Ersitz Creuzer '/II
Mrrmontel und Grc'try enger anschloß. Hier schloß er mit Franklin am 3. Apc. 1783 einenBundes- und Handelsvertrag zwischen Schweden und der jungen Republik der VereinigtenStaaten. Bald darauf ernannte ihn der König zum Minister der auswärtigen Angelegen-heiten und zum Kanzler der Universität Upsala, aber sein schwächlicher Körper erlag schon1785 dem Klima seines Vaterlandes. Der König Gustav III. selbst hielt ihm bei einemCapitel des Seraphinenordens, besten Mitglied er gewesen war, am 26. Apr. 1786 die Lob-rede. Seine Bibliothek wurde vom Könige erkauft und befindet sich noch im Schlosse zuHaga. Seine hinterlafsenen Schriften wurden mit denen seines Freundes Gyllenborg unterdem Titel „Vitteriiets ordeten nk <7. og 6^IIeni>org" (Stockh. 1795) herausgegeben.
Creuz (Friede. Karl Kasimir, Freiherr von), ein bekannter didaktischer Dichter, geb-,zu Homburg vor der Höhe am 21. Nov. l 721, wurde, ohne eine Universität besucht zu ha-ben, wegen seines großen Talents für öffentliche Geschäfte bereits im 21. Lebensjahre alsHofrath in der Regierung von Homburg mit Sitz und Stimme angestellt. Seinen Eiferfür Homburg, den er in der von ihm mit großer Gewandtheit seit 1719 geführten Streit-sache zwischen Homburg und Hefscn-Darmstadt gezeigt hatte, mußte er, auf Antrag Darm-stadts, 1755 mit einer einjährigen Festungsstrafe büßen. Dagegen ernannte ihn 1751 dieWitwe des verstorbenen Landgrafen Friedrich Karl Ludwig, als Vormünderin ihres un-mündigen Sohns, zum Staatsrath, die Berliner Akademie zu ihrem Mitglied und der Kai-ser zum Neichshofrath. Seinen Berufspflichtcn als Obcrvcrwalter des homburger Landesund meist nur während der Nacht der literarischen Thätigkcit angestrengt obliegend, starb-erbereits am 6. Sept. 1779. Als Dichter machte er sich vorzüglich durch „Die Gräber", einphilosophisches Gedicht (Franks. 1769), einen ehrenvollen Namen. Wie hier der Einflußvon Uoung's „Nachtgedanken" nicht zu verkennen ist, so macht sich in seinen Liedern undOden, die unter dem Titel „Oden und andere Gedichte, auch kleine prosaische Aufsätze"(2 Bde., Franks. 1769) erschienen, der Einfluß Haller's bemerkbar. Sein Trauerspiel „Dersterbende Seneca" (Franks. 1751) ist noch in Eottsched'schem Geschmack geschrieben; dochgehört C- im Ganzen zu den verdienstvollen Dichtern, welche durch ernstes Streben einebessere Zeit für die deutsche Literatur vorbereiteten. Zu nennen sind noch seine „(lonslllsrs-tinnes melspb^sicae" (Franks. 1769) und sein dem Montesquieu entgegengesetztes Buch„Über den wahren Geist der Gesetze" (Franks. 1768). Als philosophischer Schriftsteller be-hauptete er die Untheilbarkeit der Seele', sprach ihr aber die Einfachheit ab.
Creuzer (Georg Friedrich), einer der gelehrtesten und geistreichsten Philologenund Alterthumsforscher, gcb. zu Marburg am 39. März 177 >, studjrte Melkst und zuIena,lebte dann einige Zeit in und bei Gießen und seit l 798 als Hauslehrer zu Leipzig. Im I.1892 erhielt er die Professur der Beredtsamkeit zu Marburg und 1891 die der Philologieund alten Geschichte zu Heidelberg, wo er 1897 mit vieler Umsicht ein philologisches Semi-nar gründete, das noch gegenwärtig unter seiner und Bähr's Leitung blüht; zwar nahm er1899 aus Wyttenbach's Zureden einen Ruf nach Leyden an, kehrte aber noch vor AntrittdieserStelle, da ihm das dortige Klima nicht zusagte, inseinen frühem Wirkungskreis zurück.In dieser langen Reihe von Jahren übte C. durch das lebendige Wort, wie durch seine zahl-reichen gediegenen Schriften, einen überaus heilsamen Einfluß auf die höhere Bedeutsamkeitder Humanitätsstudien, was man auch mehrfach anerkannte, indem er nicht nur von fast allenin - und ausländischen gelehrten Gesellschaften zum Mitglied erwählt, sondern auch von sei-nem Landesfürsten zum Geh. Rath und Commthur des Ordens vom zähringer Löwen undvom König der Franzosen zum Ritter der Ehrenlegion ernannt wurde. Einen dauerndenNamen erwarb er sich zunächst durch seine „Symbolik und Mythologie der alten Kölker, be-sonders der Griechen" (1 Bde., Lpz. 1819—12; 2. Aufl., mit Fortsetzung von Mone, 6 Bde.,Lpz. 1829—23; 3. Aufl-, 1 Bde., Lpz. und Darmst. 1836-13; franz. von Guigniaut,Par. 1821 fg.). In diesem Werke nimmt C. an, daß es lange vor Homer und Hesiod eineälteste Masse griech. Poesie, Philosophie und Theologie gibt, deren Inhalt aus dem Orienteentnonunen und der selbst schon das Symbolische, ja sogar das Magische und Allegorischebcizulegen ist. Diese dem Oriente entlehnte Poesie erhielt sich in den Priesterschaften undMysterien, wurde später von Historikern und Philosophen untersucht, kann aber von unsnur in ihren wesentlichen Lehren erkannt und dargestellt werden. Alteste Überlieferer dieser