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3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
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198 Carcasse CardanuS

darum verdächtig zu sein. Vielleicht ohne deutliches Bewußtsein davon, arbeiteten sie aufeinen unbedingten Absolutismus der Hauptstadt hin, sowie in der Verbindung selbst aufden Absolutismus eines Einzelnen, weshalb sic auch dem Grundsätze einer demokratischenDictatur Anerkennung zu verschaffen suchten. Das ausschließende Streben der Charbon-nerie, Alles von Paris abhängig zu machen, war inbeß später mit die Veranlassung, daßzuerst mehre ital. Flüchtlinge von der Gesellschaft sich lossagten, um das Junge Ita-lien (s. d.) zu gründen, was denn zu vielfachen Kämpfen dieser Verbindungen und zu ge-genseitigen Anklagen führte. Noch im I. 18-1 i wurde in Südfrankreich eine als reformirteCarbonaria bezeichnte Verbindung entdeckt, und cs scheint hiernach, daß die Ltnu-boiwei-ieckeinocratiqiie, die übrigens zu keiner Zeit eine sehr große Verbreitung hatte, noch jetzt ineinigen, wenn auch muthmaßlich nur sehr schwachen Verzweigungen fortbestehe.

Carcasse, ein aus Eisenstäben geschmiedetes Gerippe, in dessen hohlen Raum Brand-satz gestopft und mit einem Zunder versehen wird- Die Carcassen werden aus Haubitzen undMörsern geworfen und dienen zum Anzünden von Ortschaften. Sic gehören jetzt zu den ver-alreten Geschossen und sind durch Brand bomben (s. d.) vorthcilhast ersetzt worden.

Cardänus (Hieronymus), ein berühmter Mathematiker, Arzt, Naturforscher undPhilosoph, geb. am 21. Sept. 1501 zu Pavia, gehörte einer der angesehensten FamilienMailands an, wo sein Vater, Fa eins E., als Ncchtsgclehrter lebte und seiner strengenRechtlichkeit sowol als seiner vielseitigen, auch Mathematik und Arzneikunde umfassendenKenntnisse wegen in hohem Ansehen stand. Im väterlichen Hanse in strenger und eigen-thümlicher Art erzogen, ging er, seine Studien zu vollenden, > 521 nach Pavia, 1521 nachPadua, wo er Doetor der Mcdicin wurde, und lebte dann, während Pavia von Pest undHungersnoth bedrängt wurde, mehre Jahre in dem benachbarten Städtchen Sacco. Im I.1551 wurde er Professor der Mathematik in Mailand, wirkte aber später daselbst auch alsLehrer der Heilkunde und praktischer Arzt, nachdem er 1550 Mitglied des (lollexü ,»Lilie,in Mailand geworden war. Eine Einladung des Königs von Dänemark, an der Universitätzu Kopenhagen eine Professur zu übernehmen, lehnte er ab, angeblich aus Rücksicht aus dasKlima unk die Religion jenes Landes, wicwol er keineswegs für einen rechtgläubigen Ka-tholiken gelten konnte und sogar, wicwol mit Unrecht, der Irreligiosität und des Atheis-mus beschuldigt wurde. Dagegen folgte er l 552 einer Einladung des Erzbischofs von St.-Andrews und Primas von Schottland, Hamilton, der seit vielen Jahren am Asthma litt unddie ausgezeichnetsten Ärzte Deutschlands und Frankreichs bereits ohncErfolg consultirt hatte,und kehrte nach zehn Monaten reich belohnt durch die Niederlande und Deutschland nachMailand zurück. Hier blieb er bis zum Oct. 1550, dann ging er als Professor der Mcdicinnach Pavia und von da in gleicher Eigenschaft nach Bologna, wo er bis 1570 lehrte. Indiesem Jahre widerfuhr ihm das Unglück, daß er einer ungcgründeten Anklage halber gefan-gen gesetzt wurde. Erst im Sept. 157 l erhielt er seine völlige Freiheit wieder und ging hier-aus nach Nom, wo er eine Pension vom Papste erhielt und am 2. Sept. 1576 starb, nachEinigen eines freiwilligen Hungertods, um sein von ihm selbst vorhergesagtes Sterbejahr nichtzu überleben. Gewiß ist, daß er der Astrologie sehr ergeben war und sich selbst sowol als An-dern, ;. B. dem Könige Eduard I V. von England, öfter das Horoskop stellte; das Nichtzu-treffen seiner Wahrsagungen schrieb er jedesmal seiner eigenen Unwissenheit, nicht aber der Un-sicherheit seiner vermeintlichen Kunst zu. Ungeacbtct des großen Ruhms, den er sich besondersals Arzt erworben, lebte er wäbrend eines großen Theils seines Lebens in ziemlich dürftigenUmständen, woran seine Ausschweifungen hauptsächlich Schuld sein mochten. In seiner Fa-milie erlebte er viel Kummer. Sein ältester Sohn, Ios. Bavtista C, der Arzt war, wurde1560im 2«>. Jahre zu Pavia enthauptet, weil er versucht hatte, seine untreue Frau zu vergif-te». Den Inbegriff der Physik und der Metaphysik C. s enthalten seine zwei Werke „De susi-tilitatL" in 21 Büchern und „Do renim V!>ri<-Mt,-" in 17 Büchern, voll unzusammenhängen-dcr, grvßtcnthcils paradoxer und oft widersprechender Behauptungen, die sich in kein Systembringen lassen. Höher stehen seine Leistungen im Gebiete der Mcdicin, in welcher er ziemlichselbstandkg auftrat; freilich fehlte ihm Kenntniß der Anatomie. Aus seiner Behauptung,daß nur alle tausend Jahre ein großer Arzt geboren werde, und er selbst seit Erschaffung derWelt der siebente sei, läßt sich erkennen, wie viel er sich aus seine medicinischen Kenntnisse