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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
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200
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WO Cardinalpunkte Carey

welchen, sic einen rochen oder violetten Hut, mit seidenen hcrabhängcndcn Schnuren, anderenEnden Quasten sind, tragen.

Cardinalyuukte oder Hauptgcgcnden des Horizonts sind diejenigen vier Punkte, inwelchen der Horizont von dem Meridian und von dem Äquator durchschnitten wird. Diebeiden ersten heißen Süd- und Nord-, die beiden letzten Ost- und Westpunkte. Die Entfer-nungen von dem Südpunkte, im Horizonte gezählt, nennt man in der Astronomie Azi-muthe (s. d.) und die Entfernungen von dem Ost- und Westpunkte, ebenfalls auf denHorizont bezogen, heißen Morgen- und Abcndwcitc.

Cardinaltugenden vderPrincipaltugenden werden in der Moral die Lugen-den genannt, welchen alle übrigen untergeordnet sind, oder welche alle übrigen in sich enthalten.Die Eintheilung der Tugend, welche der Annahme dieser Cardinaltugendeu zum Grundeliegt, hat ihren Ursprung in der alten griech. Philosophie. Schon Sokrates hob unter denÄußerungen der Tugend Gottesfurcht, Enthaltsamkeit, Tapferkeit und Gerechtigkeit heraus.Bei Platon heißen die Hauptkugenden Weisheit oder sittliche Einsicht Mäßigung

oder Besonnenheit (nw,/(warft-,,), Männlichkeit oder Tapfcrkcir («»Osirftr) und Gerechtigkeitsü-xl-iooünr,). Die drei ersten beziehen sich auf die dreifache Eintheilung der Seele in dievernünftige, unvernünftige (Sitz versinnlichen Triebe) und in die beide verbindende, oder denSitz der Affecten, besonders des Muths und Zorns. Die Gerechtigkeit aber bezeichnet nichtDas, was wir unter diesem Begriffe verstehen, sondern vielmehr das richtige Verhalten desMenschen zu der Gesammtheit seiner Pflichten überhaupt, also eine Vereinigung der dreiersten Tugenden. Aristoteles faßte die ethische Tugend als ein Mittleres zwischen entgegen-gesetzten Fehlern auf, daher jene Eintheilung in vier Cardinaltugcndcn für ihn keine durch-greifende Bedeutung hatte; nur die Weisheit, die aber bei ihm nicht sowol sittliche Einsichtals theoretische Erkenntniß ist, setzte er als die Tugend des Denkens den Tugenden des thäti-gcn Lebens entgegen. Die Stoiker, obwol sic sich in der Ausführung an Aristoteles entschlossen,kehrten zu jenen vier Cardinaltugenden zurück und unterschieden die Erkenntniß Dessen, waswir zu thun und zu lassen haben oder die vernünftige Erforschung des Wahren; die Mäßig-keit oder Herrschaft über die Triebe; die Tapferkeit oder Scelenstärke und die Gerechtigkeit,welche Jedem das Seine nach richtigem Verhältuiß zuthcilt. Plotin und mehre Neuplatonikcrthciltendie Tugenden in vier Claffen, bürgerliche oder politische, philosophische oder reinigende,religiöse und endlich göttliche oder Mustcrtugendcn. Jene vier Cardinaltugenden gingen,zufolge der Autorität jener alten Philosophen, auch in die christliche Moral über. Einige füg-ten ihnen noch die drei sogenannten christlichen Tugenden, Glaube, Liebe und Hoffnung, beiund nannten jene die philosophischen.

Carey (Will.), ein um ind. Sprachkunde vielfach verdienter Missionar, geb. zu Pau-lersbury in Nordhamptonshirc I7lil, erlernte anfangs das Schuhmachcrhandwcrk, studirteaber nachher und wurde Pfarrer einer Wiedertäufergemcinde. Die Lcctnre einiger Missions-berichte erregte bei ihm einen so glühenden Eifer, sich diesem erhabenen Berufe zu widmen,Laß er nach Indien ging. Hier entwickelte er ein so glänzendes Sprachtalent, daß er nament-lich von der Bibelgesellschaft in Scrampore bei Kalkutta beauftragt wurde, die Übersetzungamd die Herausgabe der Bibel in den verschiedenen ind. Dialekten zu beaufsichtigen. DerEifer, in diesem unendlich schwierigen Geschäfte rasch sehr viel zu thun, hat indessen oft nach-thcilig auf diese Übersetzungen zurückgcwirkt, die vielen Tadel haben erdulden müssen. MitLsm Missionar Marshman begann er die Herausgabe und Übersetzung des sanskritischenEpos „ItümHmm", welche aber nicht vollendet wurde (Z Bde., Scrampore 1806— 10, I.).Außerdem verfaßte er mehre Grammatiken, z.B. der Sanskritsprache (Scrampore l 806),eine chaotische Masse von Jrrthümern und trefflichem Material, des Bengalischen, dcs Mah-ratta, desPendschabi, dcsTelugu, des Karnata u. s. w.; Alles dürftige Compcndien, aber alserste und oft einzige Versuche dieser Art nicht ohne Werth. Auch leitete er den Druck desTibetischen Wörterbuchs von dem deutschen Missionar Schröter (Scrampore 1826, t.). Erstarb als Professor des Sanskrit in Kalkutta an der Cholera 186 1. — Sein Sohn, FelixC., ist der erste Europäer, der die Sprache der Birmanen wissenschaftlich darstclltc („tlrmn-rnrcr „t tim Uiiriiirili Imigiia^c:", Scrampore 1816).

Carey, s. oocj save til e IrinA.'