Druckschrift 
3 (1845) Buchholz bis Czongrad
Entstehung
Seite
194
Einzelbild herunterladen
 

19-1 Caraccioli Carafa

mit 50« Goldthalern bezahlt hatte, >600, und ward an Nafael's Seite im Pantheon zuNom beigesctzt. — Antonio C., ein natürlicher Sohn Agosiino C.'s, geb. zu Venedig1583, ein Schüler Annibale C.'s, hat mehre treffliche Arbeiten geliefert, unter andern zweiÖlgemälde in der Kirche zu S -Barkolomeo dell' Jsola. Sein früher Tod imI. l 618 wardie Folge eines höchst ausschweifenden Lebens. — Francesco C-, genannt Franceschini,geb. 1598, ein Sohn Antonio C-'s, eines Bruders Annibale's und Agostino's, war schoneiner der fertigsten Zeichner, alssein zügelloses Leben der Tod 1622 endigte. — Außerdemsind aus der Schule der C.'s die vorzüglichsten Meister des 17. Jahrh., Domenichino, GuidoNeni, Albani u. A., hervorgegangen.

Caraccioli, eine der berühmtesten neapolit. Familien, die ihren Ursprung aus Griechen-land ableitete und im Besitz bedeutender Güter und Reichlhümer war. Unter den Gliedernderselben erwähnen wir Gianni C., der I-1I5 Secretair der Königin Johanna II. vonNeapel ward und durch ihre Gunst die Würde eines Connetable undGroßscncschalS und denTitel Herzog von Vicenza, Graf von Avellino und Herr zu Capua erhielt. Wegen seinesunbegrenzten Ehrgeizes und seiner Anmaßungen erließ die Königin einen Verhastsbefthigegen ihn, bei besten Vollziehung er 1-132 ermordet ward. — Marino C. lernte der PapstLeo X. 1515 während der Kirchenversammlung zu Mailand kennen, machte ihn zu seinemProtonotar und sendete ihn >518 nach Deutschland, um den Kurfürsten von Sächsin zurAuslieferung Luther's zu bewegen. Seine Talente veranlaßtcn KarlV., ihn in feine Dienstezu nehmen; als Gesandter desselben brachte er l 520 einen Frieden zwischen Mailand unddem Kaiser zu Stande, in Folge dessen ihn der Herzog von Mailand zum Grafen von Galeraernannte. Nachdem ihm schon > 521 Karl V. das Bisthum Catanea verschaffe hatte, erhielter durch Paul V. den Cardinalshut, und nach des letzten Herzogs von Mailand Tode durchden Kaiser die Statthalterschaft in Mailand, wo er 1538 starb. — Ein Marquis de C.,der sich durch seine Verbindungen insbesondere mit Marmontel und d'Alembcrt bekannt ge-macht hat, ge^. 1711, war gegen die Mitte des 18. Jahrh. neapolit. Gesandter in London undParis. Hier galt er für einen der feinsten Köpfe und eine Zierde der damaligen hochge-bildeten pariser Gesellschaften. Seiner wird fast in allen Memoiren aus jcuer Zeit gedacht.Später ward er Vicekönig von Sicilien und starb zu Palermo 1789. — Louis Antoined e C., geb. 1721 zu Mons, fand in Italien, das er nach Vollendung seiner Studien zuerstbereiste, insbesondere bei Benedict XIV. und Clemens XIII., wegen seiner Gewandtheit imgeselligen Umgänge eine glänzende Aufnahme. Dann wendete er sich nach Deutschland undPolen. Durch seine „Vottres inieressuut«-? »Iu pope <,'!«>,n«mt XIV" (1 Bde., Par. 1777,12.), die eine milde Philosophie, sanfte Moral, verständige Grundsätze über mancherlei Le-bensverhältnisse und einen feinen Geschmack verratben, mystificirte er nicht blos Frank-reich, sondern ganz Europa, da sie lange Zeit für echt gehalten wurden und dadurch das höchsteInteresse in Anspruch nahmen. Die franz. Revolution beraubteihnallcrseinerHülfsmittel,bis er >795 vom Convent eine Pension von 2000 Francs erhielt, die ihn bis zu seinem Tode,äm 29. Mai 1803 zu Paris, vor Mangel schützte. Unter seinen übrigen Schriften, die zumTheil in einer Sammlung erschienen (10 Dve., Par. 1761), sind die vorzüglichsten „l^oIivre ü In mcxle" (1760), welches zuerst mit rothen, dann etwas verändert mitgrünenBuch-staben gedruckt wurde, und „Ilictiouniiirö pittnr^guo >>tsent<;licieiix"(3 Bde, Par. 1768,12). — Francesco C, ein verdienstvoller neapolit. Adniiral, trat sehr früh in die Marine,diente dann in England und benahm sich 1793 bei Toulon, als Befehlshaber der neapolit.Schiffe, mit großer Unerschrockenheit und Umsicht. Als er 1798 die neapolit. Kriegsschiffenach Palermo führte, während der König sich auf engl. Schiffe» durch Nelson dahin bringenließ, wurde er vom Hofe sehr schnöde behandelt. Dies veranlaßte ihn, nach Neapel zurückzu-kehrcn, wo er im Dienste der Parrhenoxeischen Republik mitwenig Schiffen einen Landungs-Versuch der sicilisch-cngl. Flotte abschluz. Als Ruffo ,799 Neapel einnahm, wurde C.capitulationswidrig verhaftet und von der Junta, der Speziale (s. d.) Vorstand, zum Todeverurtheilt, an den Mastbaum seiner Fregatte gehangen und ins Meer geworfen. Sein Todist ein schmählicher Flecken in Nc.son's Ruhm.

Karafa oder Carrffa (Michele), ein beliebter ital. Tonsetzer, geb. 1787 zu Neapel,studirtc unter Fenaroli am neapolit. Konservatorium und zu Paris unter Cherubini. Er hat