehrte. Während des Kriegs wurde er wiederholt zu wichtigen diplomatischen Ver-handlungen gebraucht, namentlich auch von Napoleon zur Bearbeitung der Deutschen fürdessen Zwecke, wodurch sich C. viele Feinde machte und sogar am Leben sich bedroht sah.Außer vielen andern Auszeichnungen, wurde er auch 1822 zum Geh. Nach ernannt. Im

1. >831 wendete er sich nach Rödelheim bei Frankfurt am Main und starb hier am 1 l.Juni1833. Unter seinen zahlreichen Werken erwähnen wir das zu seiner Productenkarte gehö-rige WerkEuropens Producte" (Dess. 1782), das eine ungewöhnliche Verbreitung fandund 1803 in einer ganz neuen Bearbeitung erschien;Die Staatsverwaltung Toscanasunter Leopold il." (aus dem Italienischen; 3 Bde., Lpz. 179597);Über Deutschlandsund Europens Staats- und Nationalintcresse" (Germanien 1813; 2. Aust., Gieß. >817);Die Wetterau in geographisch-statistischer Hinsicht" (Gieß. 1816);Übersicht der Staats-kräfte sämmtlicher europ. Länder" (Lpz. 1818);Geographisch-statistische Darstellung derStaatskräste von den sämmtlichen zum Deutschen Bunde gehörigen Ländern" (3 Bde., Lpz.182027) undHandbuch der Statistik des Großherzogthums Hessen" (Bd. >, Darmst.1822). Vgl. C.'sSelbstbiographie" (Stuttg. 1833).

Crome (Georg Ernst Wilh.), der sich mit A. Th aer (s. d.), seinem Schwiegervater,als Professor an dem Ländwirthschaftlichen Institut zu Mögelin um die Reformation derLandwirthschaft vielfache jVerdicnste erwarb, war >780 geboren, starb aber schon am

2. Mai 1813. Vorzüglich waren es die Naturwissenschaften, die er auf die Landwirth-schaftswissenschaft anwcndete; insbesondere interessirte er sich für die Bodenkunde, die erunter Thaer, Einhof und Hermbstädt studirte uud durch seine SchriftDer Boden und seinVerhältniß zu den Gewächsen" (Hann. >8 >2) wesentlich bereicherte. Nicht minder ver-dient machte er sich durch dasHandbuch der Naturgeschichte", mit einer Einleitung vonThaer, wovon die zwei ersten Bände (Hann. 1810II) die allgemeine Pflanzen- undKräuterkunde, die zwei letzten Bände (Hann. >816>7), die nach seinem Tode von Heyseund Dusmenil bearbeitet wurden, die Thierkunde und Anorganographie behandeln. Außer-dem gab er heraus dieSammlung deutscher Lebermoose" (Schwer. >803) und eine Über-setzung von Darwin'sAbhandlungen und Bemerkungen über verschiedene naturwissen-schaftliche Gegenstände" (2 Bde., Hann. 1810).

Cromer (Martin), poln. Geschichtschreiber, geb. aus niederm Stande 1512 inBiecz,einem Städtchen in Galizien, besuchte die krakaucr Akademie, um sich zum Geistlichen aus-zubilden, und zog hier die Aufmerksamkeit des Bischofs Chojenski auf sich, der ihm die Mittelverschaffte, Deutschland und Italien zu bereisen. Nachdem sich C. eine Zeit lang in Rom auf-gehalten hatte, wurde er von Chojenski's Nachfolger, dem Bischof Gamrat, nach Krakau ge-zogen. Bald erwarb er sich hier die Gunst des Königs Sigismund I., welcher ihn seinemSohn, Sigismund August, als Secretair nach Wilna mitgab. Auch nach seiner Thron-besteigung behielt Sigismund August ihn an seiner Seite und benutzte ihn bei den öffentlichenAngelegenheiten. Um ihm den Weg zu den höher» geistlichen Ämtern zu bahnen, erhob er