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schaftigte. Sehr bald kam er zu der Einsicht, daß der Zeitgeschmack verderbt sei und daß manzur Einfachheit und Natur zurückkehren müsse. Er bildete 169V mit einigen Gleiches Er-strebenden die Akademie der Arkadier (s. d.) in Rom, in derer den Namen Alse sibeoCar io führte und deren erster Präsident (custos) er wurde, in welcher man ihn immer vonneuem bestätigte. Papst Clemens Xl. gewährte ihm durch Verleihung eines Kanonikats dieMuße, sich ganz den Wissenschaften und der Poesie zu widmen. Nachdem die Akademie durchden König Johann V. von Portugal ein Grundeigenthum erhalten hatte und auf dem Ja-niculus das noch jetzt stehende Theater erbaut worden war, wurden am 9. Scpt. 1726 darindie ersten olympischen Spiele zu Ehren des Königs von Portugal gehalten, und die Gedichte,die C. dabei vorlas, fanden lebhaften Beifall. Bald darauf trat C. in die Gesellschaft Jesuund starb am 8. März 1728. Noch bei seinem Leben hatte er sich in der Kirche Santa-Maria-Maggiore ein Denkmal errichten lassen. Er war von Charakter sanft, wohlwollend und be-scheiden. Die Zahl der von ihm verfaßten Gelegenheitsschriften und Elogien ist sehr groß.Eine Sammlung derselben veranstaltete er unter dem Titel „I-e vite llegli ^rcadi illustii,seritts <1-r lliversi autori" (5 Bde., Nom 1768, >1.). Seine „Istoria llella volgar pnesiit"(Rom 169F, 4.), ein Werk unsäglichen Sammlerfleißes, aber ohne Ordnung und Kritik,und sein „l^rsttatn tlella Kellers «lella volgar poesia" (Rom 1766, 4.) wurden erst durchdie „Oomlnentsvj intorno -»Ila storis llella volgsr poesia" (5 Bde,, Rom 1762, 4.) genieß-bar. Nach seinem Tode erschienen alle drei Schriften als „lstoria <IeIIa volgar poesiu"(6 Bde., Nom 1736—31, 4.).
Crespt ist der Name verschiedener Künstler, die in der Geschichte der ital. Malereieine mehr oder wenigxr ehrenvolle Stelle cinnchmen. Giovanni Battista C., nach sei-nem Geburtsorte il Cerano genannt, gcb. um 1557, gehört zu den bedcutendern Malern,die gegen Ende des IV.Jahrh.inMailand thätig waren. Er ist nicht ohne imponirende Groß-artigkeit, aber auch nicht frei von Manier. In den Mailänder Kirchen und in der Galerieder Brera sieht man seine vorzüglichsten Werke. Erstarb 1633. — Daniele C., gcb. um>596, gest. 1636, war sein Schüler und zeichnete sich durch allgemeine Tüchtigkeit in derkünstlerischen Darstellung aus. Seine Hauptwerke sind in der Passionskirche zu Mailand.— Giuseppe Maria C-, wegen seines netten sp an. Costums il S p a g n u o l o genannt,gehört der Schule zu Bologna an, wo er 1665 geboren ward, und bildete sich nach den Wer-ken der Caracci und ihrer Nachfolger. Er hatte ein ausgezeichnetes Talent, erfreute sich dermannichfachsten Aufträge, war aber so wenig von großer Flüchtigkeit wie von allerlei selt-samen Capricen frei. So malte er z. B. den Chiron, der seinem Zögling Achill wegen einesbegangenen Fehlers einen Tritt gibt. Erstarb 1747. — Luigi C., gest. 1779, und An-tonio C., gest. 1781, waren die Söhne des Vorigen und wurden ebenfalls als Maler,Luigi auch als Schriftsteller über die Kunst geschätzt.
Crespy oder Cre'py, eine Stadt im franz. Departement Oise, mit 2366 E. undFabriken für Baumwollenzcuge, Hüte und Leder, ist historisch merkwürdig durch den Sepa-ratfrieden aml8.Sept. 1544, welcher den vierten Krieg zwischen Franzi, und Kaiser KarlV.beendigte unter den Bedingungen, daß der Herzog von Orleans durch Heirath mit einer kai-serlichen Prinzessin Mailand erhalten solle, was übrigens der nach einem Jahre erfolgte Todvereitelte und daß Franz ausNeapel und die Lehnshoheit über Flandern und Artois, Karldagegen auf Burgund Verzicht leistete.
Creücus, s. Rhythmus.
Creutz (Gpst. Phil-, Graf von), ein sehr geschätzter schweb. Dichter, war in Finnland1726 geboren. Fürs öffentliche Leben gebildet, entzog er sich dennoch, aus Neigung zurDichtkunst, oft der großen Welt, um in ländlicher Zurückgezogenheit der Natur und seinenLieblingsschriftstellern sich hinzugeben. Er gehörte zu dem engem Kreise der Umgebung dernachherigen Königin von Schweden, Luise Ulrike, in welchem vaterländische Sprache undDichtkunst geübt und gepflegt wurden, und zu dem Dichterbunde, der um die Hirtin vomNorden (Frau von Nvrdenflycht) sich versammelte. Sein ,,^tis og eamiIIa"(Stockh. 1761),ein Hirtenepos in fünf Gesängen, wird als Muster zarten Ausdrucks bewundert. Im I.1763 wurde er vom König Adolf Friedrich zum schweb. Gesandten in Madrid ernannt, undeinige Jahre nachher ging er in gleicher Eigenschaft nach Paris, wo er sich namentlich au